Monopolvorwürfe gegen große Plattenfirmen
Limewire verklagt die RIAA
Janko Röttgers
Der New Yorker Tauschbörsen-Anbieter LimeWire geht mit einer Gegenklage in die Offensive. Limewire behauptet darin, die großen Plattenfirmen wollten die P2P-Welt mit Hilfe der Tauschbörse iMesh monopolisieren.
Limewire war Anfang August von einer Reihe von großen Plattenfirmen verklagt worden. In einer ersten offiziellen Antwort auf die Klageschrift geht die Tauschbörsen-Firma jetzt in die Offensive. Limewires Anwälte bestreiten darin nicht nur die wichtigsten Vorwürfe der Musikindustrie, sondern stellen diese gleich auch selbst an den Pranger.
Die Tauschbörse wirft den großen Plattenfirmen vor, seit Jahren den Online-Musikmarkt zu monopolisieren. So habe die Industrie die beiden Firmen Musicnet und Pressplay gegründet, um digitalen Einzelhändlern Preise und Verkaufsbedingungen vorzuschreiben.
Auch der Kampf gegen Tauschbörsen dient laut Limwire in erster Linie dazu, Vertriebswege zu kontrollieren. Die Musikindustrie arbeite dazu mit dem P2P-Anbieter iMesh zusammen, dessen CEO ein ehemaliger Chef der Musikindustrie-Vereinigung RIAA ist. Die Musikindustrie lege P2P-Anbietern demnach nahe, die einzige Alternative zu einer juristischen Auseinandersetzung bestehe im Verkauf an iMesh - ein Schritt, den Limewires Mitbewerber Bearshare im Mai ging.
Imesh setzt auf Musicnet-Downloads in Kombination mit Filtern der Firma Audible Magic. Limewire hat in den letzten Monaten mit der Einführung eines eigenen Filter-Modells begonnen. Laut Klageschrift sperrten sich die großen Plattenfirmen jedoch gegen eine Zusammenarbeit mit der Tauschbörse und erschwerten damit die Filterung ihrer Werke. Gleichzeitig weigerte sich die Musikindustrie, Titel für Limewires Download-Portal zu lizenzieren.
Ob Limewire mit seiner Gegenklage Erfolg haben wird, ist bisher noch völlig offen. In der Vergangenheit entschieden lokale US-Gerichte oftmals zu Gunsten von Tauschbörsen-Anbietern. Im Sommer letzten Jahres gab der oberste Gerichtshof der USA jedoch den Plattenfirmen in ihrem Rechtsstreit gegen Morpheus und Grokster recht. Möglicherweise wird sich die Auseinandersetzung um Limewire ebenfalls über mehrere Instanzen hinziehen. Der Tauschbörsen-Anbieter scheint jedenfalls gewillt, das Verfahren bis zum Ende auszufechten.
Weitere Artikel zum Thema
-
Limewire plant Download-Shop
MP3s vom Tauschbörsen-Betreiber
-
Limewire zu Labels: "Nehmt 40 Prozent und seid lieb"
P2P-Client beteiligt Künstler an neuem Werbemodell
-
Limewire: Music Store verkauft MP3s ohne DRM
Online-Musikshop der ehemaligen Filesharing-Hochburg
Links zum Artikel
Mehr über: Software, Filesharing, Limewire, P2P-Klagen
Diskutieren Sie zu diesen Artikel im Forum!
Neues Thema eröffnen
ei, das stand doch schon vorgestern bei heise
Jop stimmt. aber ist trozdem gut dass es hier auftaucht find ich. besser spät als gar nicht...wie bei windoofs^^
Endlich ;-)
was ich nicht verstehen kann...warum klagt man nicht direkt die firma statt die sauger?weil
1.bringt das nicht viel.die zahl der sauger wird nicht verringert
und 2.wenn man die firma/das unternehmen sperrt kann keiner mehr illegal saugen.p2p ist doch echt lahm
Diesen Artikel verlinken
Dieser Artikel steht unter einer Creative Commons-Lizenz.
nach oben




