Alte und neue Schinken als E-Books
Internet & Netzwelt: Kostenlose Bücher bei Google & Co.
Google hat Ende August damit begonnen, Literatur-Klassiker als kostenlose PDF-Downloads ins Netz zu stellen. Die Suchmaschine ist jedoch nicht die einzige Quelle für geizige Bücherwürmer. Auch Projekt Gutenberg und das Internet Archive bieten zahllose E-Books für umsonst an.
Als Google vor rund zwei Jahren ankündigte, Millionen von Büchern digitalisieren zu wollen, sorgte dies für Aufruhr in der Verlagsbranche. Buchverleger sprachen von Enteignung und regten sich darüber auf, dass Google die Regeln des geltenden Urheberrechts auf den Kopf stellen wolle. Anstatt bei jedem einzelnen Verlag um Erlaubnis zu fragen, wollte Google einfach loslegen. Wer seine Bücher nicht im Google-Index haben wolle, könne ja später immer noch Bescheid sagen, so die Logik des Suchmaschinen-Konzerns.
Vollig unumstritten und rechtlich unproblematisch ist dagegen ein Schritt, mit dem Google jetzt seinen Bücher-Katalog aufgewertet hat. Seit Ende August lassen sich unter Books.Google.com und auch dem deutschen Pendant Books.Google.de eine ganze Reihe von Klassikern im PDF-Format herunterladen. Möglich wird dies, da die Urheberrechte von Büchern nur bis zu 70 Jahre nach dem Tod des Autors gelten.
"Sorgfältig gescannt"
Google hat die Bücher von Universitätsbibliotheken in den USA zur Verfügung gestellt bekommen. Eine ganze Reihe dieser Titel sind auch auf Deutsch erhältlich. Den PDFs wurde eine ausführliche Erklärung vorangestellt, in der es in leicht holprigem Deutsch unter anderem heißt:
"Dies ist ein digitales Exemplar eines Buches, das seit Generationen in den Regalen der Bibliotheken aufbewahrt wurde, bevor es von Google im Rahmen eines Projekts, mit dem die Bücher dieser Welt online verfügbar gemacht werden sollen, sorgfältig gescannt wurde."
Die herunterladbaren Titel lassen sich bei Google Books am einfachsten finden, indem man nach "Büchern mit Vollansicht" sucht. Einen Katalog für die Titel oder eine gezielte Suche nach PDFs gibt es leider bisher nicht. Doch wer ein bisschen fahndet, kann unter anderem Klassiker von Goethe, Heine, Schiller und ähnlichen deutschen Denkern finden. Wer eher auf leichtere Kost steht, kann sich stattdessen an Tom Sawyer oder Grimms Märchen versuchen.
Kostenlose Bücher ganz ohne Staub
Klingt nicht gerade hip? Tja, so ist das eben mit Autoren, die seit mindestens 70 Jahren tot sind. Auch beim Projekt Gutenberg setzt man auf Klassiker - und auf die Hilfe ehrenamtlicher Korrekturleser.
Zum Glück gibt's im Netz auch eine ganze Reihe von Büchern, die noch nicht ganz so viel geschichtlichen Staub angesetzt haben. Wer sich nicht vor der englischen Sprache fürchtet, findet beispielsweise auf den Servern des Internet-Archivs so manch einen Schatz. So lassen sich dort eine Geschichte des PCs und Anleitungen für angehende Hacker herunterladen.
Schließlich haben mittlerweile eine ganze Reihe von Verlagen und Autoren damit begonnen, ihre Bücher als kostenlose PDFs im Netz zu verbreiten. Einen guten Einstieg in die Welt dieser modernen E-Books findet sich in unserem Artikel: Kostenlose eBooks: Lesestoff satt

In keinem Land ist Musikpiraterie so weit verbreitet wie in China. Der internationale Verband der Musikindustrie (IFPI) vermutet, dass weniger als ein Prozent aller Musikdownloads auf legalem Wege heruntergeladen wird. Dem soll nun über eine Kooperation von Google und dem chinesischen Online-Musikportal Top100.cn entgegengewirkt werden.
Das Angebot an kostenloser Literatur im Internet wächst. Allein Google Books stellt inzwischen über eine Million Bücher im PDF- und ePub-Format zum Download bereit. Dank "Stanza Desktop" lassen sich die Werke auch auf Rechnern mit Windows- und Mac OSX-Systemen betrachten. Das Programm arbeitet mit zahlreichen E-Book-Formaten zusammen und zeigt den Lesestoff bei Bedarf auch auf iPhone oder iPod Touch an.
Das "Google Book Settlement" wurde vom zuständigen amerikanischen Richter abgelehnt. Google sollte dadurch die Erlaubnis erhalten Bücher zu digitalisieren - ohne für jedes Buch eine Genehmigung des Rechteinhabers einzuholen.
Netzwelt-Autor Mehmet Toprak ärgert sich im Kommentar über Google. Der Suchmaschinen-Betreiber hat seiner Meinung nach mit Google Books eine große Chance vertan.
Bob Ferry ist ein amerikanischer Mechaniker, der in seiner Freizeit Oldtimer nachbaut. Für sein neuestes Auto hat er Google Books zur Hilfe genommen und aus über 100 Büchern Informationen zusammengetragen.
Großauftrag für Google: Der Suchmaschinenriese soll für die British Library 250.000 Bücher digitalisieren. Die Werke besitzen kein Urheberrecht und stammen aus den Jahren 1700 bis 1870.
Michael Stern Hart ist am Dienstag in seinem Haus in Illinios verstorben. Hart war der Gründer der E-Book-Plattform Project Gutenberg. Er ermöglichte durch seine Idee die Bereitstellung von inzwischen über 36.000 Büchern online.




