Anonym im Netz: Kostenlose Proxy-Dienste im Vergleich
Die Anonymization Toolbar erscheint als zusätzliche Browser-Leiste (Klick vergrößert).
Doch auch Rewebber sind nicht perfekt: Neben der erwähnten Tatsache, dass das Anonymisieren ohne installierte Erweiterungen ziemlich umständlich ist, haben die Proxy-Dienste generell Probleme mit der Darstellung von JavaScript. Anonymouse zeigt standardmäßig jedesmal ein kleines Popup-Fenster an, wenn Sie eine Seite über diesen Dienst anonymisiert haben - nicht essentiell, aber nervig. Auch die Idee, den Berufsalltag anonymer zu machen, funktioniert nur eingeschränkt: Zwar bieten die meisten Rewebber eine Cookie-Verwaltung, um den Browser-Cache müssen Sie sich aber in den meisten Fällen selber kümmern - einzig die Anonymization-Toolbar nimmt Ihnen diese Arbeit ab.
Bleibt auch hier wieder die Frage nach der Glaubwürdgikeit: Warum bieten diese Rewebber-Seiten einen kostenlosen Service an, der sie eigentlich nur Geld kostet, wenn User mit dem Wunsch nach Anonymität Ihre Bandbreite beanspruchen? Mehrere Anworten sind hier denkbar: Zum einen setzen Rewebber auf die Werbebanner Ihrer Startseite. Denn solange kein Firefox-Addon installiert ist, müssen Sie zumindest zu Beginn Ihrer Surf-Session einmal dorthin, um anonym zu werden. Zweitens setzen Anbieter kostenloser Dienste grundsätzlich auf die Spenden von Fans, die das Projekt am Leben erhalten möchten und daher finanziell unterstützen.
Die dritte Möglichkeit ist - wie im Fall von Anonymouse - die Option einer kostenpflichtigen VIP-Mitgliedschaft, die zusätzliche Verschleierungs-Elemente und schnellere Server beinhaltet. Somit wäre das kostenlose Angebot als eine Art Werbekampagne zu verstehen. Das letzte denkbare Szenario wäre zugleich auch das schlimmste: Rewebber-Dienste verkaufen die Userinformationen ihrer Server-Protokolle tatsächlich an Dritte oder nutzen sie selbst zu Werbezwecken. Das lässt sich nie vollkommen ausschließen, daher sollten Sie die Seiten von Rewebbern nach AGBs oder ähnlichem durchsuchen. Verpflichten sich die Anbieter, die Informationen nicht weiterzugeben, sollten Sie von diesem Text einen Screenshot machen, speichern - und anderen Rewebbern den Rücken zudrehen.
Öffentliche Proxys: Hilfsdienst oder Honigtopf?
Die dritte Option, mit der Sie unerkannt ins Netz gehen können, sind Public Proxy Servers, öffentliche Proxys also, die meist von Privatpersonen zur Verfügung gestellt werden. Aus ellenlangen Listen können Sie sich auf entsprechenden Websites einen solchen Proxy auswählen und Ihren Browser konfigurieren. Meistens besteht die Angabe eines öffentlichen Proxys aus IP-Adresse, Port, Herkunftsland und Grad der Anonymität. Seriöser wird das Ganze, wenn Sie zusätzlich noch persönliche Informationen zum Betreiber ausfindig machen können, etwa seinen Beruf und die E-Mail-Adresse.
Die Anonymität ist dabei in drei Stufen aufgeteilt: Transparent bietet keinen Schutz vor Beobachtern und dient meist nur der Geschwindigkeitssteigerung - oder hilft Usern, die Filterregeln Ihrer Firma oder sogar Ihres Landes zu umgehen. Anonymous verschleiert Adresse, Browser und Refferer wie bei den Rewebber-Diensten und sorgt damit für ein gesundes Maß an Anonymität. Elite Anonymous-Proxys tun prinzipiell das Gleiche, anonymisieren aber so geschickt, dass Webserver nicht einmal erkennen, dass Sie einen Proxy verwenden. Dementsprechend ausgelastet sind solche Server meistens. Zwei Listen mit öffentlichen Proxys finden Sie im Bewertungskasten.
Viele öffentliche Proxys stehen zur Auswahl (Klick vergrößert).
Weitere Informationen
Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Proxydienste hier.
Links zum Thema
- Anonymitäts-Check
- IP-Tracking
- JavaScript-Test
- Firefox anonym: Unerkannt surfen mit Tor, FoxyProxy und NoScript


