Kommerzialisierung sorgt für Konflikte
Unruhe in der Bittorrent-Community
Janko Röttgers
Bittorrent-Erfinder Bram Cohen will sein Tausch-Programm in eine kommerzielle Download-Plattform verwandeln. Diese Umstellung missfällt vielen Bittorrent-Fans. Doch Cohen scheut den Konflikt mit der Community nicht.
Noch in diesem Jahr soll Bittorrents Download-Plattform starten, über die dann unter anderem Filme des Warner Brothers-Studios erhältlich sein sollen. Bittorrents Betreiber arbeiten dazu derzeit fleißig an Veränderungen, die einiges Konfliktpotential in sich haben.
So kündigte Bittorrent-CEO Ashwin Navin diese Woche in einem Interview mit dem Onlinemagazin Paidcontent.org an, dass BitTorrent in Zukunft nicht mehr Open Source sein werde. Diese Nachricht sorgte für einige Aufregung in der P2P-Szene. Bram Cohen hatte Bittorrent von Anfang an als Open Source-Software vertrieben und damit unter anderem die Entwicklung alternativer Clients wie etwa Azureus ermöglicht.
Auf Nachfrage erklärte Bittorrent-Sprecherin Lily Lin schließlich, dass die Firma dem Open Source-Gedanken treu bleiben will. "Wir werden weiterhin eine Open Source-Referenzversion von Bittorrent unterhalten", so Lin. Ganz falsch ist das Gerede vom Abschied von Open Source jedoch auch nicht. Lin dazu: "Für unsere neue Verkaufsplattform und für andere technologische Erweiterungen wird es eine Bittorrent-Version ohne offenen Quellcode geben."
Streit um Verschlüsselung
Diese "anderen technologischen Erweiterungen" sind jene Cache Server, mit denen Bittorrent in Zukunft den Vertrieb lizenzierter Inhalte beschleunigen will. Die Firma setzt dazu auf die Mithilfe von Internet-Anbietern, um kommerzielle Downloads in den Provider-Subnetzen mit Höchstgeschwindigkeit zum Endnutzer zu transportieren.
Der Firma passt es deshalb gar nicht, dass Entwickler anderer Bittorrent-Clients mit dem Verschlüsseln des P2P-Datenverkehrs begonnen haben. Die Entwickler von Programmen wie Azureus wollen damit erreichen, dass ihre Nutzer auch bei P2P-feindlichen Internet-Anbietern ohne künstliche Datenbremse tauschen können. Doch verschlüsselter Datenverkehr kann nicht auf Cache-Servern zwischengespeichert werden. Bram Cohen bezeichnete solche Verschlüsselungstechniken deshalb unlängst als Schnapsidee.
Gegen private Bittorrent-Seiten
Widerspruch erntete Cohen auch für seine jüngste Kritik an der P2P-Community. In einem Interview mit dem Onlinemagazin Zeropaid.com erklärte er, private Bittorrent-Seiten mit erzwungenem Tausch-Quotienten seien "extrem destruktiv".
Der Hintergrund: Zahlreiche Bittorrent-Communities zwingen ihre Mitglieder dazu, mindestens so viele Daten hochzuladen wie sie herunterladen. Die Seiten ermitteln dazu einen Tausch-Quotienten, auch Ratio genannt. Wer aufgrund fehlender Uploads unter einem bestimmten Wert landet, muss mit der Sperrung seines Zugangs rechnen.
Einige Bittorrent-Nutzer haben darauf reagiert, indem sie sich mit spezieller Software einen künstlich hohen Tausch-Quotienten erschummeln. Cohen glaubt jedoch, dass dies die Schuld der Community-Betreiber sei. Tausch-Zwänge würden ihn ankotzen, erklärte Cohen dazu gegenüber Zeropaid. Bittorrents Architektur verkrafte es problemlos, wenn einige Nutzer weniger Daten zum Tausch anbieten würden.
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schade drum, aber mal ehrlich: hate den original client eigentlich noch irgendjemand benutzt? ich glaube jedenfalls nicht, dass das irgendwelche auswirkungen auf bittorrent tätigkeiten haben wird.
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