Prominenz auf dem Schlachtfeld
Kurztest: Civilization IV Warlords
Kämpferisch geht es zu in der Expansion des preisgekrönten Strategiespiels. Civ4-Debütanten wie Wikinger, Katharger und Kelten wetzen rundenweise die Messer.

Der Titel ist Programm. In "Warlords" geben sich historische Kriegsgrößen die Ehre. Um solche Persönlichkeiten, große Generäle genannt, zu erzeugen, müssen reguläre Einheiten im Felde Erfahrungspunkte sammeln. Sobald ein Heerführer das Licht der Welt erblickt hat, bieten sich mehrere Möglichkeiten: Einem regulären Verband zur Seite gestellt, kann der prominente Anführer die Kampfkraft der ihm zugewiesenen Einheiten merklich steigern.
Sun Tzu, Jeanne d'Arc, Rommel und Co. sind jedoch nicht unkaputtbar. Umsichtige Strategen ziehen deshalb eine andere Option. Da große Generäle ebenso mit Spezialfähigkeiten ausgestattet sind wie große Persönlichkeiten, wird deren Niederlassung in Städten mit einzigartigen Bauoptionen oder dauerhaften Boni belohnt.
Herrscher und Beherrschte
Für den Einzelspielermodus wälzten die Entwickler eifrig Geschichtsbücher. In acht neuen Szenarien nimmt der Spieler am Aufstieg Roms teil, geht mit den Wikingern auf Diebestour oder kommandiert die Reiterhorden des Dschingis Khan. Anstatt wie andere Zivilisationen Städte zu gründen, streifen die Mongolen mit mobilen Basen umher.
Mit dem Vasallentum wird ein neues diplomatisches Instrument eingeführt. Ein Vasallenstaat gewährt einer Schutzmacht nicht nur freies Durchreiserecht und Heilmöglichkeiten für angeschlagene Kämpfer, der Hegemon darf sich außerdem an den Ressourcen seines Vasallen gütlich tun. Ein Vasallenstaat gerät nicht nur durch Kapitulation in die Abhängigkeit. Zu Friedenszeiten darf sich eine Zivilisation einer anderen auch freiwillig unterordnen. Allerdings muss der "große Bruder" den Feudalismus erforscht haben. Anders als nach einer Kapitulation können zwanglose Unterwerfungen nach zehn Runden rückgängig gemacht werden.
Fazit: Das gute Addon sorgt für noch mehr strategische Tiefe. Wer nur an der Oberfläche des Stammspiels kratzt oder lieber friedlich punktet, kann sich das Rendezvous mit den "Warlords" allerdings sparen.
