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Lamborghini-Laptop: Asus VX1 im Test
Wenn das Notebook mit dem Stier...

von Benjamin Schnitzler Uhr veröffentlicht

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Was hat ein Edel-Notebook mit einem sündhaft teuren Sportwagen gemeinsam? Mehr als man annehmen sollte, zumindest bei diesem ganz speziellen Schönling - dem VX1 von Asus. Als "Lamborghini-Laptop" sorgte es bereits lange vor dem offiziellen Verkaufsstart für Furore.

Was hat ein Edel-Notebook mit einem sündhaft teuren Sportwagen gemeinsam? Mehr als man annehmen sollte, zumindest bei diesem ganz speziellen Schönling - dem VX1 von Asus. Als "Lamborghini-Laptop" sorgte es bereits lange vor dem offiziellen Verkaufsstart für Furore.

In zwei Farben gibt es das Notebook mit dem Stier: Gelb und Schwarz, jede charakteristisch für die pfeilschnellen Supersportler aus Sant' Agata. Wir nehmen mit der unauffälligeren Variante Vorlieb und staunen zunächst über das hochglänzende Finish, das selbst neben hochwertigen Autolacken problemlos bestehen könnte. Wie sich das Asus VX1 auf unserer Teststrecke schlägt, lesen Sie im folgenden Bericht.

Asus VX1 Lamborghini im Test

Inhalt

Karosserie

Motorisierung

Optik

Handling

Serienausstattung

Fahrspaß

Ziellinie

Daten

Karosserie

Aus vergitterten Nüstern hinter dem Display glimmen bis zu vier gelbe Statuslichter. Inmitten des stromlinienförmigen Designs wirken sie wie die Lufteinlässe in der Motorhaube eines potenziellen Porsche-Killers. Das ohnehin schon unscheinbare Asus-Logo in unmittelbarer Nähe wird völlig von der schwarz-bronzenen Plakette aus Metall verdrängt. Lamborghini dürfte die hier deutlich sichtbaren Klebereste aber wohl kaum gutheißen.

Wie beim Vorbild auf vier Rädern ist die Schnauze weit heruntergezogen und endet in einem ausladenden Heck, allerdings spielt sich dies beim flachen VX1 in einem Bereich von gerade einmal zweieinhalb bis drei Zentimetern ab. Dank Leichtbau kommen auf jeden Zoll Bildfläche nur 175 Gramm.

Unter der Haube fängt die Augenweide erst richtig an: Fein gebürstetes Aluminium, wohin das Auge reicht, auf Höhe der Lautsprecher perforiert und von einem verschnörkelten Schriftzug gekrönt - "automobili Lamborghini". Selbst die Tasten des Touchpads bestehen aus dem edel wirkenden Leichtmetall, bloß die silbernen Zierleisten erweisen sich als schnöder Kunststoff. Oben im leicht glitzernden Bildschirmrand prangt ein verchromtes Asus-Logo. Aber ehrlich gesagt will das gediegene Understatement des VX1 so gar nicht zur martialischen Lamborghini-Ästhetik passen.

Motorisierung

Da das sportliche Asus-Modell auf der CeBIT in kongenialer Begleitung eines Lamborghini Gallardos vorgestellt wurde, ziehen wir den Zehn-Zylinder-Boliden auch für einen Vergleich heran. Für den Spurt von Null auf Windows benötigt das VX1 etwa 40 Sekunden, während der 500 PS starke Gallardo in 22,3 Sekunden einen ganzen Kilometer verschlungen hätte. Mit einem Doppel-Triebwerk, beim Asus VX1 in Form eines zwei Gigahertz schnellen Intel Core Duo, kann der brachiale Italiener allerdings nicht aufwarten.

Asus VX1 Lamborghini im Test

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Asus VX1 Lamborghini im Test

Großvolumig geht es nicht nur beim Fünf-Liter-Boliden mit Audi-Genen zu, denn mit zwei Gigabyte Arbeitsspeicher verfügt das VX1 ebenfalls über eine Menge Hubraum, jedoch für flüchtige Daten statt Benzin-Luft-Gemisch. Im Gegensatz zur winzigen Alibi-Ablage des Lamborghinis verfügt das VX1 zudem über einen üppigen Stauraum von 160 Gigabyte. Während der Gallardo bei unsensiblem Gasfuß trotz permanentem Vierradantrieb schwarze Streifen in den Asphalt brennt, brennt das VX1 lieber doppelschichtige DVDs.

Optik

Was dem Automobil die Windschutzscheibe, ist dem Notebook das Display. Als Rückspiegel wäre der Bildschirm des VX1 allerdings besser aufgehoben, denn er reflektiert, was der Hochglanz hergibt. Zu allem Überfluss verändert sich der Kontrast bei extrem schräger Einsicht so stark, dass man auf das Negativ eines Fotos zu sehen glaubt. Bei kleineren Abweichungen vom direkten Blickwinkel nimmt die Qualität schnell ab. Für mehr als zwei Zuschauer reicht dies kaum aus, doch schließlich bieten Lamborghinis bis auf wenige Ausnahmen auch nur zwei Sitzplätze.

Dafür legen die 1.400 x 1.050 Pixel eine durchaus sehenswerte Helligkeit und Schärfe an den Tag, begleitet von strahlenden Farben. Letztere könnten etwas kräftiger und gleichmäßiger ausfallen, es kommt zu "Wölkchen-Effekten" und ein rotes Bild geht mit einem minimalen Anflug von Rosa einher. Hinzu kommt eine gute Schwarzdarstellung bei leicht angegrautem Weißwert sowie eine abnehmende Ausleuchtung am unteren Rand. Videos werden ahnsehnlich dargestellt, leiden jedoch etwas unter den beschränkten Blickwinkeln.

Asus VX1 Lamborghini im Test

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Asus VX1 Lamborghini im Test

Handling

Unmittelbar nach dem Einschalten gibt sich das Alu-Interieur des VX1 etwas kühl, nach einer gewissen Betriebszeit erwärmt es sich jedoch auf ein angenehmes Temperatur-Niveau. Die Steuergeräte des VX1 passen hervorragend zu dem für sein gutmütiges Fahrverhalten bekannten Lamborghini Gallardo und setzen jeden Befehl prompt und präzise in die Tat um. Spiel besitzt die Tastatur so gut wie keines, außerdem arbeiten die Tasten leise und ohne viel Geklappere.

Zu den sowohl besten als auch schönsten Eingabegeräten auf dem Markt zählt das Touchpad des VX1. Die exakte Rückmeldung mit knackigen Klickgeräuschen ist nicht weniger als perfekt, das Fingerfeld präzise, leichtgängig sowie mit einem ausgewiesenen Bereich zum senkrechten Scrollen versehen. Ein blau beleuchteter Steg zwischen den beiden Tasten vollendet das edle Design und hilft sogar bei der Nachtarbeit.

Serienausstattung

Statt Ledersitze gehört beim Lamborghini-Laptop eine hochwertige Halb-Ledertasche zur Grundausstattung. Sie bietet Stauraum für die nötigsten Dinge zum mobilen Computereinsatz, ist in schickem Schwarz gehalten und auf der anderen Hälfte mit einem textilartigen Gewebe überzogen. Optisch passt sie am ehesten zum Handgepäck eines wohlbetuchten älteren Herrn, Managers oder BWL- oder Jura-Studenten mit überhöhtem Geltungsdrang.

Zusätzliche Eingabegeräte hat das VX1 eigentlich gar nicht nötig, trotzdem gefällt die schnurlose Reise-Maus aus dem Hause Logitech - nicht zuletzt wegen ihrer hochwertigen Lackierung mit Lamborghini-Aufschrift. Dank Bluetooth-Anbindung kommt sie ohne separaten Empfänger aus und bietet eine sehr gute Reichweite. Zur Gewichtersparnis lässt sie sich auch mit nur einer AA-Batterie betreiben, ein Ein- und Ausschalter hilft hingegen beim Stromsparen. Das Angebot an Schnittstellen ist nicht überragend, dennoch absolut ausreichend.

Asus VX1 Lamborghini im Test

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Asus VX1 Lamborghini im Test

Fahrspaß

Vom infernalischen Röhren eines ausgewachsenen Sportwagen-Stiers ist der Sound des VX1 meilenweit entfernt, selbst wenn der Tester das Gaspedal bei der Leistungsmessung voll durchtritt. Still steht der Kühler nie, dafür bleibt seine Geräuschkulisse sogar unter Volllast noch angenehm. Im Leerlauf oder bei längeren Schreibarbeiten schnurrt das Edel-Notebook kaum hörbar vor sich hin.

Zu öffentlichen Verkehrsmitteln will das Designerstück nicht so recht passen, offeriert dort jedoch eine Menge Fahrspaß. Allerdings gerät das VX1 bei anspruchsvollen Games schnell in den Grenzbereich, da der verwendete Grafikchip nunmal nicht gerade zu den schnellsten gehört. Dafür rennt es abseits dreidimensionaler Spielewelten wie ein Rindvieh auf Speed. Alternativ ließen sich hier natürlich auch Metaphern mit schnittigen Sportwagen oder dem personifizierten Bösen anbringen.

Dank der zwei Prozessorkerne zu je zwei Gigahertz sowie des üppig bemessenen Arbeitsspeichers reiht sich das Asus VX1 ganz vorne bei den schnellsten Notebooks ein, die netzwelt bisher testete. Jedenfalls in puncto Systemleistung. Großen Anteil daran tragen auch die besonders flotte Seagate-Festplatte mit "Perpendicular Recording" sowie der rasante Arbeitsspeicher. Bei der reinen Spieleleistung überholt es das mindestens 700 Euro günstigere Sony Vaio FE nur knapp.

Ziellinie

Einem echten Lamborghini wird das Asus VX1 nur bedingt gerecht, denn es ist weder ein Schluckspecht noch wirkt es besonders bullig. Da passen das atemberaubende Design sowie das geringe Leistungsgewicht doch schon viel besser zum italienischen Edel-Sportler. Schade finden wir allerdings, dass an Display und Grafikkarte gespart wurde. Für den hohen Kaufpreis entschädigt das Wissen, eines der weltweit schönsten Notebooks in den Händen zu halten.

Asus VX1 Lamborghini im Test

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Asus VX1 Lamborghini im Test
Kommentare zu diesem Artikel

Was hat ein Edel-Notebook mit einem sündhaft teuren Sportwagen gemeinsam? Mehr als man annehmen sollte, zumindest bei diesem ganz speziellen Schönling - dem VX1 von Asus. Als "Lamborghini-Laptop" sorgte es bereits lange vor dem offiziellen Verkaufsstart für Furore.

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  • kennstenich schrieb Uhr
    Re: News - Lamborghini-Laptop:...

    macht ma bitte Hintergrundbild klar

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Was hat ein Edel-Notebook mit einem sündhaft teuren Sportwagen gemeinsam? Mehr als man annehmen sollte, zumindest bei diesem ganz speziellen Schönling - dem VX1 von Asus. Als "Lamborghini-Laptop" sorgte es bereits lange vor dem offiziellen Verkaufsstart für Furore.
http://www.netzwelt.de/news/74445-lamborghini-laptop-asus-vx1-test.html
2006-08-11 16:16:00
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Lamborghini-Laptop: Asus VX1 im Test