Kostenlose Beta-Version jetzt auch für Windows
Professionelle Bildverwaltung: Adobe Lightroom im Porträt
Adobe Lightroom - Die kostenlose Beta-Version des umfangreichen Bildverwalters steht seit Ende Juli nun auch Windowsnutzern zur Verfügung. Die ebenso für Macintosh-Systeme erhältliche Software bietet professionellen Fotografen eine komfortable Lösung für das Management ihres digitalen Bildbestandes. Netzwelt hat sich die Betaversion von Lightroom einmal genauer angeschaut.
Inhaltsverzeichnis
- 1Adobe Lightroom - Die Bibliothek
- 2Adobe Lightroom - Die Bibliothek (Klick vergrößert)
- 3Adobe Lightroom - Der Entwicklungsbereich
- 4Adobe Lightroom - Der Entwicklungsbereich (Klick vergrößert)
- 5Adobe Lightroom - Präsentation und Druck
- 6Adobe Lightroom - Das Fazit
Inhalt
- Adobe Lightroom - Die Bibliothek
- Adobe Lightroom - Der Entwicklungsbereich
- Adobe Lightroom - Präsentation und Druck
- Adobe Lightroom - Das Fazit
Bildmanager oder Bildverwalter sind seit dem Durchbruch der digitalen Fotografie kaum mehr wegzudenken. Sie organisieren und archivieren den immer größer werdenden Bildbestand. Die Archivierung von Bildern in Alben und Fotomappen ist längst passé. Adobe Lightroom ist nun die Antwort auf Apples Aperture und Googles Picasa. Mit Lightroom können die Bilder direkt von der Kamera importiert und anschließend sortiert, bearbeitet und archiviert werden. Auf der Adobe-Homepage kann die Lightroom Public Beta 3 (14,3 Megabyte, Sprache: Englisch) nach einer kostenlosen Registrierung heruntergeladen werden. Voraussetzung ist ein Windows XP Service Pack 2, Pentium 4 Prozessor, 1024 x 768 Pixel Bildschirmauflösung und mindestens ein Gigabyte freier Festplattenspeicher. Im Folgenden wollen wir Ihnen die wichtigsten Anwendungen der äußerst umfangreichen Windows Beta-Version vorstellen.
Die Lightroom Programmoberfäche ist in vier große Bereiche aufgeteilt, die den gesamten Arbeitsablauf vom Import bis hin zum Druck abdecken. Nach jedem Start von Lightroom landet der Fotograf zunächst in der Bibliothek (Library). Die Bibliothek verwaltet, sortiert und organisiert den Fotobestand und Import. Der Entwicklungsbereich (Develop) dient der Bearbeitung der Fotos. Hier stehen dem Fotografen, im Gegensatz zu anderen Bildverwaltungsprogrammen, enorm viele Anwendungsmöglichkeiten zur Verfügung. In der Kategorie Slideshow lassen sich professionelle Diashows erstellen und die Print-Kategorie sorgt dafür, dass die Bilder schnell im richtigen Format und Layout gedruckt werden können.
Adobe Lightroom - Die Bibliothek
Die Bibliothek ist der am meisten genutzte und zugleich auch wichtigste Anwendungsbereich bei Lightroom. Alle Fotos werden nach dem Import in der Library gespeichert. Die Library-Oberfläche teilt sich wiederum in vier Teilbereiche auf. Das linke Panel beinhaltet Informationen zu den verschiedenen Ordnern und Kategorien in der Library selbst. Die Bilder landen nach dem Import zunächst alle in so genannten Shoots-Ordnern.
Adobe Lightroom - Die Bibliothek (Klick vergrößert)
Importiert man ganze Ordner von der Festplatte nach Lightroom, so behalten die Shoot-Ordner auch die ehemalige Ordnerbezeichnung. Der Fotograf hat allerdings die Möglichkeit, die Fotos in Auswahl-Ordner (Collections) zu kopieren. Besonders gelungene Exemplare lassen sich so schneller wieder finden. Zudem steht ein praktisches Ratingsystem zur Verfügung, wonach Bilder mit Sternen von eins bis fünf gewertet werden können. Fotos können somit nicht nur nach Schlüsselwörtern in den EXIF-Metadaten, sondern auch nach Höhe des Ratings gesucht werden.
In der Mitte der Bibliothek findet sich die große Fotoansicht. Die gespeicherten Fotos werden hier in unterschiedlichen Ansichten dargestellt. In der großen Übersichts- sowie Vergleichs- und Einzelansicht lassen sich die Aufnahmen betrachten. Klickt man auf ein ausgewähltes Foto, so werden im rechten Panel alle Fotoinformationen (EXIF-Metadaten) angezeigt. Darüberhinaus kann es im Schnellverfahren (Quick Develop) in seinen Grundzügen verändert werden.
Weißabgleich, Helligkeit, Kontrast und Sättigung können nach Wunsch schnell geändert werden. Das markierte Foto wird als verkleinerte Ansicht immer in der rechten oberen Ecke angezeigt. Mit der Maustaste lässt sich durch bestimmte Bereiche des Bildes navigieren. Am unteren Rand der Menüoberfläche findet sich ein Filmstreifen, der noch einmal alle Fotos des gewählten Ordners im Überblick präsentiert. Auch von dort aus können Fotos markiert und zur Bearbeitung herangezogen werden.
Adobe Lightroom - Der Entwicklungsbereich
Adobe hat Lightroom einen außerordentlich umfangreichen Bearbeitungsberich gegeben. Der große Bruder Adobe Photoshop lässt hier grüßen. "Develop" heißt das Modul, in dem zahlreiche Bildbearbeitungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Hierbei ist es wichtig zu erwähnen, dass alle Bearbeitungen, die bei Lightroom vorgenommen werden, nie das Original betreffen. Sollen Änderungen abschließend gespeichert werden, so muss die Bilddatei aus dem Programm exportiert werden (File>>Export).
Adobe Lightroom - Der Entwicklungsbereich (Klick vergrößert)
Auch das Bearbeitungsfeld teilt sich in große übersichtliche Bereiche auf. Das linke Panel beherbergt elf unterschiedliche Farbvoreinstellungen von Sepiaeffekt bis hin zu verschiedenen Tonkurven. Die Ergebnisse dieser Voreinstellungen werden per Mouseover in einem kleinen Preview-Fenster in der linken oberen Ecke angezeigt. In der Mitte liegt das große Bildfenster, welches auch in der praktischen Splitscreen-Ansicht dargestellt werden kann. So können die Veränderungen im Bild sofort wahrgenommen werden. Leider sind die Zoomfunktionen im Bildfenster nur unzureichend. Einen Regler für punktgenaue Lupenbetrachtung sucht man vergebens. Im oberen Bereich des rechten Panels befindet sich ein Histogramm, welches Auskunft über Farb- und Grauwerte sowie Kontrast und Helligkeit des Bildes wiedergibt. Darunter teilt sich ein großes Register in verschiedenen Bildbearbeitungsfelder auf.
Das Basic-Register steuert die Farbeinstellungen im Bild. Helligkeit, Kontrast und insbesondere ein automatischer Weißabgleich sind in diesem Bereich hervorzuheben. Auch die Tonkurve kann der Fotograf individuell festlegen. Ein nachträgliches Schärfen und Reduzieren von Farbsäumen stellt ebenso kein Problem dar. Weitere Bearbeitungsfelder sind beispielsweise ein Graustufenmixer und der HSL Color Tuner, womit sämtliche Farben hinsichtlich des Farbtons, Sättigung und Helligkeit einzeln verändert werden können. Mehr kann man von einem Bildverwaltungsprogramm an Bearbeitungsmöglichkeiten kaum verlangen. Für detaillierte Bearbeitungen und Retuschearbeiten muss dann allerdings doch Photoshop oder GIMP herhalten.
Adobe Lightroom - Präsentation und Druck
Mit dem Slideshow-Modul von Lightroom lassen sich komfortable Präsentationen erstellen. Fotos, die sich in der späteren Diashow wiederfinden sollen, werden einfach aus dem Filmstreifen heraus per Drag-and-Drop in das Bildfenster gezogen. Im linken Panel stehen mehrere Darstellungsvarianten zur Wahl. So können die Bilder neben dem Vollbildmodus auch als Widescreenfoto oder im gerandeten Format dargestellt werden. Auf Wunsch werden die EXIF-Daten oder eigenen Texte in die Präsentation mit eingefügt.
Der rechte Panel im Slideshow-Bereich bietet zahlreiche manuelle Einstellmöglichkeiten für die gewünschte Layoutgestaltung. Schlagschatten, Ränder, Overlays, Hintergrundgestaltung und Bildwechsel, all diese Optionen kann der Fotograf individuell festlegen. Über Play und Preview lässt sich die Präsentation begutachten, bevor Sie aus Lightroom exportiert wird.
Das für professionelle Fotografen wohl interessanteste Tool ist der Printbereich von Lightroom. Mit vorgefertigten Layoutvorlagen können in wenigen Schritten schnell und unkompliziert Kontaktabzüge angefertigt werden. Insgesamt sieben Templates vom Vollbild bis hin zum 5 x 8 Kontaktabzug stehen dazu zur Verfügung. Das Bildfenster zeigt eine Visualisierung des späteren A4-Drucks. An den Rändern sind Lineale (Einheit in Zoll und Zentimeter) angebracht, um eine genaue Position des Fotos festzulegen. Eine manuelle Positionierung der Bilder lässt sich über das Page Layout Tool im rechten Register bestimmen. Zeilenabstand, Zeilengröße und Seitenränder können millimetergenau festgelegt werden.
Adobe Lightroom - Das Fazit
Die kostenlose Adobe Lightroom Public Beta 3 ist mehr als nur ein Bildverwaltungsprogramm. Die Bezeichnung "Bildmanager" trifft es in diesem Falle präziser. Lightroom begleitet den professionellen Fotografen beim gesamten Arbeitsvorgang. Organisation, Verwaltung, Bearbeitung, Präsentation und Druck sind mit nur einem Programm durchzuführen und beschleunigt somit den Workflow. Insbesondere die Bildbearbeitungsmöglichkeiten von Lightroom überschreiten die Aufgaben eines schlichten Verwaltungsprogramms um ein Vielfaches. Lediglich die schwache Zoomfunktion und die etwas langsamen Ladezeiten trügen das ansonsten positive Gesamtbild. Wann und zu welchem Preis die finale Version von Lightroom zu erhalten ist, steht noch nicht fest.
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