Wie unerkannt machen Tor, JAP, Rewebber und öffentliche Proxys wirklich?
Anonym im Netz: Kostenlose Proxy-Dienste im Vergleich
Moritz Zielenkewitz
Wo Proxy-Server früher hauptsächlich zur Steigerung der Geschwindigkeit über einen zentralen Punkt verwendet wurden, ist heute Anonymität gefragt. Das geht so gut wie immer einher mit reduzierter Bandbreite, da alle Daten umgeleitet werden müssen - und das auch noch in beide Richtungen, denn um unerkannt zu bleiben, darf Ihnen der Webserver nicht direkt die angeforderten Bits und Bytes zukommen lassen. Proxys eignen sich darüber hinaus auch als Filter: Wenn Sie eine bestimmte Seite aufrufen oder einen Suchbegriff eingeben, wandert diese Anfrage zum Proxy-Server, der anhand von Listen überprüft, ob Sie die Erlaubnis haben, diese Informationen anzufordern - danach leitet er Sie entweder weiter oder blockiert Ihr Begehren. In einem netzwelt-Artikel erfahren Sie mehr zur Geschichte des Proxys.
Proxy-Dienste vergleichen: Worauf zu achten ist
Im Folgenden vergleicht netzwelt verschiedene kostenlose Methoden miteinander, anonym im Netz unterwegs zu sein: Tor, JAP, so genannte Rewebber und öffentliche Proxys. Zwei Faktoren sind dabei besonders wichtig: Zum einen wäre da der Grad der Anonymisierung. Je mehr Informationen der betreffende Proxy verschleiern kann, desto besser ist er. Das lässt sich leicht mit dem oben erwähnten Anonymitäts-Check überprüfen. In einer eigenen Mediengalerie finden Sie alle Ergebnisse dieser Tests aufgelistet. Die Mediengalerie starten Sie, indem Sie eins der Bilder anklicken.
Anonymität bei Proxy-Diensten
Für Großbildansicht auf ein Bild klicken.Der zweite wichtige Aspekt beim Vergleich der Proxy-Dienste ist die Protokollierung: Denn falls die Anbieter Ihre Daten mitschreiben, um Sie entweder weiterzugeben oder gar zu eigenen Werbezwecken und Schlimmerem zu verwenden, ist der Sinn eines Anonymisierers verfehlt. Hier hilft vor allem die Frage noch der Motivation der Anbieter weiter - denn alle vorgestellten Dienste sind kostenlos, der Datenverkehr über die Proxys aber kostet den Betreiber Bandbreite und damit bares Geld. Nicht immer ist das auf Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe zurückzuführen, deshalb wirft netzwelt hier einen Blick hinter die Kulissen.
Zwei weitere Kriterien sind Komplexität und Bedienkomfort: Wie viel Wissen, Zeit und Software ist erforderlich, um den Proxy-Dienst ans Laufen zu bringen? Hier können beispielsweise die Rewebber den Proxy-Netzwerken den Rang ablaufen. Auf der anderen Seite muss der Proxy-Dienst nach dem Einrichten möglichst einfach zu bedienen sein, das eigentliche Anonymisieren darf sich nicht so kompliziert gestalten, dass die Verschleierung aus Gründen der Bequemlichkeit nicht oder nur unvollständig benutzt wird. Trifft alles zu, ist der perfekte Proxy wohl gefunden - natürlich immer eine subjektive Entscheidung.
Tor und JAP: Im Netzwerk zur Anonymität
Den Anfang machen die beiden Proxy-Netzwerke Tor und JAP. Beide verschlüsseln Ihre Identität, indem die Anfrage über ein Netzwerk von mehreren Proxy-Servern geleitet wird. Der Anonymitäts-Vorteil ist dabei enorm: Während bei einem einzigen Server theoretisch die Protokollierung noch herausgefunden und damit die Anfragen zurückverfolgt werden könnten, müsste bei solchen Netzwerken jeder einzelne Rechner geknackt werden. Bleibt auch nur ein einziger Server unerkannt, ist die Verbindung anonym.
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