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09.09.2006
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Ein Geschäftsmodell für die Kazaa-Generation?

Spiralfrog: Werbefinanzierte Musik-Downloads

Janko Röttgers

Die US-Firma Spiralfrog will ab Dezember kostenlos Musik der großen Plattenfirmen zum Download anbieten. Finanziert werden soll das Angebot über Werbung. Universal und der EMI-Musikverlag haben sich bereits auf eine Zusammenarbeit geeinigt. Doch wie wird Spiralfrog im Detail aussehen - und ist das Konzept wirklich zukunftsfähig?

Spiralfrog hat in den letzten Wochen für einige Wellen gesorgt. Als die Firma Ende August bekannt gab, mit der Unterstützung von Universal Musik verschenken zu wollen, ging ein Raunen durch die Musikbranche. Kostenlose, legale Musik? Könnte dies vielleicht die Lösung sein, um endlich die Millionen von Tauschbörsen-Nutzern zurückzugewinnen?

Spiralfrog-CEO Robin Kent lässt jedenfalls keinen Zweifel daran, dass er Bittorrent- und Kazaa-Nutzer als primäre Zielgruppe seines Angebot sieht. "Spiralfrog wird diesen Konsumenten einen besseren Dienst bieten als Piraten-Seiten", erklärte er anlässlich des Bündnisses mit Universal.

20 Minuten Werbung für ein Album

Die Details des Dienstes kommen erst langsam ans Tageslicht - wohl auch, weil sich die Firma noch mitten in den Verhandlungen mit den anderen großen Plattenfirmen befindet. Medienberichten zufolge will Spiralfrog offenbar Windows Media-Musikdownloads mit Kopierschutz anbieten, die sich auf einem PC und bis zu zwei Endgeräten wiedergeben lassen.

Nutzer müssen sich pro Song einen 90 Sekunden langen Werbeclip anschauen, um darauf kostenlos zugreifen zu können. Wer ein komplettes Album herunterladen will, muss dafür also im Durchschnitt knapp 20 Minuten Werbung erdulden.

Dazu kommt, dass die Songs automatisch nach einem Monat deaktiviert werden. Wer danach weiter darauf zugreifen will, muss sich die ganze Werbung noch einmal antun. Spiralfrog will alternativ auch die Möglichkeit bieten, die Songs nachträglich zu kaufen und damit auf die Werbung zu verzichten.

Immer mehr Werbung im Online-Musikmarkt

In den letzten Monaten haben bereits Napster und RealNetworks mit dem Betrieb werbefinanzierter Web-Plattformen begonnen. Der US-Fernsehsender ABC experimentiert zudem damit, seine Sendungen als werbefinanzierte Streams ins Netz zu stellen.

Napster, Real und ABC profitieren dabei von alt erprobten Werbemodellen. Nutzer haben sich schon lange an Bannerwerbung auf Webseiten gewöhnt, und Werbeunterbrechungen im Fernsehen sind ebenfalls nichts Neues. Unklar ist allerdings, ob sich Musikfans tatsächlich auf anderthalb Minuten lange Werbeclips pro Song einlassen werden.

Spiralfrog steht vor einem komplizierten Balanceakt: Die Firma braucht genug Werbung, um Lizenzen an die Musikindustrie zu bezahlen. Zu viel Werbung könnte jedoch dafür sorgen, dass die Nutzer ausbleiben - was wiederum den Werbepartnern nicht gefallen dürfte.

Dass ihr Geschäftsmodell riskant ist, wissen die Spiralfrog-Macher aus eigener Erfahrung. Unter dem Namen Musicloads versuchten sie sich bereits vor Jahren an der Kombination von Musik und Werbung. Mit der Ausnahme einige weniger Indie-Labels konnten sie damals jedoch niemanden für ihr Geschäftsmodell gewinnen. Die nächsten Monate werden zeigen, ob Spiralfrog dieses Mal mehr Glück hat.


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AgentCooper, am 09.09.2006 10:00

Zitat:

Nutzer müssen sich pro Song einen 90 Sekunden langen Werbeclip anschauen, um darauf kostenlos zugreifen zu können. Wer ein komplettes Album herunterladen will, muss dafür also im Durchschnitt knapp 20 Minuten Werbung erdulden.

Dazu kommt, dass die Songs automatisch nach einem Monat deaktiviert werden. Wer danach weiter darauf zugreifen will, muss sich die ganze Werbung noch einmal antun. Spiralfrog will alternativ auch die Möglichkeit bieten, die Songs nachträglich zu kaufen und damit auf die Werbung zu verzichten.

Also ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das jemand antut. Wer möchte denn 20 Minuten Werbung sehen, nur um ein Album zu haben und dies dann auch nur für 1 Monat?

Coop


Acidjunk, am 09.09.2006 11:43

hallo ,
ich finde das es doch egall ist, ob werbung, 90 sekunden, oder 20 minuten geht, da kann man eine rauchen oder woanders surfen.
haubtsache legall und keine strafen.


GreasySpoon, am 09.09.2006 12:03

hauptsache legal denke ich nicht. wer möchte sich schon gerne bevormunden lassen mit drm, zwangsbesuchen und werbung? dann zahle ich lieber und bekomme dafür mp3s ohne kopierschutz. oder ich kaufe mir die cd und erstelle mir mp3s.

geschenkt brauche ich keinen klotz am bein.


DJ Nameless, am 09.09.2006 23:42

Hallo,

wo ist das Problem? Analog kopieren ist doch noch legal. Einfach beim ersten Download mit Nero Wave Editor etc. analog ins MP3-Format umwandeln - fertig. Wenn's dazu noch kostenlos ist, sind die 90 Sekunden Werbung doch eh das kleinere Problem. Einem geschenkten Gaul guckt man nicht ins Maul. Und schneller als Kazaa oder Emule ist es sowieso.

DJ Nameless


Anonym, am 08.10.2006 22:20

oder noch besser: durch tunebite laufen lassen!
dann lassen sich die stücke auch noch nach einem monat anhören


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