Ein Gigabyte für umsonst

MP3-Downloads: MP3Tunes bietet kostenlosen Online-Musikspeicher

Der neue Online-Musikdienst des MP3.com-Gründers Michael Robertson hat seine Nutzungspreise komplett überarbeitet. Nutzer bekommen ab sofort ein Gigabyte Speicherplatz für ihre Musik kostenlos. Wer zwei Gigabyte will, zahlt dafür 20 Dollar pro Jahr.

Michael Robertson ist kein Mann der kleinen Gesten. Der Gründer und ehemalige Chef der Musik-Webseite MP3.com hat es schon immer verstanden, seine Unternehmen gut zu verkaufen. Den jüngsten Beweis dieser Fähigkeit erbrachte er diese Woche, als er die neue Preisstruktur des Online-Musikspeichers MP3Tunes.com ankündigte.

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Zehntausende von Nutzern hätten sich bereits seit dem Start bei MP3Tunes.com angemeldet, so Robertson. Die Gesamtmenge der auf seinen Servern abgespeicherten Musik liegt demnach über 100 Terabyte. "Damit sind wir der größte Musik-Speicher der Welt", so seine wenig bescheidene Schätzung.

Robertson will diesen PR-trächtigen Rekord offenbar noch weiter ausbauen. "Für den Anfang ist das ganz gut, aber es ist immer noch nur ein kleiner Teil der Musik der Welt." Um jetzt auch Zugriff auf den Rest zu haben, bietet Robertson Nutzern ein kostenloses Einsteigerpaket an. Für 20 Dollar pro Jahr gibt es mehr Speicher. Wer 40 Dollar zahlt, bekommt sogar unbegrenzt Platz auf den MP3Tunes-Servern.

Bis zu drei PCs synchronisieren

Teil dieses Pakets ist ein Gigabyte Speicherplatz auf den MP3Tunes-Servern, mit dem theoretisch bis zu 1.000 Songs abgespeichert werden können. In der Praxis dürfte die Zahl der Songs je nach Länge, Dateiformat und Kodierungsrate jedoch eher bei 200 bis 300 liegen. Diese können dann beliebig oft als Stream von jedem PC und einer Reihe von mobilen Endgeräten aus abgerufen werden.

MP3Tunes bietet zudem die Synchronisierung der eigenen Musiksammlung über mehrere Endgeräte hinweg an. Wer die MP3s seines Büro-PCs auf den Heim-Computer übertragen will, kann dazu die integrierte Sync-Funktion nutzen. Kostenlose Accounts begrenzen die Synchronisierungs-Funktion allerdings auf drei PCs.

Die Plattform bietet Nutzern bereits seit dem Start im vergangenen Dezember die Möglichkeit, Musik von anderen Webseiten direkt ohne Download in den persönlichen Musikspeicher zu übertragen - ein Feature, das Robertsons Team Sideload getauft hat. MP3Tunes bietet dazu mit Sideload.com extra eine Datenbank von Songs auf anderen Web-Servern an.

Das Endziel: Musik ohne DRM

Im Umgang mit kopiergeschützten Songs müssen MP3Tunes-Nutzer allerdings auf einige Features verzichten. So können die Titel nicht per Stream abgespielt werden. Robertson hat trotz anders lautender Gerüchte auch nicht vor, diese Beschränkungen auszuhebeln.

Stattdessen will er Musikfans und Firmen die Vorzüge ungeschützter Musikformate demonstrieren. Robertson dazu: "Meine Strategie ist, Hersteller mit einer großen Zahl von Musikspeichern davon zu überzeugen, Geräte zu bauen, die offene Systeme unterstützen."

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