Das halbe Internet auf dem WLAN-Handy
Ladebalken auf dem Telefon
Kleiner Stromfresser
Zum Nachtanken des Telefons liefert Siemens eine Ladeschale mit. Dank einheitlichem Stecker und gleichen Leistungsdaten des Netzteils lassen sich jedoch auch die Ladegeräte einiger Handymodelle wie C55 und M65 verwenden. Ein bis zum Rand mit Elektronen bestückter Akku soll laut Hersteller 50 Stunden Standby- und vier Stunden Gesprächszeit leisten. Dem Betriebszeiten-Vergleich mit schnurlosen DECT-Telefonen hält das WLAN-Telefon nicht stand - dafür ist die Funktechnologie zu leistungsintensiv. Deshalb verbringt das SL75 am besten jede Nacht in der Ladeschale.
Rund 40 Sekunden benötigt die Linux-Firmware des SL75 beim Start, bis das Gerät betriebsbereit ist. Doch was beim ersten Anblick noch ganz witzig sein mag, verliert schnell den Reiz, denn den Ladebalken bekommt man bis zum Abschluss der Konfiguration viel zu oft zu sehen. Außerdem ist bei jedem Ortswechsel ein Neustart fällig, wenn eines der insgesamt 16 konfigurierbaren WLAN-Verbindungsprofile aktiviert werden muss.
Die Installation gestaltet sich recht mühsam: Über das Display sind zwar Einstellungen für die WLAN-Anmeldung abrufbar, jedoch funktionierte dies im Testbetrieb nicht bei gesicherten Wireless-Netzwerken. So musste erst einmal die Verschlüsselung ausgeschaltet werden, um das SL75 über den Web-Konfigurator vom PC aus mit WEP- oder WPA-Netzwerkschlüssel zu füttern. Diese Methode ist weder sicher noch komfortabel; aber besonders nervig, wenn man sie zu Hause, im Büro, bei Bekannten und sonst überall, wo man erreichbar sein möchte, wiederholen muss.
Da der Weg ins Browser-Menü sowieso erforderlich ist, lohnt es sich, sämtliche Einstellungen direkt dort vorzunehmen. So lassen sich die Accounts für SIP-Telefonie, E-Mail und Jabber-Messenger komfortabel einrichten. Weitere WLAN-Profile können erstellt und - was über das Telefon selbst nicht möglich ist - verwaltet sowie gelöscht werden. Sinnvoll ist auch die Vergabe eines Benutzer- oder mindestens eines Administratorpassworts.
Schreib mal wieder
Sobald das SL75 erfolgreich konfiguriert ist, stellt sich langsam der Spaßfaktor ein. Wer mit einem graphischen Handy-Menü zurecht kommt, hat auch keine Probleme mit der Bedienung des SL75. Sämtliche Funktionen sind dort zu finden, wo man sie erwartet. Ein Dateimanager bietet den nötigen Überblick über Bilder, Sounds und Animationen, die in dem einen Megabyte großen Speicher Platz finden. Ihren Weg in das SL75 finden Hintergrundbilder oder polyphone Klingeltöne entweder per E-Mail oder über die Upload-Funktion des Web-Konfigurators.
Gigaset SL75 WLAN
Der verspiegelte Lautsprecher erleichtert Selbstporträts mit der integrierten Kamera.
Das Gigaset SL75 WLAN tankt auf. Alternativ lassen sich auch manche Handy-Ladegeräte anschließen, obwohl Siemens das nicht empfiehlt.
E-Mail statt SMS: Dank T9-Texteingabe ist kaum ein Unterschied festzustellen.
Große Tasten, gute Druckpunkte, bernsteinfarbene Beleuchtung - die Tastatur gefällt.
... nicht mehr als ein Spielzeug. Das Bild zeigt eine Aufnahme des SL75 WLAN (Originalauflösung: 288x352).
Das Menü ist den meisten DECT-Telefonen voraus und ähnelt dem eines Handys.
Weitere Informationen
Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir folgende redaktionelle Übersichten erstellt: Browser & Mailer und Internettelefonie.
