1,5 Milionen Songs für zehn Euro pro Monat
Napster sucht Käufer: Erst illegal, dann legal, jetzt unrentabel
Fabian Parusel
Napster sucht einen Käufer. Schwere Verluste im vergangenen Quartal und ein deutlicher Rückgang der Nutzerzahlen veranlassen das börsendotierte Unternehmen zu Gesprächen mit Käufern beziehungsweise Partnern. Es gibt bereits Interessenten für das einzige legale Musikportal mit Musikflatrate.
Die Idee ist gut
Der Weg zu einem legalen Musikportal ist steinig, doch Napster hat sich nicht unterkriegen lassen. Von Beginn an stand das Projekt unter keinem gutem Stern, obwohl die Idee an sich sehr gut ist: Für ein gewisses Entgeld kann jeder Nutzer auf das komplette Musikarchiv von Napster zugreifen. Die Nutzungsgebühr ist mit zehn bis 15 Euro recht günstig und die Datenbank ist ähnlich groß wie die der anderen Musikläden, je nach Land zwischen 700.000 und zwei Millionen Songs. In Deutschland sind es 1,5 Millionen. Einziger Haken ist, dass bei Napster heruntergeladene Musik auch nur solange im eigenen Besitz ist, wie das Abo besteht. Danach verhindert DRM ein Abspielen der Dateien.
Trotz der guten Idee musste Napster einen Rückgang um 94.000 auf etwa eine halbe Million zahlende Kunden verzeichnen. Trotzdem hätten "Dritte Interesse an einem Kauf des Unternehmens gezeigt", sagte Napster-Chef Chris Gorog bereits Montag. Als Alternative erwähnte Gorog eine strategische Partnerschaft. Fest steht, dass Napster im vergangenen Quartal fast zehn Millionen Dollar Verlust eingefahren hat, trotzdem machte der Kurs des Unternehmens einen Sprung von elf Prozent auf 3,99 Dollar.
Rückblick
Noch vor wenigen Jahren war Napster der Inbegriff für illegales Tauschen von Musikdateien im Web. Viele machten ihre ersten Erfahrungen mit Napster und luden schon 1998 die ersten Charthits mit dem P2P-Client Napster von den Festplatten anderer Filesharer, damals natürlich illegal. Der Schaden für die Industrie war zu dieser Zeit allerdings noch weitaus harmloser als heute. DSL war noch Zukunftsmusik und mit Modem oder ISDN dauerte der Download eines Songs eine gute halbe Stunde. Bedenkt man, dass damals eine Stunde Internet etwa sechs Mark gekostet hat, ein teures Vergnügen.
Geblieben ist aus diesen Zeiten nicht viel außer dem Namen. Seit 2001 hat Napster ein paar Mal den Besitzer gewechselt und ging an die Börse. Am 29. Oktober ging der Dienst unter dem Namen "Napster 2.0" erstmals online, zunächst in den USA, Ende 2005 dann auch in Deutschland, geplant ist noch die Erweiterung nach Japan. Der Zukunft sehen die Macher von Napster trotz der Verkaufsoption rosig entgegen, der Dienst werde weiterlaufen, soviel sei sicher.
Weitere Artikel zum Thema
-
Interview: Chris Gorog von Napster/Roxio
20 - 40 Mio. Dollar Umsatz in 2004 sind realistisch
-
Kopierschutz adé: Napster greift iTunes an
Mit sechs Millionen DRM-freien Songs zum Apple-Feind
-
Songbird spielt iTunes-Songs und Napster-Downloads
Freier Musikplayer kann kopiergeschützte Inhalte wiedergeben
Links zum Artikel
Mehr über: Audio, Online-Service, Musikdienst, Napster
Diskutieren Sie zu diesen Artikel im Forum!
Neues Thema eröffnen
Zitat:
Ich glaub ihr meint legal, oder?
nee ich glaub nicht dass Napster ganz am Anfang legal war.Es war doch damals die populärste Software mit der man illegal runterladen konnte.Glaub das ist schon richtig so,wie es da steht.
Eigentlich sind diese legalen Musikportale ja eine ganz gute Idee. Aber wenn sie dem potentiellen Kunden absichtlich derart verkrüppelte Lieder andrehen wollen, brauchen sie sich nicht zu wundern, wenn der große Hype ausbleibt. Man sollte langsam mal erkennen, dass es etliche Leute gibt, die auf DRM verzichten können, denn es bringt dem Enduser NUR Nachteile, und nicht einen einzigen Vorteil! Wenn mir ein Lied, nachdem ich es BEZAHLT habe nicht zur freien Verfügung steht, sondern man mir vorschreiben will auf welche Geräten ich es wie oft kopieren und abspielen kann, denke ich nicht im Traum daran, bei einen solchen "Dienst" zu nutzen.
Die Qualität könnten auch manche mal etwas höher schrauben: 128 kbps constant bitrate im alten wma8-Format sind für den Preis nicht akzeptabel und bei weitem schlechter als eine vergleichbar große Vorbis- oder LAME-MP3-Datei! Von daher: Solange die nicht mal umdenken kann ich nur sagen: selber schuld!!
Hi,
das sehe ich ähnlich: Wenn ich schon Geld für Nusik in digitaler Form ausgebe, möchte ich wenigstens eine Datei, mit der ich machen kann, was ich will und so oft ich es will. DRM kommt mir nicht auf die Platte.
Zum ersten Beitrag: Illegal ist schon richtig. Vor acht Jahren, als Napster seinen Betrieb aufnahm, war es absolut verboten, so wie Kazaa und Bittorrent heute.
Gruß fp
Zitat:
Es gibt einen Dienst, der auch DRM verzichtet. Dort wird ein benutzerfreundliches Wasserzeichen eingesetzt. Als Format gibt es mp3 und zumeist höhere Bitraten.
www.akuma.de
Coop
War es nicht so, das zuerst nur die illegal waren, die Musik zur Verfügung stellten, und das Runterladen erst später illegal wurde? Odre gabs da mit Napster ne Sonderegelung?
Zitat:
Du musst unterscheiden welches Länderrecht gilt.
Napster war amerikanisch.Und Amerika hatte schon lange ein Digital Millennium Copyright Act (DMCA).Weswegen Napster Probleme mit z.B. der R.I.A.A. bekam.
Bis zum "ersten Korb" der Urheberrechtsreform 2003,galt in Deutschland,das der Downloader annehmen musste,das der Anbieter die Rechte zur Verbreitung hatte.
Und so war der Download zu der Zeit in Deutschland "legal".
M.f.G.
Seit gestern gibt es FL*TSTER.com und damit hat DRM und dieser ganze andre Einschränkungskäse ein Ende - es klingt gut, ist günstiger als alles, was es zur Zeit sonst gibt und ist auch noch legal....
Kann sich jeder nun selbst ein Bild von machen....
Grüße
RobertKoch
Zitat:
Warum müssen solche Hirnies wie du,Foren für unsinnige Werbung missbrauchen??
Soweit ich informiert bin,bekommste die Rechnung per E-Mail.
Damit du es begreifst,Werbung ist nicht kostenlos.
In dem Sinne:Putzkolonne,bitte aufräumen. :musikhoe:
M.f.G.
Diesen Artikel verlinken
Dieser Artikel steht unter einer Creative Commons-Lizenz.
nach oben






