Protokoll eines ehemaligen Premiere-Kunden
Verkehrte Netzwelt: Hilfe, ich habe ein Premiere-Abo, holt mich da raus!
"Herzlich Willkommen bei Premiere, aufgrund der vielen Telefonanfragen können wir Ihren Anruf zur Zeit leider nicht entgegen nehmen. Bitte versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt erneut." - Endlosschleife, und das 24 Stunden am Tag.
Die Bandansage der Servicehotline im Dauereinsatz. Ob morgens, mittags, abends oder in der tiefsten Nacht, immer wieder der gleiche Satz. Kein Durchkommen, zum verrückt werden. Und das seit Wochen, einfach unglaublich. Nach geschätzten fünfzig Versuchen aufgegeben. Die Frustration schwindet über in Depression. Man wird nachdenklich und fragt sich, ob man hier im falschen Film sei. Vielleicht haben die ja viel zu tun? Oder vielleicht hab ich einfach nur Pech, immer im falschen Moment anzurufen? Aber wer ruft schon nachts um drei bei Premiere an? Irgendwann kommt die Erkenntnis: Die wollen gar niemanden ans Telefon bekommen. Da sitzt gar keiner. Vielleicht bin ich ja nicht der einzige, dem es so geht?
Premiere-Kundenservice eine "Frechheit"
Ich bin es nicht. Eine kurze Internetrecherche erweist sich als aufschlussreich. "Unverschämt", "Verarschung" und "Frechheit" sind noch die nettesten Beschreibungen in den unterschiedlichsten Foren für die unzähligen unbeantworteten Serviceanfragen an Premiere. Die große Anzahl der unzufriedenen und enttäuschten Premiere-Kunden, man kann von mehreren Tausend ausgehen, teilt sich dabei in zwei Gruppen. Zum einen die Kunden, die seit der Umstrukturierung des Premiere-Programmpakets (Ab 1. August Paketpreise ab 9,99 Euro ) einen Vertragswechsel in die neue Angebotsstruktur anstreben. Zum anderen Abonnenten, die ihr Premiere-Vertragsverhältnis möglichst schnell und unkompliziert kündigen wollen.
Seitdem Premiere die Rechte an der Bundesliga an arena verloren hat und nun der Großteil der Abonnenten keinen Live-Fußball aus der höchsten deutschen Spielklasse beim Pay-TV Sender verfolgen kann, erreicht den Sender wohl eine gewaltige Kündigungswelle. Dabei berufen sich viele Kunden auf das Sonderkündigungsrecht.
Sonderkündigungsrecht für Abonnenten auf Bundesligaentzug?
Ich habe mich schlau gemacht - Bundesliga-Fans, die Premiere nicht über Kabel Deutschland empfangen, dürfen sich unter Umständen vorzeitig von ihrem Vertragsverhältnis lösen. Dazu müsse das vereinbarte Programmpaket wesentlich auf die Übertragung der Bundesliga ausgerichtet sein, sodass es für den Abonnenten nicht hinnehmbar ist, am Vertrag bis zum Ablauf der normalen Kündigungsfrist festzuhalten, so die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.
Und was ist jetzt mit den Kunden, die nur die Angebotsstruktur wechseln wollen? - Premiere sei durch den Wegfall der Bundesliga-Übertragung verpflichtet, den Abonnementvertrag preislich anzupassen und darf seit August 2006 keine Abo-Entgelte mehr in dem vereinbarten Umfang verlangen. Der Sender biete bislang den bisherigen Abonnenten von "Fußball live" oder "Premiere Sport" nur einen Wechsel in eine neue Angebotsstruktur an, so die Verbraucherzentrale weiter.
Suuuper, was soll ich jetzt machen? Ich habe zwei Optionen: 1. Kündigung per Einschreiben mit Berufung auf das Sonderkündigungsrecht. 2. Umstellung auf das neue Programmpaket und Champions League für zehn Euro im Monat schauen. Okay, sage ich mir als Fußball-Fan. Wenn ich schon keine Bundesliga mehr sehen kann, dann gönne ich mir doch wenigstens die Top-Spiele der internationalen Königsklasse.
Mach's gut, Ronaldinho
Ich wage also einen weiteren Versuch und wähle: 0180-511 00 00. Ronaldinho, Ballack, und Henry zaubern mit dem runden Leder schon vor meinem geistigen Auge. Plötzlich eine altbekannte Stimme: "Herzlich Willkommen bei Premiere, aufgrund der vielen Telefonanfragen können wir Ihren Anruf zur Zeit leider nicht entgegen nehmen. Bitte versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt erneut." - Ich habe meine Meinung noch nie so schnell geändert. Das Kündigungsschreiben landete noch am nächsten Tag in der Post. Antwort bis heute: keine.
Links zum Thema
- Bundesliga: Arena und Premiere einigen sich auf Pay-TV-Vertrag
- Arena: Bundesliga-Live für nur 9,90 Euro im Monat
- Arena: Einigung mit Kabel BW
- Bundesliga im Pay-TV: Wie kommt der Fußball ins Wohnzimmer?
- Arena: Mehr als nur Fußball
- Bundesliga kostenlos übers Internet

Zitat: Soviel zum Thema Pay-TV in Deutschland. Genauso wie Arena 2009/2010 die BuLi verlieren wird, wird es Premiere in 2 Jahren nicht mehr geben. Dein Wort...
Ein nettes Hallo an alle, auch ich hatte ein Premiere ABO "Sport + Fußball" zum Preis von 34,90. Da Premiere die BuLi-Rechte nicht mehr bekam, machte ich von meinem ...
Muss mich jetzt auch mal einklinken in die Diskussion hier. Also ich habe seit 3 Jahren ein Prem-Abo. Fast durchgehend das Komplett-Paket. Da mir der Spaß jetzt doch ein wenig fett geworden ist (40...
Ich habe mehrere Jahre Premiere genutzt (besonders wegen SciFi und Discovery). Ich habe mich immer an den schriftlichen Weg und rechtzeitig an die Kündigungsfristen gehalten. Bei einem Rückruf von Premiere (um mich...
Wenn ich bei Premiere anrufe komme ich immer sofort durch und werde nicht nur mit meinem Namen begrüßt, eine freundliche Blondine stellt mir auch noch einen Kaffee hin und fängt an mir die Schultern zu...