Konkurrenz für last.fm?
Qloud: Musik verwalten und neue Songs entdecken
Music Markt
Die MP3-Sammlung des ein oder anderen Musikfans kann schon einmal schnell auf mehrere tausend Musikstücke anwachsen. Wie behält man da am besten den Überblick? Alle Alben schön ordentlich in einzelne Verzeichnisse packen oder doch lieber Playlisten anlegen? Meist läuft es auf irgendein Zwischending aus beiden Möglichkeiten hinaus. Einen etwas anderen Weg geht das Online-Projekt Qloud, welches seit einigen Tagen in einer offenen Beta-Version zur Verfügung steht.
Dort helfen sich User gegenseitig dabei, Übersicht in ihre Musiksammlungen zu bringen, Songs zu kategorisieren, in Genres einzuteilen und Informationen zu Künstlern und Bands zusammenzutragen. Benutzt werden dazu vor allem die bereits aus diversen Web 2.0-Projekten bekannten Tags. Songs der Lemonheads weisen die Qloud-User beispielsweise die Tags "alternative rock", "groovin" oder "90s" zu. Diese werden auf den Servern von Qloud gespeichert. Gemeinsam mit dem Bandnamen sowie den Songtiteln der Tracks (die ebenfalls bei Qloud hinterlegt sind) werden so Informationen zu tausenden Musikdateien an einer zentralen Stelle im Netz gesammelt.
Die Tags eignen sich zudem prima dazu, neue Musik zu entdecken. So finden Lemonhead-Fans mit nur einem Klick auf den Tag "alternative rock" auf der Qloud-Homepage weitere Songs und Künstler, denen diese Schlagworte zugewiesen wurden. Mehr noch: Bereits auf der Detailseite der Band macht Qloud Vorschläge zu Bands und Songs, für die sich der Lemonhead-Fan ebenfalls interessieren könnte.
Qloud vs. last.fm
Aufmerksame netzwelt-Leser werden spätestens jetzt die Parallelen zu last.fm festgestellt haben. Auch bei diesem Online-Projekt helfen tausende User dabei, Musikstücke mit Tags zu versehen um so das Finden von neuer Musik zu vereinfachen. Zudem hilft ein Plug-In last.fm, Informationen zu den Hörgewohnheiten seiner Nutzer zu sammeln um dadurch ebenfalls Musikempfehlungen an seine User weiterzugeben.
Einen entscheidenenden Unterschied gibt es jedoch zwischen den beiden Projekten: Während das last.fm-Plug-In lediglich Informationen zu den Hörgewohnheiten seiner Nutzer sammelt, um damit auf der Webseite Musikempfehlungen anzuzeigen, stellt Qloud ein Plug-In zur Verfügung, welches auch Empfehlungen innerhalb der eigenen Musiksammlung auf der Festplatte anzeigen kann. Dazu wird das Qloud-Plug-In einfach in iTunes oder Songbird (Plug-Ins für weitere Player sind derzeit leider nicht verfügbar) eingebunden. Basierend auf den gesammelten Daten, die auf den Qloud-Servern gepeichert sind, kann das kleine Tool - eine Verbindung zum Internet vorausgesetzt - beispielsweise alle Songs auf der Festplatte heraussuchen, denen die Qloud-User den Tag "party" zugeordnet haben.
Bonus für aktive Community-Mitglieder
Wer die Suche nach alten und das Entdecken von neuen Songs gerne auf Tags stützt (vielleicht zusätzlich zu Playlisten und einer "sauberen" Verzeichnisstruktur), findet so in Qloud sicherlich ein hilfreiches Tool, seine Musiksammlung zu kategorisieren. Der Vorteil dabei: Statt jeden einzelnen Song selbst zu verschlagworten, wird diese mühselige Arbeit unter den Qloud-Community-Mitgliedern aufgeteilt. Da das Portal jedoch noch ganz am Anfang steht und somit auch noch nicht allzu viele Inhalte zu bieten hat, müssen diese erst fleißig angelegt werden.
Damit möglichst viele User dabei mitmachen, haben sich die Qloud-Macher ein Bonus-System ausgedacht, über das Punkte für allerhand Aktionen vergeben werden. Grundsätzlich gilt dabei: Je aktiver ein Nutzer in der Community ist, desto mehr Punkte sammelt er mit der Zeit. Punkte werden dabei für so ziemlich alles vergeben: Das Verschlagworten von Songs, das Erstellen von Channels, das Abspielen von Songs, das Einladen von neuen Usern und vieles mehr. Langfristig sollen die gesammelten Punkte dann in Prämien, etwa Songs aus dem iTunes Music Store oder iPods, getauscht werden können.
Fazit: Keine Konkurrenz für last.fm
Auch wenn sich Qloud und last.fm auf den ersten Blick recht ähnlich sind, gibt es doch erhebliche Unterschiede zwischen den beiden Portalen. Zwar haben die Nutzer bei beiden Web-Projekten die Möglichkeit, mit Hilfe von Tags Musik zu kategorisieren, jedoch beschränkt sich last.fm dabei lediglich auf den Datenbestand, der auf den Webservern im Netz gesammelt wird. Qloud hingegen erlaubt mit Hilfe eines kleinen Plug-Ins auch das Musikarchiv auf der eigenen Festplatte nach Songs zu durchsuchen, die beispielsweise dem Tag "rock" oder "country" entsprechen.
So eignet sich last.fm in erster Linie zum Entdecken neuer Musik (die über die zahlreichen last.fm-Radiosender auch gleich angehört werden kann), während sich Qloud mit wachsendem Inhalt zu einem Organisationstool für das heimische Musikarchiv entwickeln könnte. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Qloud-Community erst einmal fleißig Inhalte sammelt - schließlich steht das Portal noch ganz am Anfang.
Jetzt sind Sie dran.
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