Das halbe Internet auf dem WLAN-Handy

Schnurlos und doch gebunden

E-Mails können entweder manuell oder automatisch in Abständen von mehr als zehn Minuten abgerufen werden. Der elektronische Schriftverkehr lässt sich ohne eingeschalteten Computer allerdings nur bewältigen, wenn es sich um reine Textnachrichten handelt: E-Mails werden nur bis zu einer Größe von maximal 99 Kilobyte angenommen. Das reicht zwar für eine ganze Menge Text, größere Anhänge verbleiben dagegen auf dem POP3-Server des Postfachs. Das Schreiben von E-Mails und Instant Messages sollte Handynutzern dank T9-Texteingabe keine Schwierigkeiten bereiten, doch für längere Nachrichten wird manch einer doch lieber auf den Computer zurückgreifen.

Sinnvolles und Spielzeug

Das SL75 bietet unter anderem eine Freisprecheinrichtung und ein Adressbuch mit 200 Einträgen. Darin lassen sich neben mehreren Rufnummern pro Eintrag auch Anschrift, Geburtstag, E-Mail-Adresse und Messenger-Name speichern. Außerdem können Sprachbefehle gespeichert werden, mit denen das Telefon auf Zuruf wählen kann. Wem die Eingabe sämtlicher Kontakte zu mühselig ist, kann auf das mitgelieferte Programm Phone Book Manager zurückgreifen, das Kontakte aus Outlook-Adressdatenbanken in das Telefon einspeist. Das Programm eröffnet darüber hinaus eine Schnittstelle, mit der das SL75 als Fernbedienung für Musik- oder Video-Player auf dem PC benutzt werden kann.

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Hersteller Siemens ist aber noch nicht fertig. Ein Webbrowser befindet sich angeblich in der Entwicklung - ein sinnvolles Tool, das das Leistungsspektrum des SL75 abrunden würde. In die Kategorie Spielzeug fällt dagegen die integrierte Kamera, die mit einer Auflösung von 352 x 288 Pixeln nicht einmal dem kleinsten PC-Bildschirmstandard gerecht wird. Auch in Sachen Abbildung punktet die Kamera nicht: Gerade Linien werden im Randbereich zu langgezogenen Kurven. Als Webcam für die Wohnungsüberwachung wäre die Kamera allerdings brauchbar, leider lässt sie sich von außen nicht ansteuern.

War da noch was? Tatsächlich - telefonieren kann man mit dem WLAN-Telefon aus der Gigaset-Reihe auch. An Gesprächsqualität und Verbindungsaufbau gibt es eigentlich nichts auszusetzen, so lange man sich in der Nähe der WLAN-Station bewegt. Der zumutbare Sektor ist allerdings sehr eng gesteckt, schon bei einem Abstand von zwei Stockwerken kapituliert die Verbindung meistens - obwohl das WLAN-Notebook diese Entfernung noch gut wegsteckt. In der heimischen Wohnung kam das Notebook mit zwölf Prozent der Sendeleistung des Routers aus, dem SL75 WLAN waren dagegen 100 Prozent gerade gut genug.

Fazit: Nur der Browser fehlt

Die eigene (SIP-)Festnetz-Nummer, E-Mail-Client und Messenger auf die Arbeit oder zu Freunden mitzunehmen hat durchaus etwas für sich. Auch daheim auf der Couch ist das SL75 WLAN eine nette Alternative zum Notebook, wenn es um das Erledigen der elektronischen Korrespondenz geht. Getrübt wird der Eindruck nur durch die recht beschränkte Reichweite und durch den hoffentlich nicht mehr allzu lange abwesenden Browser. Der würde den Anschaffungspreis von rund 180 Euro als finale Instanz rechtfertigen.

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Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir folgende redaktionelle Übersichten erstellt: Browser & Mailer und Internettelefonie.

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