Die teure Krönung der Kopfhörer-Kunst
Die perfekten In-Ear-Kopfhörer: Shure E500PTH im Test
Jeder, der diese In-Ear-Kopfhörer in die Gehörgänge steckt, hat ein Problem, das sich in einer Zahl ausdrücken lässt: 599. Denn dieser Betrag in Euro ist fällig, wenn aus der kurzfristigen Affäre zu dem Top-Modell der E-Serie von Shure eine dauerhafte Liebesbeziehung werden soll. Daher sollte jeder, der nicht über das notwendige Kleingeld verfügt, niemals auch nur eine Minute lang Probehören.

Inhaltsverzeichnis
- 1Miniatur-Box im Kopf
- 2Hörprobe
- 3Fazit
Der stolze Preis ist dem Shure E500PTH auch auf den zweiten Blick nicht anzusehen. Die unauffällige Farbgebung in Kombination mit einer geschwungenen Form lassen keinerlei Rückschlüsse auf die verbaute Technik zu. Dieses Understatement ist durchaus berechtigt, denn wer setzt sich mit solch edlen Ohrstöpseln schon gerne in öffentliche Verkehrsmittel und lässt sich die ganze Zeit über neidisch anstarren?
Die E500er kommen genau wie die ebenfalls von netzwelt getesteten Modelle E2c und E4c mit einer ganzen Armada verschiedener Aufsätze. Es dauert eine Weile, bis man den für sich passenden Schaumstoff oder das passende Silikon-Stück gefunden hat, denn für ein optimales Hörempfinden ist ein gut sitzender Ohrstecker von großer Bedeutung. Der Hersteller verspricht zudem bis zu 90 Prozent der Umgebungsgeräusche auf diese Art und Weise herausfiltern zu können.
Tatsächlich - einmal im Gehörgang, dreht sich die Welt um einen herum ein gutes Stück langsamer. Stimmen, U-Bahn, Hunde, Kinder, Autos, Baustellen dringen beruhigend gedämpft an das Trommelfell. Als ob man unter Wasser taucht und spielenden Kindern am Beckenrand lauschen würde. Im Straßenverkehr kein ganz ungefährliches Unterfangen.
Die Endung "PTH" in der Modellbezeichnung, ausgeschrieben Push-To-Hear, verrät es bereits - Shure hat ein patentes Mittel entwickelt, um auf Knopfdruck Außengeräusche zuzulassen. In einem separaten Kasten, welcher von einer AAA-Batterie versorgt wird, ist die dazugehörige Technik untergebracht. Mit Hilfe eines Schiebeschalters wird ein Mikrofon aktiviert, das die Umgebungsgeräusche auf die Kopfhörer bringt.
In der Praxis funktioniert dies ausgesprochen gut. Beim frühmorgendlichen Gang zum Bäcker bleiben die E500er einfach in den Ohren. Nicht nur, dass man andere besser versteht, auch die eigene Stimme ist klar und deutlich vernehmbar. Die Intensität der Lautstärke lässt sich mit einem seitlich eingelassenen Regler steuern.
Leider ist dieses, auch einzeln für die E-Serie erhältliche, Push-To-Hear-System etwas groß und klobig geraten. Mit einem Gewicht von 53 Gramm macht es sich beim Tragen deutlich bemerkbar. Dafür lässt es sich mit einem Clip am Gürtel befestigen und erspart die zeitraubende Neuanpassung der Schaumstoff-Aufsätze, was auch aus hygienischer Sicht Vorteile mit sich bringt.
Einen Koss Porta Pro setzt man zum Musikhören einfach auf den Kopf. Bei diesen In-Ear-Kopfhörern ist ein wenig Vorarbeit nötig. Je nach Aufsatz muss der Schaumstoff zusammengedrückt und in das Ohr gesteckt werden.
Dann dauert es einen Augenblick, bis sich dieser wieder ausdehnt und an den Gehörgang angepasst hat, man den Dreh mit der Kabelführung hinter den Ohren raushat. Nach kurzer Zeit geht aber auch dieses Prozedere in Fleisch und Blut über.
Miniatur-Box im Kopf
Filigrane Ingenieurskunst steckt in diesem Kopfhörer der Extraklasse, genauer gesagt jeweils ein kompletter Dreiwege-Lautsprecher. Tatsächlich befinden sich im Inneren der E500PTH gleich drei hochwertige Treiber, ein Hochton-Lautsprecher und zwei Tieftöner. Passive Frequenzweichen sorgen für die richtige Kanalisierung der Frequenzen zu den jeweiligen Treibern. Der enorme Aufwand scheint den hohen Preis, zumindest teilweise, zu rechtfertigen.

Hörprobe
Klar, die unverbindliche Preisempfehlung von 599 Euro treibt die Erwartungen an den Klang ins Unermessliche. Eine gute Quelle vorausgesetzt, wird der E500PTH seinem Anspruch gerecht. Mehr als das. Nie zuvor vermochte ein In-Ear-Kopfhörer einen solchen Klang hervorzubringen, wie ihn unser Test-Kandidat zeigt.
Höhen und Mitten scheinen von sämtlichem Ballast befreit zu sein, der sie auf herkömmlichen Ohrsteckern stets verfolgte, mit einem bassigen Fundament, welches vornehm präzise gedämpft oder triumphal wie orchestrale Paukenschläge hämmern kann. Musikhören mit dem Shure E500PTH ist wie das Lecken eines zugefrorenen Laternenmastes im Winter - man kommt einfach nicht mehr davon los. Vorsicht: Menschen mit einem Sinn für guten Klang zücken für diesen Sound die Brieftasche ohne mit der Wimper zu zucken.
Fazit
Einen Beutel voll Musik, am besten unkomprimiert. Etwas zu essen. Ein Kissen. Shures E500PTH. Wer auf gute Musik und perfekten Klang steht, braucht auf der berühmten einsamen Insel nicht mehr, um bis an sein Lebensende auszuharren. Und falls doch irgendwann einmal ein Schiff vorbeikommt - das Signalhorn überhören Sie dank der Push-To-Hear-Technik garantiert nicht.
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Kommentare: Die perfekten In-Ear-Kopfhörer: Shure E500PTH im Test (9)
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Thema: News - Die perfekten In-Ear-Kopfhörer: Shure E500PTH im Test
05.08.06 02:55
Testet doch mal bitte die ultimate ears UE-10 PRO. Bei einem Preis von etwa 1100 würde es mich echt interessieren, welchen Sound der darin verbaute Feenstaub liefert.
05.08.06 20:04
1100 euro? und ich dachte immer, die shures sind schon absolute obergrenze. wow. bei dem preis werden taube entweder wieder hörend oder sprachlos...
14.08.06 12:16
an welches zwerchfell und was haben Audiowellen da verloren?
14.08.06 15:28
Zitat:
an welches zwerchfell und was haben Audiowellen da verloren?
Sorry, mit Zwerchfell war wohl Trommelfell gemeint. Danke für den Hinweis. Nur was du mit "Audiowellen" meinst, bleibt mir verborgen...
Grüße
22.08.06 20:33
1100 sind im Vergleich mit gleich klingenden Lautsprechern dann aber glatt geschenkt, weil der Preis der Kopfhörer sicherlich Faktor 10-100 preiswerter sind. Einfach mal so sehen.
30.08.06 20:21
also, ich hab gerade mal bei shure.com geguckt und da steht ein preis von 499$ nach meinen berechnungen sind das "gradmal" 415 euros! da is das ja fast ein schnäppchen!^^
09.10.06 12:28
Problem ist, dass dies aber nur für Amerika gilt und die nicht nach Deutschland liefern. In Deutschland verlangt man für die Teile 599 Teuronen
25.11.06 20:40
Also danke sehr für den Artikel.
Ich benutze selbst die Westones UM2, welcher ein ausgesprochen gutes Peri/Leistungsverhältnis haben und die Shures geradezu diskreditieren! =)
Versucht auch mal die Westones zu testen, weil es wirklich wert ist - USA haben ihre gute Qualität doch! ;)
gruß!
05.03.10 10:40
shure ist der hammer hoch hin das beste vom besten