Piratenparteien wollen weltweit gegen P2P-Klagen vorgehen

Filesharing: Piraten auf dem Weg ins Parlament?

Als schwedische Tauschbörsen-Nutzer Anfang des Jahres eine Piratenpartei gründeten, klang es noch nach Humor aus dem Lande der seltsamen Möbel-Namen. Jetzt macht sich das Phänomen auch in anderen Ländern breit. Doch was wollen die Piraten im Parlament erreichen?

Die schwedische Piratenpartei entstand im Kontext der Auseinandersetzungen um die Bittorrent-Community The Pirate Bay. Zu ihren Forderungen gehört unter anderem die Zurücknahme der dortigen Urheberrechtsverschärfungen. Langfristig hat man sich allerdings so einiges mehr vorgenommen: Tauschbörsen-Nutzung soll komplett legalisiert, die Dauer des Urheberrechtsschutzes auf fünf Jahre beschränkt werden. Kopierschutz-Technologie wollen die Piraten komplett verbieten.

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Noch einen Schritt weiter gehen die Piraten-Politiker in Frankreich. Dort will man das Urheberrecht gleich ganz abschaffen. Eine weitere Forderung: "Kostenloses Internet für alle." In Belgien gibt man sich da etwas moderater. Die dortigen Piraten fordern neben der obligatorischen Urheberrechtsreform lediglich einen Netz-Zugang zum Sozialtarif.

Copyright in den USA kein Thema

Die Kollegen in den USA sind sich offenbar noch nicht ganz darüber im Klaren, in welcher Form sie geltende Urheberrechte verändern wollen. Wer die Webseite der Anfang Juni gegründeten Gruppe besucht, findet Positionen zu Datenschutz und Netz-Neutralität - aber nicht zu Copyright. Die US-Piraten scheinen zudem selbst ein kleines Problem mit Piraterie zu haben. Auf ihrer Webseite heißt es: "Wir sind nicht für die unrechtmäßige Verbreitung urheberrechtlich geschützter Werke."

Noch zurückhaltender ist man in Deutschland. Dort gibt es zwar bereits eine Webseite für die Piratenpartei, aber noch keine Partei selbst. Der Grund dafür: Offenbar ist man sich noch nicht so ganz über die eigenen Grundsätze einig - die deshalb erstmal in einem Forum diskutiert werden. Anfang September sollen diese dann auf einer Gründungsversammlung verabschiedet werden.

Piratentheater in Österreich

So richtig verwirrend ist die Situation allerdings erst in Österreich. Dort gibt es mittlerweile drei konkurrierende Piraten-Gruppierungen. Grund dafür ist vermutlich, dass die Domain Piratenpartei.at bereits frühzeitig von etablierten Politaktivisten besetzt wurde. Dort heißt es seitdem in etwas wackligem Deutsch: "Ein eigene Piratenpartei würde wenig Sinn machen, da sich bereits eine Partei gibt die schon lange gegen Patente und Verschlechterungen im Urheberrecht und gegen die Macht der Medienkonzerne kämpft. Die KPÖ.“

Bleibt abzuwarten, ob die Piratenparteien weltweit ähnlich erfolgreich sein werden wie die österreichischen Kommunisten. Die P2P-Marxisten bekamen dort bei den letzten Nationalratswahlen gerade einmal 0,56 Prozent aller Stimmen.

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Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Filesharing hier.

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