Warum ohne Anonymität und Virenscanner nichts funktioniert
Verkehrte Netzwelt: Sicherheit am PC - Ja, bitte!
"Sicher ist sicher", "Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste", "Besser Acht geben als eine kriegen" - Was für mein normales Leben gilt, funktioniert auch für meine Existenz in der digitalen Welt. Meinen teuer erkauften PC und meine sorgsam geschützte Identität lasse ich mir von niemandem verpfuschen. Doch wo man im Alltag auf Selbstverteidigungskurse zurückgreifen kann, muss ich für meinen Rechner andere Geschütze auffahren. Ich gebe Ihnen jetzt einmal einen kleinen Einblick in mein hermetisch abgeriegeltes Computerdasein. Und halten Sie mich nicht für verrückt - das haben vor Ihnen schon ganz andere gemacht.

Inhaltsverzeichnis
- 1Firewall: Brennen muss Schädling!
- 2Virenscanner: Hochdosierte PC-Antibiotika
- 3Spyware-Tools: Der Spion, den ich siebte
- 4Anonymität im Netz: Mein Name ist Nymous. Ano Nymous.
- 5Google-Paranoia: Hilf mir, MSN! Rette mich, Yahoo!
- 6Verschlüsselung von Mails: Briefgeheimnis nicht unter 128 Bit
- 7Passwörter: "!ipÜ´&_@67xh*^ez;A" dürfte reichen
- 8Filesharing: Na klar - bei Legaltorrents.com!
- 9Werde ich mich in Zukunft ändern?
Sicherheit - das ist ein starkes Wort, aber es wird heutzutage inflationär gebraucht. Denn es gibt einen Unterschied zwischen sicher sein und sich sicher fühlen. Für viele - auch für mich - ist der Computer Mittelpunkt des Lebens und lässt sich daher gut mit Ihrem ganz gewöhnlichen Alltag vergleichen. Laufen Sie da etwa auf der Straße herum und erzählen jedem, wie Sie heißen und welche Musik Sie hören? Geben Sie dem Taxifahrer Ihre Kreditkarten-Nummer? Lassen Sie den Bäcker Ihre Post lesen? Hoffentlich können Sie diese Fragen alle mit "Nein" beantworten, denn dann sind wir auf einer Wellenlänge und ich kann Ihnen von meinem Rundum-Sorglos-Paket erzählen. Wenn nicht, dann sollten Sie vielleicht bei meinem Kollegen und seiner "Verkehrten Netzwelt" vorbeischauen. Der hat mit Sicherheit nichts am Hut und ist vermutlich auch noch stolz darauf. Mein Beileid.
Firewall: Brennen muss Schädling!
Wie schön, dass es sie gibt: Die digitale Feuerwand, die genau protokolliert, wann wer was warum an meinem PC machen möchte. Und ich habe die Kontrolle, Verbote auszusprechen und vorübergehend Gnadenersuche anzunehmen. Doch was für andere nach Allmachtsfantasien klingt, ist für mich absolut notwendige Realität, um das System zu schützen. Wo kämen wir denn hin, wenn jedes noch so kleine und nutzlose Programm auf meinem Computer machen könnte, was es will? Demokratie ist nichts für PCs. Und wenn ich als digitaler Diktator dafür sorgen kann, dass mein Computer geschützt bleibt - so sei es.
Auch die preisbewussten Sicherheitsfans können sich freuen: Viele ausgezeichnete Firewalls sind Freeware und können hier im Download-Archiv von netzwelt heruntergeladen werden. Ich persönlich würde ja am liebsten zwei gleichzeitig installieren - denn weshalb sollten Sie sich in der Küche mit einem einzigen Spritzschutz begnügen, wenn ein zweites Sieb den Herd bedeutend besser sauber hält? Sehen Sie, ich komme immer wieder darauf zurück: Vergleichen Sie Ihren Computer mit Alltagssituationen, dann merken Sie, wie verantwortungslos Sie eigentlich Ihrem Rechner gegenüber handeln. Obwohl, unter uns gesagt: Eine Firewall genügt eigentlich.
Virenscanner: Hochdosierte PC-Antibiotika
Für mich selbst nehme ich beim kleinsten Anflug von Schnupfen Medikamente, ein Kratzen im Hals führt bereits zur intensiven Tabletten-Kur. Ähnlich besorgt bin ich deshalb natürlich auch um das Immunsystem meines Computers. Denn trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann auch er sich schnell Viren oder Würmer einfangen - Homöopathie ist dann fehl am Platze, die Chemiekeule muss her. Um aus diesen Virenscannern den größtmöglichen Vorteil zu ziehen, unterziehe ich den PC täglich einer Komplettuntersuchung. Die angesetzte Zeit erscheint mir gegenüber dem Neukauf eines Rechners verschwindend gering, und ein gutes Gewissen habe ich auch.

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Mein Senf dazu: 1) Aus den genannten Gründen Google nicht zu benutzen mag nachvollziehbar sein, dann jedoch als Alternative Yahoo od. MSN zu wählen, in dem Glauben da wäre man "sicherer" aufgehoben...