Außergerichtliche Einigung im Streit mit Musikindustrie
Filesharing: Kazaa zahlt 100 Millionen US-Dollar
Der Rechtsstreit zwischen den Kazaa-Betreibern Sharman Networks und der Musikindustrie ist beendet. Insgesamt 100 Millionen US-Dollar zahlt Kazaa an die Plattenbosse - darauf hatte man sich in einem außergerichtlichen Vergleich geeinigt. Zudem verpflichtet sich Sharman Networks dazu, seine Software zu erweitern. Urheberrechtlich geschützte Inhalte können mit zukünftigen Kazaa-Versionen nicht mehr kostenlos getauscht werden.
Stattdessen werden die ehemaligen Kontrahenten Sharman Networks und Musikindustrie sogar Geschäftspartner. Zukünftig sollen über Kazaa ausschließlich legale und kommerzielle Inhalte getauscht werden. Eine Zusammenarbeit der beiden ehemaligen Streithähne wurde bereits vereinbart. Auf beiden Seiten wurde das Ende des Rechtsstreits positiv aufgenommen und gemeinsam verspricht man sich eine Menge von den neuen Vertriebswegen kommerzieller Musik über das P2P-Netz.
Mitschuld doch eingestanden?
Mit der außergerichtlichen Einigung endet für Kazaa ein weltweit ausgetragener Rechtskampf gegen RIAA (Recording Industry Association of America) und IFPI (International Federation of the Phonographic Industry). Immer wieder kam es vor US-amerikanischen und australischen Gerichten zu Verhandlungen wegen der von der Musikindustrie beklagten Mitschuld Sharman Networks an Urheberrechtsverletzungen durch den Dateitausch über das Kazaa-Netzwerk. Sharman Networks bestritt bisher immer jegliche Mitschuld mit der Begründung, lediglich Technikanbieter zu sein und nicht aktiv urheberrechtlich geschützte Musik zu tauschen.
Von dieser Position sind die Kazaa-Macher offensichtlich abgerückt und haben sich eines Besseren besonnen. Ob ein kommerzielles P2P-Netzwerk von Sharman Networks ähnlich häufig genutzt wird wie das ursprüngliche Kazaa, darf jedoch bezweifelt werden. Eher sollten sich Netze wie BitTorrent und eDonkey zukünftig auf einen noch größeren Besucheransturm vorbereiten, als sie ohnehin schon haben.

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Zitat: Wird wahrscheinlich nicht mehr lange dauern, bis alle anderen Tauschbörsen solche "freiwille Unions" mit Musikindustrie bilden Ganz so pessimistisch seh ich das aber...
Wird wahrscheinlich nicht mehr lange dauern, bis alle anderen Tauschbörsen solche "freiwille Unions" mit Musikindustrie bilden
Naja, auf Kazaa gab's ja eh nur Ramsch, aber dass sie ihre Schuld sozusagen eingestehen ist m.E. ein absolut falsches Signal. Da können wir gleich die Post verklagen, weil sie Drohbriefe und Scams verschickt.