Offene Systeme für die Netzwerk-Kiste
Netzwerk: Mit Linux zum Traum-Router - Teil 1
Router fristen nicht selten ein Schattendasein im Heim-Netzwerk. Ein paar Daten durchreichen, ein bisschen Firewall spielen - das lastet die Mini-PCs mit Antenne nicht wirklich aus. Mit der richtigen System-Software lassen sich handelsübliche Router allerdings um Web-Server, VPN und jede Menge andere Spielereien erweitern. Wir erklären in einer kleinen Serie, wie sich der 60-Euro-Router in ein Profi-Werkzeug verwandeln lässt.

Am Anfang stand der Geiz: Als der Router-Hersteller Linksys vor drei Jahren seinen WRT54G-Router auf den Markt brachte, setzte er auf eine Linux-basierte Firmware, um Lizenzkosten zu sparen. Das von Linksys eingesetzte System zeichnete sich nicht eben durch besonders kreative Features aus.
Doch der Einsatz von Linux zwang Linksys dazu, den Quellcode der Firmware zu veröffentlichen. Enthusiasten begannen wenig später damit, die Firmware um ihre eigenen Wunsch-Features zu erweitern. Dabei merkten sie schnell, dass der Linksys-Router jede Menge ungenutzte Möglichkeiten besaß.
Mit ein paar Tricks ließ sich zum Beispiel die Funkleistung des Geräts erhöhen. Auch die Zuweisung von statischen IP-Nummern für spezifische MAC-Adressen war plötzlich möglich - etwas, das die Linksys-Firmware bis heute nicht beherrscht.
Zahllose Linux-Projekte
Anfangs orientierten sich die Firmware-Hacker eng am Linksys-System. Später entstanden eine ganze Reihe kompletter Neuentwicklungen, die von Grund auf neue Komponenten in die Firmware integrieren. Angeregt vom Erfolg mit dem Linksys-Gerät begannen einige Entwickler zudem, auch Linux-basierte Systeme für andere Router zu entwickeln.
So gibt es mittlerweile Linux-Projekte für Router von mehr als 40 Herstellern. Einige dieser Projekte befinden sich allerdings noch im Entwicklungsstadium. Andere sind auf wenige Features beschränkt, da die Leistungsfähigkeit des jeweiligen Routers natürlich von der eingesetzten Hardware abhängt.
