Logitech MX Revolution im Test: Technisches Maus-Wunderwerk?
Drehen nach Bedarf, Google auf Knopfdruck
Im Grunde besitzt die MX Revolution elf Tasten, da das erste Mausrad auch zum horizontalen Scrollen herhält und sich das zweite in der rechten Daumenmulde nicht dreht, sondern wie ein Schalter nach links oder rechts bewegen lässt. Bei Funktion und Verarbeitung legt die Funkmaus mit integriertem Akku eine hervorragende Qualität an den Tag. Alle Schalter sind ohne größere Verrenkungen erreichbar, arbeiten tadellos und präzise. Erhöhte Aufmerksamkeit verdient der verchromte Schalter über dem Mausrad, der ein Lupensymbol zeigt: Nach dem Markieren eines bestimmten Worts oder einer Phrase genügt ein kurzer Druck, um den Internet-Browser zu starten und das passende Suchergebnis bei Google oder Yahoo! auszugeben.
Am brennendsten interessiert uns natürlich der eigentliche Grund für die hochtrabende Produktbezeichnung. Wie das seitliche Rädchen besteht das mittlere aus veredeltem Stahl und fühlt sich auch dementsprechend wertig an. Sein spürbar höheres Gewicht gegenüber gewöhnlichen Exemplaren merkt man ihm gleich an, dennoch arbeitet es alles andere als schwergängig. Wollen wir bloß ein paar Zeilen herauf oder herunter scrollen und bewegen es nur langsam, rastet es beim Drehen schrittweise ein. Wollen wir hingegen nur möglichst schnell vom unterem zum oberen Ende einer ellenlangen Liste gelangen und drehen kräftiger am Rad, verschwindet die Rasterung und das Mausrad dreht sich für ein paar Sekunden wie von selbst.
Über Logitechs altbekannte Konfigurationssoftware SetPoint offenbart sich eine ansehnliche Fülle von Optionen, das Verhalten den persönlichen Bedürfnissen anzupassen. Neben der Bestimmung der Geschwindigkeit, bei der das Mausrad Freilauf bekommt, kann die Automatik auch deaktiviert und auf eine Arbeitsweise beschränkt werden. Alternativ bestimmt das Drücken des seitlichen Daumenrads den Modus manuell. Letzteres dient entweder als Vergrößerung für Internetseiten, Bilder oder Textdokumente oder zum schnellen Wechsel zwischen verschiedenen Fenstern. Absolut unverständlich allerdings, weshalb es hier nicht mehr als zwei Möglichkeiten gibt. Immerhin lässt es sich bei eingeschalteter Zoom-Funktion für den Bildlauf im Windows-Explorer zweckentfremden.
Fast alles im Griff
Auffälligstes Detail der MX Revolution ist - abgesehen vom Zweirad-Charakter - der ausladende Seitenschweller am linken Rand. Damit erhält der Daumen einen praktischen Ort der Entspannung, wenn er gerade nicht gebraucht wird. Eine große gummierte Fläche mit kleinen Vertiefungen sorgt selbst bei stärkerer Transpiration für festen Halt. Das könnte zum Beispiel beim Spielen schnell passieren, da das hohe Gewicht spürbar mehr Kraft abverlangt als eine leichte Kabel-Maus. Trotzdem ist die MX Revolution zum Zocken besser geeignet als der Laser-Pionier MX 1000, was sie sowohl ihrer Form als auch dem geringeren Ballast verdankt. Nach zehn Sekunden schaltet sie sich automatisch ab, läuft aber sofort wieder verzögerungsfrei an.
Obwohl die MX Revolution Logitechs technisches Vorzeigeprodukt schlechthin darstellt, rechnet ihr Laser-Sensor wie bei der MX 1000 mit einer Auflösung von 800 dpi. Schade eigentlich, weil andere Funk-Mäuse wie die G7 Laser Mouse aus eigenem Hause bereits 2.000 dpi erreichen, die sich bei Spielen und Bildbearbeitung durchaus vorteilhaft auswirken. Ungenau ist die MX Revolution deshalb aber noch lange nicht, wirklich auffallen dürfte das dpi-Defizit bloß nach dem direkten Umstieg von einem hochauflösenden Modell.
Auf Gamer-Mousepads mit rauer und glatter Oberfläche, beispielsweise dem im Test verwendeten Rantopad P1, legt die MX Revolution eine bravouröse Vorstellung aufs Parkett. Die überdimensioniert wirkenden Teflon-Plattfüße unter der Maus gleiten ohne viel Widerstand und nahezu geräuschlos, mit weniger Auflagefläche ließe sich allerdings eine noch geringere Reibung erzielen. Auf weißem Papier, Hochglanzmagazinen oder hellgrau lackierten Schreibtischplatten leidet die Gleitfähigkeit zwar stark, doch wirklich spürbare Aussetzer verzeichnen wir nur auf Edelstahl. Die Funkverbindung bleibt bis zu einer Distanz von etwa vier Metern beständig, der Zeiger bewegte sich sogar noch, als die Maus zum Fototermin in die netzwelt-Katakomben kam.
