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15.09.2006
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AOL, MSN, ICQ und Yahoo im Portrait

Instant Messenger: Dienste und Clients der Netzwerke vorgestellt

Fabian Parusel

Anonymität und Rechte des Datenschutzes werden durch die Installation eines IMs freiwillig abgegeben. Jeder Buddy sieht, wann wer online ist und wie lange, und meist informieren die Nutzer auch noch darüber, was sie machen, wenn sie nicht am Rechner sitzen, der aber trotzdem eingeschaltet bleibt. Natürlich werden nur Vertraute in die eigene Buddyliste eingetragen, trotzdem wird ein Einblick ins Private gewährt, der noch zehn Jahre zuvor undenkbar gewesen wäre.

Die Grundfunktionen der Instant Messenger

Alle Instant Messenger dienen dem gleichen Zweck: Textnachrichten sollen unmittelbar und vor allem kostenlos durchs Netz auf einen anderen Rechner übertragen werden. Darüber hinaus wurde die Funktionalität der kleinen Texter ständig erweitert. Mittlerweile können innerhalb aller Netzwerke auch einzelne Dateien versendet und empfangen werden. Weiterhin bieten die einzelnen Netzbetreiber noch eigene Features, die nur im eigenen Netz zur Verfügung stehen.

Die Netzwerke im Portrait

Zunächst stellt netzwelt alle Netzwerke und ihre eigenen Clients separat vor und zeigt Vorteile und Nachteile. Als Erstes wird das bekannteste Messenger-Netzwerk ICQ unter die Lupe genommen.

Der Boss: ICQ

Der Name ist Programm: ICQ oder I seek you - Ich suche Dich. 1995 war ICQ der erste und einzige Instant Messenger und verbreitete sich dementsprechend schnell. Heute werden frühe ICQ-Nummern mit nur sechs Stellen sogar bei eBay gehandelt, momentan versucht sogar jemand, die Nummer 77742777 für einem Millionen Euro an den Mann oder die Frau zu bringen.

Die Möglichkeiten von ICQ wurden über die Jahre ständig erweitert. Mittlerweile ist auch eine Voice-Chat-Funktion dazugekommen, die es erlaubt, wie bei Walkie-Talkies Sprache über das Internet zu versenden. Auch Videochats sind auf diese Weise mit ICQ machbar. Seit der Version fünf gibt es auch einen VoIP-Internet-Telefonierdienst, der auch Verbindungen zu Festnetzanschlüssen ermöglicht. Das allerdings kostenpflichtig.

Auffällig an ICQ sind die Werbeeinblendungen. Sowohl im ICQ-Fenster selbst als auch in den einzelnen Chatfenstern sind auffällige Einblendungen zu sehen. Das mag nicht jeden stören, aber auf einem aufgeräumten Desktop wirkt ICQ 5.0 leicht wie ein Fremdkörper. Das wirkt sich auch auf den Verbrauch der Systemressourcen aus: Im normalen Betrieb sind es schon 15 Megabyte, jedes Chatfenster schlägt dann noch einmal rund drei Megabyte RAM-Verbrauch drauf.

ICQ-Fazit: ICQ bietet haufenweise Extras, im Gegenzug verschlingt das Programm aber geradezu Ressourcen. Wer auf die Extra-Features nicht verzichten kann oder will und sich nicht an der Kirmes-Optik stört, sollte ICQ behalten, allen anderen empfiehlt netzwelt den Blick zu einem Multi-Protokoll-Client.


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