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Bass-Bügel: Koss Porta Pro im Test
Leichter, faltbarer Bügelkopfhörer für Bass-Liebhaber

von Michael Knott Uhr veröffentlicht

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Ein nicht zu teurer, leichter Bügelkopfhörer den man zusammenklappen und in die Hosentasche stecken kann - das ist der Porta Pro von Akustik-Spezialist Koss. Ob er eine Alternative zu den weit verbreiteten Ohrsteckern darstellt, wie er klingt und wo die Vor- und Nachteile liegen, erfahren Sie in diesem Testbericht.

Ein nicht zu teurer, leichter Bügelkopfhörer, den man zusammenklappen und in die Hosentasche stecken kann - das ist der Porta Pro von Akustik-Spezialist Koss. Ob er eine Alternative zu den weit verbreiteten Ohrsteckern darstellt, wie er klingt und wo die Vor- und Nachteile liegen, erfahren Sie in diesem Testbericht.

Große, kleine, eckige, runde, spitze - das perfekte, genormte Ohr gibt es zum Glück nicht. Um trotzdem eine optimale Passform zu garantieren, legen viele Hersteller ihren Modellen unterschiedliche Aufsätze bei. Doch selbst mit diesen haben manche Menschen ihre liebe Not. Andere empfinden es als unangenehm, die kleinen Stecker tief in die Gehörgänge zu drücken, klagen sogar über Kopf- und Ohrenschmerzen bei längerem Gebrauch.

Koss Porta Pro

Eine Alternative sind offene Bügelkopfhörer. Und hier ist der Porta Pro fast schon eine Legende. Erstmalig wurde der Kopfhörer bereits 1984 der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Original-Design hat er weitestgehend behalten. Schwarz, türkis und silber lautet die eigentlich nicht mehr ganz taufrische Farbkombination. Im Falle des Porta Pro wirkt sie aber sehr gelungen. Das prägende Element, und eine absolute Besonderheit, sind die zwei ausgelagerten Zusatz-Polster über den eigentlichen Ohrmuscheln.

Unter diesen Polstern befinden sich natürlich keine eigenen Treiber, wie man vielleicht auf den ersten Blick vermuten könnte. Sie sollen lediglich den anliegenden Druck von den Ohren ein wenig entschärfen.

Mit Erfolg - in Kombination mit einem Fliegengewicht von gerade einmal 58 Gramm lässt sich der Koss sehr angenehm tragen. Auch nach mehreren Stunden im Dauereinsatz hinterlässt er keine Druckstellen, ohne Musik, könnte man fast völlig vergessen, dass er auf dem Kopf sitzt. Zusätzlich lässt sich der Druck auf den Kopf des unteren Bügel-Elementes dreistufig variieren. Der Schiebeschalter rastet aber nach jedem Gebrauch wieder in seine ursprüngliche Position zurück.

Verarbeitung

Bei der Beurteilung der Verarbeitungsqualität gibt es zwei unterschiedliche Blickweisen. Nüchtern betrachtet ist der Porta Pro aus billigstem Kunststoff zusammengeschustert. Lässt man das gut gemachte Erscheinungsbild einmal außen vor, könnte dieser Kopfhörer auch von einem Billigzulieferer aus Fernost stammen. Zwar sitzt alles am richtigen Platz. Dennoch hat es den Anschein, dass das gute Stück einen kräftigen Zug am Bügel nicht überstehen wird.

Andererseits ist der Porta Pro ein filigranes Gesamtkunstwerk, vergleichbar mit einem Rennrad. Alles, was überflüssiges Gewicht auf die Waage bringt, wurde weggelassen. Nicht zu vergessen: Auf den Porta Pro gewährt der amerikanische Hersteller Koss eine Garantie von zehn Jahren, welche nach eigenen Angaben sehr kulant zugunsten des Kunden ausgelegt werden soll.

Koss Porta Pro

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Auch nach so langer Bauzeit bietet der Koss-Kopfhörer viel Gegenwert für knapp 30 Euro.

Eigentlich für den mobilen Einsatz konzipiert, macht der Kopfhörer auch an der heimischen Stereo-Anlage eine gute Figur. Nicht umsonst gehört zum Lieferumfang neben einer Transport-Tasche auch ein zum Hifi-Equipment passendes, vergoldetes Adapter-Stück. Die Kabel-Länge von 1,20 Meter reicht aber eher für die Strecke vom Rucksack oder der Hosentasche bis zum Kopf als von der Anlage bis zum Sofa.

Mit wenigen Handgriffen ist der Porta Pro zusammengefaltet und in der Schutztasche verschwunden. Dort sollte man ihn am besten wirklich nach jedem Gebrauch verstauen, sammelt sich ansonsten doch Staub und Sonstiges am Schaumstoff an. Zum Glück sind beide Polsterungen austauschbar und bedingt waschbar. Praktisch: Da die Aufnahme der Polster universell gehalten ist, müssen nicht zwangsweise Original-Polster von Koss verwendet werden.

Hörtest

Es hat einen Grund, warum der Porta Pro bei Koss seit über 20 Jahren ein absoluter Dauerbrenner ist: Bass. Man mag es kaum für möglich halten, wie druckvoll dieser Kopfhörer tiefe Frequenzen in den Gehörgang pustet, ohne dabei angestrengt oder gar übersteuernd zu wirken.

Koss Porta Pro

Auch bei niedrigem Lautstärke-Level ist der Bass überwältigend. Wohl dem, der die vergoldete 3,5-Millimeter-Klinke in eine Quelle mit regelbarem Equalizer gesteckt hat. Bei allen anderen MP3- oder CD-Playern mit nicht regelbaren Klang-Eigenschaften stampft dieser Bass ansonsten sämtliche Mitten und Höhen in Grund und Boden. Musikhörer mit Tendenz zum elektronischen Genre hingegen kommen mehr als auf ihre Kosten.

Mitten und Höhen gehören nicht zu den ausgewiesenen Stärken des Testmodells. Bläsern fehlt oft die Puste, Schlagzeugern die Durchsetzungskraft. Dennoch: Für einen Kopfhörer dieser Kategorie halten sich die Schwächen in absolut erträglichen Grenzen, gekrönt von einer atemberaubenden Basswiedergabe. Aufgrund der recht hohen Außenlautstärke ist der Koss Porta Pro nur bedingt für den täglichen Weg zur Arbeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln geeignet. Es sei denn, man zeigt grimmigen Blicken, Menschen, die sich kurzerhand wegsetzen, und Hinweis-Schildern die kalte Schulter.

Fazit: Empfehlenswerter Bass-Bolide mit leichten Schwächen

Die Stärken des Koss Porta Pro liegen im geringen Gewicht und Packmaß, dem sehr hohen Tragekomfort und der schon fast unheimlichen Basswiedergabe. Einen Extra-Punkt verdient sich der Testkandidat für das originale 80er-Jahre-Design.

Punktabzug gibt es hingegen für die wackelige Gesamtkonstruktion, die Abbildung von Mitten und Höhen und wiederum für den Bass der sich bei manchen Quellen und Musikstücken einfach zu extrem in den Vordergrund spielt. Daher ist dieser Kopfhörer eigentlich nur nach einem ausgiebigen Probehören am Wunsch-Player zu empfehlen. Den Koss Porta Pro gibt es für etwa 30 Euro im Handel.

Kommentare zu diesem Artikel

Ein nicht zu teurer, leichter Bügelkopfhörer den man zusammenklappen und in die Hosentasche stecken kann - das ist der Porta Pro von Akustik-Spezialist Koss. Ob er eine Alternative zu den weit verbreiteten Ohrsteckern darstellt, wie er klingt und wo die Vor- und Nachteile liegen, erfahren Sie in diesem Testbericht.

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  • AndreaT schrieb Uhr
    Ich liebe diesen Kopfhörer. Leicht und unglaublicher Sound. Dabei so wunderwunderschön. Nichts anderes lass ich an meine Ohren.
  • JasonKingFakeName schrieb Uhr
    AW: News - Bass-Bügel: Koss Porta Pro im Test

    A weng zugespitzt ist der Artikel aber schon, klar sind sie Basslastig, aber Höhen und Mitten sind vollkommen ok. Wer mehr brauch kann sich auch mit dem "Kramer-Mod" (mal googeln) behelfen. Die Porta Pro haben ein schönes rundes Klangbild, das nie nervig wird. Alleine das ist schon viel wert, denn das bieten bei weitem nicht alle Kopfhörer. (Vor allem in-ears können bei 2-4 kHz ziemlich kreischen)
  • yo_ schrieb Uhr
    AW: News - Bass-Bügel: Koss Porta Pro im Test

    Ich liebe diese Kopfhörer!!!
  • AndreasKossUser schrieb Uhr
    AW: News - Bass-Bügel: Koss Porta Pro im Test

    Habe dem Teil wegen dem Preis nicht getraut. Dank eurem guten Feedback hier, habe ich mich überzeugen lassen. Das Teil ist der Hammer!
  • Berniebacsi schrieb Uhr
    AW: News - Bass-Bügel: Koss Porta Pro im Test

    Habe den Koss Porta Pro heute in Emfang genommen und ausprobiert. Bislang konnte noch kein Teil einen solch satten Klang aus meinem Handy-mp3-Player locken. Bin einfach begeistert. Endlich Schluss mit den schmalbrüstigen Ohrstöpsel-Klangverzerrern, der Koss Porta Pro wird mich von nun an beim Joggen begleiten. Wer Wert auf Baesse legt liegt bei denm Ding genau richtig und das Preis-/ Leistungsverhaeltnis ist absolut ok.
  • Kos schrieb Uhr
    AW: News - Bass-Bügel: Koss Porta Pro im Test

    Ich bin auch ein überzeugter Koss PortaPro Fan und wollte mal auf die Sondereditionen (25th Anniversary, Red Hot etc.) hinweisen. technisch das gleiche macht z.B. der 25th auch noch einen deutlich edeleren Eindruck!
  • Phil schrieb Uhr
    AW: News - Bass-Bügel: Koss Porta Pro im Test

    Freunde. Ganz im Ernst. Ich habe diese Dinger seit mittlerweile 10 Jahren und wirklich JEDER(!) dem ich die Dinger bis jetzt auf die Rübe gestülpt habe, hatte 2 Wochen später seine Eigenen.. Gerade bei basslastiger Musik ist der Kopfhörer ein unschlagbarer Allrounder! T O P !
  • mark-4123 schrieb Uhr
    AW: News - Bass-Bügel: Koss Porta Pro im Test

    Höre gerade damit Bassstarke House stücke an die Bässe peitschen nur so in meine Ohren einfach nur Geil.
  • bogey schrieb Uhr
    AW: News - Bass-Bügel: Koss Porta Pro im Test

    ich besitze nun schon seit 22 jahren diese Kopfhörer.Den ersten habe ich mir noch zu meinem Walkman gekauft und nach kurzer Zeit verloren.Der Zweite ist jetzt an meinem Walkmanhandy zum Einsatz gekommen und ich kann ihn noch immer empfehlen.Da das gute Stück jetzt auch schon knappe 20 Jahre zählt war ich jetzt wieder auf der "Jagd".Nach vielem hin und her sind es wieder die Koss geworden.Der Klang und die Qualität zu einem unschlagbaren Preis waren nicht zu toppen.
  • ichduersiees schrieb Uhr
    AW: News - Bass-Bügel: Koss Porta Pro im Test

    hat schon jemand getestet wie sich dieser Kopfhörer an einem MEIZU M6 macht bleibt dieser warme klang ?

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Bass-Bügel: Koss Porta Pro im Test
Ein nicht zu teurer, leichter Bügelkopfhörer den man zusammenklappen und in die Hosentasche stecken kann - das ist der Porta Pro von Akustik-Spezialist Koss. Ob er eine Alternative zu den weit verbreiteten Ohrsteckern darstellt, wie er klingt und wo die Vor- und Nachteile liegen, erfahren Sie in diesem Testbericht.
http://www.netzwelt.de/news/74356-bass-buegel-koss-porta-pro-test.html
2006-07-19 09:42:00
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