Quality of Service, Zugangs-Beschränkungen und virtuelle Netzwerke
Mit Linux zum Traum-Router, Teil 3: Firmware-Tricks
Linux-Firmware-Systeme wie DD-WRT machen es möglich, einen 60-Euro-Router in ein Profi-Werkzeug zu verwandeln. Im dritten Teil unserer Serie zeigen wir anhand des Linksys WRT54GL, welche Wunderdinge mit Open Source möglich sind.
Inhaltsverzeichnis
- 1Quality of Service
- 2Zugangs-Beschränkungen
- 3Virtuelle Netzwerke
- 4Fazit
Bandbreite gibt es nie genug. Selbst der schnellste DSL-Zugang ist früher oder später ausgelastet, sobald die gesamte Wohngemeinschaft Bittorrent und Radio-Streams nutzt. Besonders schmerzlich kann das sein, wenn man per Voice over IP telefonieren will, während die Bittorrent-Clients der Mitbewohner den Netzzugang verstopfen.
Quality of Service
Die Lösung für derartige Engpässe lautet Quality of Service (QoS). Hinter diesem Begriff verbirgt sich die Idee, einigen Anwendungen eine höhere Priorität zu geben als anderen. Kommerzielle QoS-fähige Router für Firmennetzwerke kosten in der Regel mehrere hundert Dollar. DD-WRT macht es möglich, die Technik auch mit einem 60-Euro-Router zu nutzen.
Die nötigen Einstellungen finden sich innerhalb der DD-.WRT-Firmware unter dem Menüpunkt "Applications & Gaming - QoS". Zuerst einmal muss QoS dort per "Enable" aktiviert werden. In die Uplink- und Downlink-Felder wird nun 85 Prozent der vom Provider zur Verfügung gestellten Bandbreite eingetragen. Wer einen T-DSL-2000-Anschluss mit 384 kbps Upstream besitzt, trägt dort 326 kbps für den "Uplink" und 1740 kbps für den "Downlink" ein. Wie schnell der eigene Anschluss tatsächlich ist, kann vorher ganz einfach mit dem netzwelt-Speedtest ausprobiert werden.
Diese Werte werden anschließend abgespeichert - und schon kann das Optimieren der einzelnen Anwendungen beginnen. P2P-Applikationen wie Bittorrent oder Fasttrack (Kazaa) bekommen mit "Bulk" die niedrigste Priorität zugewiesen. Skype kann man dagegen schon einmal ein "Premium" gönnen - ebenso Online-Spielen, die auf kurze Ping-Zeiten angewiesen sind. Leidenschaftliche Spieler können sich die Konfiguration im Detail sparen, indem sie einfach "Optimize for Gaming" anklicken.
Fehlt eine Anwendung in der DD-WRT-Liste? Kein Problem: Über "Add / Edit Service" lassen sich problemlos eigene Protokolle hinzufügen. Wer will, kann zudem WG-Diktator spielen und seinen Mitbewohnern ganz pauschal über die IP-Adresse oder ihre MAC-Adresse eine geringere Priorität zuordnen. Sogar das Priorisieren anhand der physikalischen Steckerbuchse des Routers ist möglich.
Zugangs-Beschränkungen
Wo wir gerade beim Heim-Diktator sind: Unter dem Punkt "Access restrictions" lassen sich detaillierte Zugangsbeschränkungen für den eigenen Netz-Zugang festlegen.
