Kolumne: Teurer Spaß Computerspiel
Hollywood-Mentalität
Es beginnt beim Netzteil, der Stromversorgung des PCs, die auf einmal nicht mehr ausreicht und gegen ein stärkeres Modell getauscht werden muss. Dann stellt sich heraus, dass der Prozessor die Grafikkarte ausbremst. Das veraltete Mainboard verhindert ein günstiges Aufrüsten, außerdem ist der Arbeitsspeicher unterdimensioniert. Was im Grunde aber gar keine Rolle spielt, da der bisherige sowieso nicht mehr auf die neue Hauptplatine passt. Mit allem Drum und Dran gehen dann flugs vierstellige Euro-Beträge über den Tresen. Und selbst dann ist keineswegs gewährleistet, einen leisen PC zu bekommen, der die Ohren nicht mit nervtötendem Staubsauger-Sound malträtiert.
Hollywood ist nicht die einzige Traumfabrik, die für bewegte Bilder astronomische Summen ausgibt. Ein modernes Computerspiel verschlingt schnell achtstellige Beträge, zum Teil werden damit sogar prominente Synchronsprecher verpflichtet. Bei einem bekannten Ego-Shooter ist sogar von 40 Millionen US-Dollar die Rede. Aktuelle amerikanische Filmproduktionen kosten durchaus das Doppelte bis Dreifache und gehen nach dem größten Ansturm der Kinobesucher in DVD-Form für maximal etwa 30 Euro über den Ladentisch, während Zocker für ein neues PC-Spiel mindestens zehn Euro tiefer in die Tasche greifen. Bei Konsolen-Games wird es noch teurer, weil die Entwickler zusätzlich noch Lizenzgebühren an die entsprechenden Hardware-Hersteller wie Microsoft, Nintendo oder Sony abtreten müssen.
Da ein gut gemachtes Computerspiel meist langfristiger fesselt als ein eineinhalb- bis zweistündiger Video-Film, den man spätestens nach dem fünften Durchlauf in- und auswendig kennt, sind die höheren Anschaffungskosten in gewisser Weise nachvollziehbar. Vor allem dann, wenn die Fangemeinde mit zusätzlichen Downloads, Patches und Multiplayer-Modi bei Laune gehalten wird. Neben kostenpflichtigem Bonus-Material vom Entwickler selbst gibt es auch besonders ambitionierte Fans, die ihre eigenen Kreationen als kostenlose Addons im Internet bereitstellen.

Brot oder Spiele
"Panem et circenses", Brot und Spiele, gilt bei dieser modernen Unterhaltungsform allenfalls bedingt. Denn die Eintrittskarte für gute PC-Games müssen sich viele mühsam vom Mund absparen. Zum Teil geht es zwar kaum unblutiger zu als bei den Gladiatorenkämpfen im römischen Kolosseum, doch damals waren die Spiele wenigstens kostenlos. Gut, das Volk wurde im Gegenzug mit hohen Steuern geschröpft, doch die gibt es heutzutage nach wie vor. Solange es genügend Menschen gibt, die den teuren Spaß mitmachen, wird sich daran nicht viel ändern. Schade wäre allerdings, wenn Computerspielen irgendwann zum überteuerten Luxusartikel verkommt.

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so ist es: ich habe mir die x 1900 xtx toxic von sapphire zugelegt, dafür hätte ich locker einen office-pc bekommen. das sieht in einem halben jahr natürlich ganz anders aus. was mich an der ganzen...
Wow,wenn ich diese Posts so lese,vor allem von Vosper,dann komme ich mir ja fast blöd vor mit meiner 7600gt.Aber naja man müsste den Leuten nur mal klarmachen,dass es nicht immer das Maximum beim Pc sein muss.Das...
Moin, sag mal in welchem Zeitalter lebst Du? Mag ja sein dass es ne 1900GT schon für unter 200 Euronen gibt, aber das ist doch schon lange keine "High-End-VGA" mehr, und aktuell schon gleich...
Zitat: Interessant finde ich die Frage, warum der PC immernoch beliebte Spieleplattform ist und bleibt. Konsolen sind in der Anschaffung ja günstiger und bieten eine garantie, dass die spiele...
Interessant finde ich die Frage, warum der PC immernoch beliebte Spieleplattform ist und bleibt. Konsolen sind in der Anschaffung ja günstiger und bieten eine garantie, dass die spiele laufen. Ist es der schnelle...