Lüfter des Wahnsinns
Verkehrte Netzwelt: Don Quichotte digital
Benjamin Schnitzler
Schon einmal versucht, Ihren PC leiser zu machen? Nein? Dann fangen Sie besser gar nicht erst an - außer hunderten von Euro und den letzten Nerv könnte es Sie auch den Verstand kosten. Willkommen in der Welt eines Silent-Fanatikers.
Schon vor Jahren fing es an, ich ahnte noch nichts von meinem späteren Schicksal. Völlig harmlos zunächst, in einer gemütlichen Studenten-WG. Mit dem ersten Kontakt zu DSL-Flatrate und Internet-Tauschbörse keimte in mir der Wunsch, meinen PC über Nacht laufen zu lassen, um mich nächstmorgig an fertigen Riesen-Downloads zu erfreuen. Dies setzt allerdings voraus, neben dem PC einzuschlafen, dessen Geräuschkulisse man bei 15 Quadratmeter Zimmergröße nur schwer entgehen kann. Als alternativer Aufstellort war die Küche denkbar ungeeignet, denn wer will schon ständig klebrige Cola und Bindfäden aus zähem Pizza-Käse vom heißgeliebten Rechner kratzen.
Verhängnisvolle Einschlafstörung
Wie in den meisten Fällen kam dem Willen nach Veränderung eine schlechte Erfahrung zuvor. Eines Abends unternahm ich den folgenschweren Versuch, den PC ungeachtet der bevorstehenden Frühmorgens-Vorlesung über Nacht laufen zu lassen. Das Ergebnis: Am nächsten Tag hing ich am Kaffeeautomaten der Uni wie ein Junkie an der Nadel. Schuld an der Schlafstörung waren ein paar fiese kleine Lüfter, die im Innern des Rechners fröhlich ihre Arbeit verrichteten. Da wurde mir klar, dass ich gegen sie zu Felde ziehen musste. Die offensichtliche Analogie zu Don Quichottes ausweglosem Kampf gegen übermächtige Windmühlen hätte mir eigentlich zu denken geben müssen. Tat sie aber nicht.
So fing ich an, einen Störenfried nach dem anderen systematisch auszumerzen. Zuerst musste die Stromversorgung dran glauben und einem lüfterlosen Netzteil weichen. Schließlich, so dachte ich jedenfalls in meinem jugendlichen Leichtsinn, sei die schlimmste Lärmquelle damit verbannt und ich könnte endlich in Ruhe durchschlafen. Doch es kam ganz anders. Anstatt mich über den nun zweifelsohne deutlich leiseren PC zu freuen, sicherte sich der nächstlautere Lüfter meine Aufmerksamkeit. Diesmal blies mir ein Winzling scheinbar voller Schadenfreude von der Grafikkarte entgegen. Einen Tag später segnete auch er das Zeitliche und segelte in die nächste Mülltonne. Dass ich durch das Festkleben des neuen Passivkühlers jeglichen Garantieanspruch verlor, ließ mich völlig kalt.
Heiß, heiß Baby
Wirklich zufrieden war ich mit dem Resultat aber immer noch nicht, denn eine Nervensäge blieb noch übrig. Die letzte Windmühlen-Bastion, gerade mal 80 Millimeter groß, aber in meinen hypersensiblen Ohren das pure technisierte Böse. Leider bestand zu diesem Zeitpunkt noch keine Möglichkeit, den Prozessor ohne Lüfter ausreichend abzukühlen. Also blieb mit nichts anders übrig, als den vorhandenen gegen das langsamste und leiseste Exemplar zu tauschen, das ich finden konnte. Ungeachtet der gutgemeinten Warnungen des Verkäufers, der mich in aller Höflichkeit auf die schwache Leistung meiner Neuanschaffung hinwies. Immerhin ist der Kunde ja König und soll später in Kauflaune statt mit durchgebrannten Einzelteilen wiederkehren.
Tatsächlich blieb die Lust am Geldausgeben auch weiterhin ungebrochen - nicht dass ich es mir als Student hätte leisten können, tagtäglich beim PC-Händler um die Ecke einzukaufen. Vielmehr sah ich es als essentielle Notwendigkeit, um auf Dauer eine fruchtbare Koexistenz mit meinem Computer einzugehen. Obwohl jetzt nur noch ein kaum hörbarer Lüfter einsam seine Runden drehte, gewann mein Drang nach akustischer Perfektion wieder die Oberhand. Wie unter Zwang zauberte ich weitere 150 Euro für ein schallschluckendes Gehäuse aus meinem Dispo, den ich nunmehr mit fast 400 Euro strapazierte.
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Hallo,
also, der Artikel spricht mir aus der Seele... :)
immerhin habe ich meinen Router/Saugrechner mittlerweile in meine Küche verbannt, da kann er rumnerven wie er will und mich störts nicht.
aber mit jedem geräusch, was man am rechner abstellt, kommt garantiert ein neues dazu, welches noch mehr nervt. wenn am rechner/monitor alles ruhig gestellt ist, fängt garantiert das geräusch an zu nerven, welches entsteht wenn man eine Taste auf der tastatur drück. oder ich könnte wetten, das die mouse auch geräusche macht, wenn man diese übers mousepad schiebt...
Super schön geschrieben. Kommt mir so vor wie: Loriot "Das Bild hängt schief..."
Mein neuer Rechner (naja- 1 Jahr alt) ist auch sehr laut, aber ich bastle nicht daran herum, weil ich den Garantieverlust nicht akzeptieren will. Aber mit der Zeit gewöhnt man sich an den Lüfterlärm (den man auch im Nebenzimmer hört)
Schöner Artikel :-)
An manchen gernervten Tagen denke ich genau so!
Aber was mit Geld machbar ist habt Ihr hier doch schon bewiesen ;-)
http://www.netzwelt.de/news/74389-projekt-rundumlautlospc-so-schnell-kann.html
Grüße Grunzer
Mich tötet eins, immer wieder: DAS VERF***** geklackere meiner Eheim 1046 !
Ich meine, unter 200 Einschaltvorgängen bleibt die Pumpe bei einem ohne nerviges klackern in Betrieb. Ab da muss ich den Rechner so lange wie es geht an lassen, damit ich mich nicht wieder durch 200+ Einschaltvorgänge kämpfen muss, was ich jetzt gerade doch tun muss. VERDAMMT!
Zum Eheim-Mod: Rein von der Logik kann er nicht funktionieren. Außerdem, die Arbeit will ich mir nciht machen bei 4 gekühlten Komponenten in einem uralten Bigtower Marke 08/15 mit AP360 im Deckel; Es ist einfach zu eng....Die Befestigung der Pumpe am Boden ist schon nahe am unmöglichen....Außerdem ist das gesamte Case gedämmt....
MIt dem Sound der 7 Lüfter habe ich mich schon abgefunden....mich stört nur das gef**** klackern....
Gegen den LüfterSound setze ich nämlich folgende Wunderwaffe ein (nachts): Ohrenschützer aus dem Baumarkt. Sehr gut. Wenn man erst mal eingeschlafen ist, fallen die zwar ab, aber die Lüfter wekcen mich nimmer. Ist u.U. nicht bei jedermann so.
Tagsüber: Kopfhörer, auch ohne musik. Irgendwie kommt das klackern da nicht durch.
Hy, hab 2 Home PC´s... eine Höllenmaschine und ein Wohnzimmer PC. Die Höllenmaschine macht ihrem Namen alle Ehre, in punkto Leistung genauso wie in Punkto Lautstärke. Mein Wohnzimmer PC hält sich ehr in Grenzen in Sachen Lautstärke, muss sich aber in Punkto Leistung nicht verstecken. Es ist nen kleines AOpen Barebone Gehäuse mit leisem Netzteil mit 120er Lüfter und nen Temperaturgeregelten Vollkupferkühler (Silent) wo nen A64 Venice 3200 drunter seine Arbeit verrichtet. Teilwiese läuft noch nichteinmal der Lüfter aufm CPU-Kühler oder nur so langsam das mann nix hört. Das einzigste was ich aus dem Rechner manchmal noch höre ist die SATA-Platte die vor sich hin arbeitet. Das aber auch nur wenn mein P2P rennt. Und im Großen und ganzen hat der PC nich viel gekostet. Soll nur heissen ist alles Möglich und Läutstärke empfindet jeder anders.
In dem Sinne ;)
sehr geil!
Immer schön wenn man liest, dass es jmd anderen auch so geht / ging...
:-)
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