Test: Anti-Spiegel-Folie und Blickschutz für Notebooks
Schminkspiegel ade
Eines vorweg: Gerade beim Display, dem wohl wichtigsten Teil eines Notebooks, finden wir es vollkommen unsinnig, die Lesbarkeit für ein Hochglanz-Image aufs Spiel zu setzen. Dass überhaupt eine Folie gegen störende Reflexionen entwickelt werden musste, zeugt einerseits zwar von der Kreativität des Produzenten, ist andererseits aber auch ein Armutszeugnis für die meisten Notebook-Hersteller. Jedoch ist das uns vorliegende Samsung-Modell nur eines von vielen schlechten Beispielen, auch andere namhafte Hersteller wie Acer, Alienware, Asus, Dell, HP, Sony und Toshiba mischen beim fragwürdigen Modetrend fleißig mit.
Auf der beschichteten Seite gilt es erst einmal ein ästhetisches Ärgernis zu beseitigen und bei der Gelegenheit gleich eines der Werbeversprechen von 3M auf seinen Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Durch den Einbau ist die Folie mit einer unschönen Patina aus Fingerabdrücken überzogen, was die öl- und wasserabweisende Oberfläche eigentlich vor keine Probleme stellen dürfte. Und tatsächlich: Ein paar Wischbewegungen mit dem Brillenputztuch später erstrahlt die Folie wieder im alten Glanz.
Wörtlich ist diese Metapher allerdings nicht zu nehmen, denn die beklebte Hälfte glänzt genau dadurch, dass sie nicht glänzt. Wie versprochen führt die Kombination aus matter und entspiegelter Schicht zu einem dratisch entschärften Spiegel-Verhalten. Auf den ersten Blick leidet die Bildqualität kaum, bei genauerem Hinsehen kommen jedoch deutliche Unterschiede zum Vorschein.

Notebook-Display ohne (links) und mit (rechts)
3M Vikuiti ARMR200, Klick vergrößert
Nebenwirkungen, aber weniger Risiken
Je nach Sichtwinkel und unter bestimmten Lichtverhältnissen mischt sich eine leicht violette Färbung ins Blickfeld. Bei einem Fenster im Rücken wird dieser Effekt besonders deutlich, er stört die Lesbarkeit aber erheblich weniger als ein spiegelndes Display. Unter dem Einsatz der etwas dunkleren Folie leiden Farbwiedergabe und Helligkeit in noch vertretbarem Maße.
Zum einen wirken Farbe sowie Schwarz und Weiß nicht mehr ganz so strahlend und sichtbar matter als zuvor, wobei Letzteres natürlich auch dem Sinne des Erfinders entspricht. Andererseits entwickelt die behandelte Oberfläche ein leicht kristallines Glänzen, wie es manche von ihren Flachbildschirmen kennen dürften. Zudem geht die fein strukturierte Folie mit einer gewissen Grobkörnigkeit einher, die vorher nicht bestand.
Beim Härtetest mit dem Brieföffner erweist sich die beklebte Display-Hälfte als überaus widerstandsfähig. Wir müssen schon viel Druck aufwenden, um überhaupt Kratzer zu erzeugen, die jedoch nur bei ungünstigem Lichteinfall sichtbar sind. Bei mehrmaligem Benutzen desselben Putztuchs wird es zunehmend schwieriger, die Bildfläche zu reinigen, ohne dass Schlieren oder Streifen zurückbleiben. Dafür bleiben nach dem Abziehen der Folie keinerlei Rückstände übrig.

Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 19 Beiträge
Ich kenne solche Folien seit ein paar Jahren. Wir benutzen die in der Firma aber nur zum SCHUTZ der touchscreens, die auf der Baustelle extrem beansprucht werden. Auf der Baustelle kommen öfter mal kleine Sandkörner...
Ich hatte berufsbedingt ganz bestimmte Ansprüche an ein Notebook, die bei einer Preisgrenze < 1500 kaum zu kriegen waren. Daher war ich gezwungen, ein Notebook mit spiegelndem Display zu nehmen! Und wenn ich...
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ich finde es echt super das sowas mal erfunden und gleich getestet wird, daumen hoch an die netzwelt nur ist meine frage jetzt: wo kann ich die Anit-Spiegel-Folie kaufen?
Diese Spiegeldisplays sind in dunklen Räumen toll - doch wer viel mobil ist und sich seinen Arbeitsplatz nicht unbedingt aussuchen kann, z.B. im Zug arbeitet oder an der Uni den Platz nehmen muss der übrig ist, der...