Getestet: Schnurloses Gigaset für VoIP und Festnetz
Unwillige Mailbox
Voraussetzung für den vollwertigen Hybrid-Betrieb des Gigaset ist eine analoge Telefonleitung oder Nebenstelle sowie die LAN-Verbindung zu einem ständig mit dem Internet verbundenen Router. Nach dem Anschluss benötigt der Akku zum ersten Aufladen rund 13 Stunden, weitere Ladezyklen werden mit 7,5 Stunden angegeben. Standby- und Gesprächszeiten sollen 125 und 13 Stunden betragen. Passt auch: Im kombinierten Testbetrieb war der Akku nach rund vier Tagen erschöpft.
Um über das Internet telefonieren zu können, wird ein bereits eingerichtetes SIP-Konto benötigt. Die Zugangsdaten lassen sich ohne Umwege über das Mobilteil oder wesentlich komfortabler über das Web-Interface eingeben. Für sämtliche europäischen Länder und Südafrika hält das Mobilteil die Konfigurationen mehrerer Provider bereit. Allein für Deutschland sind 1&1, AOL, Carpo, Dus.net, Freenet, Free World Dial, GMX, Host Europe, Nikotel, QSC, Sipgate, sipsnip, T-Online und web.de aufgelistet.
Ohne Voreinstellungen kann über das Festnetz ungeniert lostelefoniert werden. Freisprecheinrichtung, Rufnummernanzeige und -unterdrückung, Wecker, Festnetz-SMS und das Telefonbuch mit 100 Einträgen stehen zur freien Verfügung. Die Anrufbeantworter-Funktion beschränkt sich dagegen auf netzseitige Mailbox-Angebote. Es gilt, die AB-Taste mit der Nummer zur Mailbox-Abfrage zu belegen und durch langes Drücken zu aktivieren.
Unbedeutend wie diese Funktion ist, hat sie keinen Einzug in das mitgelieferte Kurzhandbuch gefunden und ist nur auf der Gigaset-Homepage im PDF-Handbuch nachzulesen. Will man bei Abwesenheit jedem Anrufer die Chance zum Hinterlassen einer Nachricht geben, müssen die Mailboxen bei Festnetz- und VoIP-Provider eingerichtet sein. Die AB-Taste ruft aber jeweils nur eine Mailbox ab, die andere muss mit einem Telefonbucheintrag vorlieb nehmen. Im Testbetrieb nahm die Sipgate-Mailbox allerdings keine Tastenkommandos des C450 IP an, obwohl die Tastatursteuerung anderer Dienste reibungslos funktionierte.
Sprich dich aus
Telefonieren mit dem C450 IP ist unkompliziert, aber nicht fehlerfrei. Einmal aufgebaut, gibt es an der Gesprächsqualität nichts zu meckern. Sowohl VoIP- als auch Festnetzgespräche sind klar und deutlich, die Reichweite des Schnurlostelefons ist mit der anderer DECT-Telefone vergleichbar. Gelegentlich kommt es jedoch vor, dass der von den Siemens-Handys bekannte Wahlton die erste Silbe des Angerufenen verschluckt.
Als Standardkanal ist werkseitig die IP-Leitung definiert, das Festnetz kann jedoch auch dazu berufen werden. Wer kurzfristig die jeweils andere Leitung benutzen möchte, fügt einen Stern (*) am Ende der Nummer ein. Notrufnummern waren anfangs ausschließlich Angelegenheit des Festnetzes, seit der Firmware-Version 1027 kann dafür auch der VoIP-Kanal benutzt werden - soweit der Provider dies unterstützt. Damit bei Ortsgesprächen nicht jedes Mal die Vorwahl eingegeben werden muss, hat Siemens inzwischen auch ein Eingabefeld für die eigene Ortsvorwahl im Web-Konfigurator eingerichtet.

Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 2 Beiträge
Wow - nein das ist mir bisher nicht zu Ohr gekommen. Auf solche "Spezialfälle" kommt man bei den Überlegungen, was denn alles zu testen wäre, überhaupt nicht. Und im Internet muss man schon sehr gezielt danach...
Das Telefon kommt in eurem Test ja einigermaßen gut weg. Aaaaaber: Habt ihr es auch mal in der Nähe einer Satelliten - Empfangsanlage getestet? Die "Gigaset's" waren bislang dafür...