Existenzberechtigung ohne Mobiltelefon?
Verkehrte Netzwelt: Aus dem Leben eines Handy-Losen
"Wie, Du hast KEIN Handy?" Wie oft ich mir diese Frage schon anhören und in wie viele ungläubige Gesichter ich dabei blicken musste - ich habe aufgehört zu zählen. Nicht, dass ich Mobiltelefone hassen würde, ich komme einfach gut ohne aus. Als einer der letzten objektiven Beobachter des zur Selbstverständlichkeit mutierten Ohrschmucks und deren Besitzer möchte ich Ihnen meine ganz eigene Sicht der Dinge schildern.
Inhaltsverzeichnis
- 1Klingeling
- 2Wofür "SMS" in Wirklichkeit steht, erfahren Sie auf der nächsten Seite.
- 3Schreib! Mir! Schnell!
- 4Fast infiziert - Volvo war schuld
- 5Auf der nächsten Seite erfahren Sie, weshalb mich Volvo fast zum Handy brachte.
- 6Gibt es noch Leben ohne Handy?
Nein, ich verschließe mich nicht dem Fortschritt. Mir wurde sogar schon nachgesagt, ein regelrechter "Technik-Freak" zu sein. Doch selbst als Außenstehender bemerke ich, dass der eigentliche Sinn und Zweck eines Handys überhaupt nicht mehr im Vordergrund steht: SMS, MMS sowie verpixelte Mini-Videos im Taschenformat scheinen viel wichtiger zu sein als schnödes Telefonieren, von der ungeheuren Vielfalt an Klingeltönen einmal ganz zu schweigen.
Klingeling
Achja, die Klingeltöne. Irgendwie erinnern sie mich an die fiesen "Gremlins" aus dem gleichnamigen Film, die mich als siebenjährigen Steppke des Nachts schweißgebadet aus dem Bett fahren ließen: Kleine hässliche Monster mit gesundem Appetit und scharfen Zähnen. Überall könnten sie lauern, einen hinterrücks anfallen und unvermittelt dort auftauchen, wo man sie am wenigsten vermutet oder gebrauchen kann. Schön wär's, wenn sie nur klingeln würden, doch die Wirklichkeit sieht schlimmer aus, viel schlimmer.
Meinen sensiblen Gehörgängen setzt eine ganz besonders grauenvolle Form des Rufsignals am stärksten zu, sogar noch vor der ungeheuren Schwemme schlechter Musik in schlechter Qualität: die so genannten "Fun Sounds". Nun ist es um den Spaß der deutschen Fernsehzuschauer, den ein von Privatsendern gefeiertes Sammelsurium mieser Komödianten verzweifelt zu vermitteln sucht, ohnehin nicht besonders gut bestellt. Platte Witze und peinlich berührende Pointen animieren, wenn nicht schon zum Weinen, wenigstens zum Ab- oder Umschalten.
Das blanke Entsetzen kommt zur Werbepause. Leider wird sie nur allzu oft auf mehreren Kanälen gleichzeitig ausgestrahlt, was eine schnelle Flucht so gut wie unmöglich macht. Ich staune immer wieder darüber, welcher Irrsinn plötzlich salonfähig wird, bloß weil er aufs Handy passt. In der Top-Five der beliebtesten Fun-Sounds eines bekannten Anbieters teilen sich sogar Titel wie "Scheiß die Wand an" und "Poppendes Eichhörnchen" die ersten Plätze. Muss ich mehr sagen?

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Was? Kein Handy? Kein Ohrring? Und wahrscheinlich noch nicht mal ein Tattoo auf der Schulter. Sie und ich, wir sind Auslaufmodelle, mega out nennen die Marketingfuzzis das. Aus der "für die Werbung wichtigen...
Zitat: Erstaunlicherweise geht das oft schneller von der Hand als das Beantworten eines Anrufs Das kann ich, glaube ich erklären, und die Antwort steht doch eigentlich auch im...
ich glaub ich bin noch eine Nuance schärfer. Ich besitze seit Jahren ein Handy benutze es praktisch aber nicht. Ältere von Euch erinnern sich vielleicht noch an die Anfangszeiten wo diese Dinger anfingen den...
Herrlicher Artikel indem viele Wahrheiten endlich mal in Worte gefasst wurden!Ich besitze zwar auch ein Handy,aber ein Klingeltonfanatiker oder deresgleichen bin ich sicher nicht,obwohl ich mit 15 Jahren exakt in das...
Den Ausschnit : Bei gerade mal 160 Zeichen pro Kurzmitteilung wird es für die deutsche Grammatik schon einmal eng. Abenteuerliche Abkürzungen, halbe Wörter und seltsame Satzkonstruktionen verschmelzen...