Mit der Kamera Dokumente digitalisieren
Fototipp: Fotografieren statt scannen
Digitalkamera
Das Zoom der Kamera wird nun noch etwas in Telestellung gebracht. Dazu ein wenig hineinzommen, sodass der Bildausschnitt fast nur das Dokument erfasst bei etwa einem Meter Abstand. Oft wird auch die aktuelle Stellung des Zooms im Display angezeigt. Eine zweifache Vergrößerung ist dann ein guter Mittelwert. Das Zoomen macht die Weiterverarbeitung einfacher und behebt eine Problematik vieler Kompakt-Digitalkameras, die Verzeichnung des Objektivs.
Die Optik einer Kamera bildet gerade im Weitwinkelbereich die Wirklichkeit verzerrt ab. Es gibt tonnenförmige Verzerrungen, hier wirkt das Bild aufgeblasen, und kissenförmige Verzerrungen, bei der das Bild in die Mitte hinein zu fallen scheint. Diese Abbildungsfehler des Objektivs werden als Verzeichnung bezeichnet. Je nach Kamera und verbautem Objektiv fällt die Verzeichnung stärker oder schwächer aus. Eine leichte Telestellung der Zoomoptik kann die Verzeichnung verringern oder sie sogar ganz vermeiden.
(Klicken für Großbild) Das animierte Bild zeigt ein in Weitwinkelstellung aufgenommenes und ein in leichter Telestellung gemachtes Foto. Deutlich ist die tonnenförmige Verzeichnung des Weitwinkelbildes an den beiden orangen Hilfslinien zu sehen. Das verzeichnete Bild wirkt von der Mitte heraus aufgeblasen.
Das Foto ist gemacht, alle Buchstaben sind scharf und der Text ist wunderbar zu lesen. Jedoch war das Blatt Papier in Wirklichkeit weiß, oder? Keine Sorge, das war nicht der Fehler des Fotografen. Die Digitalkamera, genauer gesagt die Belichtungsmessung der Kamera, hat ein Problem mit Motiven, die überwiegend weiß oder aber auch überwiegend schwarz sind. Bei hohem Weißanteil im Bild liegt die Belichtungsautomatik einer Digitalkamera oft daneben. Das Foto wird in der Regel zu dunkel. Hier ist der Fotograf gefordert, der an der Kamera über die manuelle Belichtungskorrektur die Belichtung beeinflusst. Bei hohem Weißanteil ist eine positive und bei hohem Schwarzanteil eine negative Belichtungskorrektur notwendig.
EV oder ein Symbol mit einem kleinen Plus- und Minuszeichen kennzeichnen die Taste für die Belichtungskorrektur. Manchmal findet sich die Korrektur auch erst im Einstellungsmenü der Kamera. Eine Erhöhung des EV-Werts um zwei Stufen zum Beispiel bringt ein um zwei Belichtungstufen überbelichtetes Bild. EV steht für exposure value, auf deutsch Belichtungswert.
(Klick für Großbild) Links ist das Foto ohne Belichtungskorrektur zu sehen. Das Bild ist deutlich unterbelichtet, die Belichtungsmessung der Kamera wurde von dem hohen Weißanteil im Bild in die Irre geführt. Rechts wurde das gleiche Dokument mit einer Korrektur von +2 Belichtungsstufen fotografiert. Der Unterschied in der Helligkeit ist deutlich zu sehen.
Jetzt liegt das Dokument als Bild vor und kann den Weg in die digitale Weiterverarbeitung antreten. Grafiken, Fotos, Tabellen und Texte lassen sich auf diese Art und Weise überraschend gut digitalisieren. Der große Vorteil dieser Methode liegt darin, dass die Digitalkamera fast überall hin mitgenommen werden kann. Folglich können auch fast überall Dokumente schnell und einfach kopiert werden.
Links zum Artikel
- Digitalkamera-Technik: Blende und Belichtung
- Digitalkamera-Technik: Die Lichtempfindlichkeit
- Fototipp: Kleines ganz groß - Makrofotografie
- Fototipp: Mit der Belichtung spielen
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