Die freie CD-Datenbank könnte bald eingestellt werden

MP3-Software: Alternativen zu Freedb.org

Die Betreiber der CD-Datenbank Freedb.org haben sich zerstritten. Eine Einstellung des Angebot ist damit möglich, die dringend nötige Weiterentwicklung unwahrscheinlich. Doch es gibt bereits eine Reihe von Alternativen zum Freedb-Angebot.

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Freedb ist den meisten Computer-Nutzern als freundlicher Helfer im Hintergrund bekannt. Wer mit Nero eine CD kopiert oder mit EAC ein Album auf seine Festplatte verfrachtet, nutzt dabei Freedb.org, um dabei die Namen der betreffenden Songs zu ermitteln. Auch MP3-Datenbanken und Tagging-Programme wie MP3Tag machen von dem mittlerweile rund zwei Millionen Alben umfassenden Datenbestand Gebrauch.

Damit könnte es jedoch schon bald vorbei sein: Zwei der drei Freedb-Betreiber haben das Projekt Anfang des Monats im Streit verlassen. Grund dafür war eine Auseinandersetzung über die Zukunft der Datenbank und die Bemühungen eines weiteren Programmierers, der seit zwei Jahren an einer neuen Version der Datenbank arbeitet. Der Besitzer der Domain Freedb.org erklärte daraufhin, dass er den Betrieb alleine auch nicht aufrecht erhalten könne. Eine Einstellung des Angebots sei damit unvermeidbar. Solch ein Schritt hätte für viele MP3-Fans katastrophale Folgen: So wurden allein in der letzten Woche vier Millionen CDs bei Freedb.org abgefragt.

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Freedb2 macht Freedb Konkurrenz

Pünktlich zur Ankündigung der Einstellung tauchte ein Dienst namens Freedb2.org im Netz auf, der Freedb beerben will. Dieses Timing kommt nicht von ungefähr: Der Betreiber der Freedb2-Datenbank arbeitete mit Unterstützung des Freedb-Teams an einer neuen Version der Datenbank, bis er im Streit vor die Tür gesetzt wurde.

Freedb2 kann Standard-CD-Abfragen im Freedb-Format beantworten. Wer das Angebot einmal ausprobieren will, muss dafür einfach nur die Adresse "http://freedb2.org:80/~cddb/cddb.cgi" anstelle der bisherigen Freed-Datenbank-Adresse in das betreffende Konfigurations-Feld seiner CD-Ripping-Software eintragen. Das Hinzufügen neuer Alben zur Freedb2-Datenbank ist damit allerdings noch nicht möglich.

Musicbrainz: Mit akustischen Fingerabdrücken

Noch einen Schritt weiter geht Musicbrainz.org. Das ursprünglich ebenfalls als CD-Datenbank geplante Angebot setzt auf eine Kombination von akustischen Fingerabdrücken und menschlichem Expertentum. Das Projekt nutzt Technik der Firma MusicIP, um einzelne Audio-Dateien anhand ihrer klanglichen Eigenschaften zu erkennen. Damit ist es zum Beispiel möglich, für eine MP3-Datei mit unterschiedlichen Kodierungsraten die gleichen Informationen angezeigt zu bekommen.

Musicbrainz arbeitet zudem daran, eine Art Wikipedia für Musik-Metainformationen zu werden. Zahlreiche freiwillige Helfer durchkämmen die Musicbrainz-Einträge regelmäßig, um Fehler auszumerzen und Zusatzinformationen hinzuzufügen. So finden sich auf den Künstler-Webseiten auch Links zu Fan-Seiten und Coverversionen. Der einfachste Weg zur Nutzung des Musicbrainz-Datenbestands besteht in der Installation der für Windows und Linux erhältlichen Musicbrainz-Tagger-Software Picard.

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