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Test: Baphomets Fluch - Der Engel des Todes Verflucht nochmal

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George Stobbart meldet sich zurück. Im vierten Teil der Adventure-Reihe bekommt es der smarte Weltenbummler mit gefährlichen Artefakten und Seilschaften zu tun.

George Stobbart meldet sich zurück. Im vierten Teil der Adventure-Reihe bekommt es der smarte Weltenbummler mit gefährlichen Artefakten und Seilschaften zu tun.

Für Möbelpacker mit Adventure-Ambitionen muss sich die Zerstreuung beim Spielen des dritten Teils von "Baphomets Fluch" in Grenzen gehalten haben, so viele Kisten galt es zu verschieben. Teil 4 der populären Abenteuerreihe spart die Kistenschieberei nicht aus, reduziert sie aber auf ein erträgliches Maß.

Eiskalte Engel

Gemäß der zehn Jahre alten "Broken Sword"-Tradition wird wieder fleißig gereist und gerätselt. Die Hintergrundgeschichte des Spiels von Revolution und THQ spricht Zeitgenossen an, die Dan Brown zu ihren Lieblingsschreibern zählen. "Der Engel des Todes" handelt von der Suche nach einem biblischen Artefakt, um das sich zwielichtige Bünde seit Jahrtausenden einen Wettlauf liefern: Jenes Artefakt, so die Überlieferung, sei ursächlich gewesen für die letzte der Großen Plagen, die den Israeliten zum Auszug aus Ägypten verhalf. Den Ägyptern sollte der Fluchthelfer als "Engel des Todes" in Erinnerung bleiben. Über den Verbleib des zerstörerischen Artefakts rätselt die Menschheit bis zum heutigen Tag.

Licht ins Dunkel kommt erst, als die attraktive Blondine Anna-Maria das Kautionsbüro betritt, in dem der Spieleheld seit seinem letzten Abenteuer einem unbefriedigenden Job nachgeht. Die junge Frau berichtet von einem uralten Manuskript, das neuerdings auch Unbekannte brennend interessiert. Das Interesse ist so groß, dass der Ärmsten ein Killerkommando im Nacken sitzt. Ehe George die Polizei verständigen kann, stehen die Rüpel vor der Tür. Die beiden müssen fliehen - die ersten Kisten von A nach B geschleift werden.

Noch vereint: George und Anna-Maria

Baphomets Fluch 4

Glücklicherweise bieten die kommenden zehn Stunden darüber hinaus mehr, außergewöhnliche Schauplätze weltweit oder ein Wiedersehen mit Nicole Collard zum Beispiel. Die Journalistin übernimmt vorübergehend die Hauptrolle, wobei das Rätseldesign unabhängig von den Spielfiguren durchweg klassisch ausfällt. Das Aufgabenspektrum umfasst das Ingangsetzen von Kettenreaktionen, Tierfütterungen und obligatorische Bilderrätsel. Vereinzelte Schleich- und Kletterpassagen stehen ebenfalls zur Disposition. Weil selbst altgediente Abenteuerrecken mit der Zeit gehen müssen, wird zum Hacken von Computersystemen und Datenbanken nunmehr ein PDA eingesetzt. Via Personal Digital Assistant kommunizieren die Protagonisten ferner untereinander.

Wie es passieren kann, dass gewisse Ferngespräche in der für Telefonhörer typischen Frequenz tönen, andere wiederum kristallklar, ist bei einer Produktion dieser Größenordnung schwer nachvollziehbar. Davon abgesehen leistet sich die deutsche Synchronfassung jedoch kaum Schwächen. Die Dialoge sind spritzig, manchmal flapsig, an anderer Stelle aber köstlich pointiert, wenn etwa ein kauziger Kunstsammler über Sinn und Nichtsinn des Golfsports sinniert. Vor dem Hintergrund, dass sich kein einziger Dialog mittels Escape abkürzen lässt, kommen Bedenken bezüglich der Nettospielzeit auf. Im Normalfall wäre "Der Engel des Todes" locker einen Kopf kürzer.

Erinnert an Kate Moss bei der Präsentation einer Uhrenkollektion: Der Engel des Todes

Die Steuerung: Kein Glück trotz Point&Click

Seit bekannt geworden war, dass der vierte Teil als exklusiver PC-Titel wieder zum klassischen Point&Click zurückkehrt, schöpfte die Fangemeinde bezüglich der Steuerung Zuversicht. Doch diese schwindet, sobald der etwas hölzern animierte Held die ersten Schritte unternommen hat. Einige Passagen sind ohne Zuhilfenahme der Pfeiltasten, die den Charakteren alternativ Beine machen, nicht zu bewerkstelligen.

Anstatt ein Hindernis einfach zu umgehen, bleiben die Figuren häufig wie angewurzelt davor stehen. Zum Stillstand kommt es oft auch dann, wenn Laufwege in schmale Pfade münden oder die Besteigung einer Treppe partout nicht klappen will. Kommt aber erst einmal Bewegung in eine Szene, werden Positionswechsel häufig von verwegenen Kamerafahrten begleitet, was für einen gewissen Filmlook sorgen mag - oder ebensogut für Motion-Sickness.

Keine Adventure-Bastion

Eine verunglückte Steuerung gepaart mit einer diskreten 3D-Grafik und anderen kleinen Störfaktoren. Das ist eine Seite des unter der Führung von Charles Cecil entstandenen Spiels. Durch die überwiegend gelungenen Rätsel und Dialoge erhält "Der Engel des Todes" noch genug Auftrieb, um das rettende Spielspaßufer zu erreichen. Auf dem Weg zu einer der "letzten Bastionen des wahren Adventures", wie es die Verpackung suggeriert, geht dem Todesengel aber endgültig die Puste aus.

Baphomets Fluch 4

Steckbrief
Sound 13 von 15% 76%
Grafik 12 von 15%
Spielspaß 13 von 15%
Multiplayer entfällt
Bedienung 5 von 10%
Preis/Leistung 10 von 15%
Hardwareanforderung 12 von 15%
Langzeitspielspaß 11 von 15%

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Michael Dees
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