Was wird die Online-Festplatte bieten?

Gdrive: Neue Indizien aufgetaucht

Ein aufmerksamer Blogger hat auf Googles Webseiten Informationen über ein kommendes Online-Speicherangebot entdeckt. Gerüchte über ein derartiges Gdrive gibt es schon lange. Doch wie wird der Service im Detail aussehen?

Corsin Camichel wollte eigentlich nur ein bisschen mit Googles Textverarbeitung Writely herumspielen. Aus Jux hängte er ein simples ".html" an die Writely-Webadresse - und traute seinen Augen nicht. Zum Vorschein kam die Webseite eines internen Google-Projekts, das schon seit Monaten zu den Lieblings-Themen der Google-Gerüchteküche gehört.

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Die Rede ist von Googles Gdrive - einem kostenlosen Web-Speicherplatz für Backups, Synchronisation und Dateientausch. Camichels Entdeckung hört auf den Projektnamen Platypus und sieht auf den ersten Blick nach einem Projekt für Google-Mitarbeiter aus. So wird ein Server erwähnt, der schon öfter mit internen Google-Projekten in Verbindung gebracht worden ist. Dazu heißt es, der Service könne auch genutzt werden, wenn man gerade nicht an einem Google-Computer sei.

Neue Nahrung für altes Gerücht

Beobachter der Firma sind sich schon lange darüber einig, dass Google einen Online-Speicher-Dienst plant. Die Firma ist an solchen Gerüchten nicht ganz unschuldig: Anfang März tauchte eine interne Firmenpräsentation im Netz auf, die unbegrenzten Speicherplatz für "E-Mails, Webseiten, Fotos, Bookmarks und dergleichen mehr" versprach. Die Firma entfernte das fragliche Dokument, nachdem Blogger davon Wind bekamen.

Mit Spurenbeseitigung reagierte Google auch auf das Auftauchen der Platypus-Details. Der Blogger bietet auf seiner Webseite einen Screenshot und eine gespeicherte Kopie der angeblichen Google-Seite an. Auf der Writely-Seite fehlt davon mittlerweile jede Spur. Einige Blogger konnten die Information jedoch verifizieren, indem sie im Source-Code der fraglichen Seite herumstöberten und Kontakt zu einem Google-Mitarbeiter aufnahmen. Anzeichen deuten zudem darauf hin, dass die Entwicklung von Platypus bereits im Jahr 2004 begann.

Die Features des Gdrive-Angebots

Auch wenn Platypus nur ein interner Dienst für Google-Mitarbeiter sein sollte - die dafür verwendeten Features könnten sich früher oder später in ähnlicher Form alle in einem öffentlich zugänglichen Gdrive-Dienst wiederfinden.

Platypus basiert auf einer herunterladbaren Software, die bereits für Windows, Mac OS X und Linux existiert. Diese Software ist offenbar nicht nur für den Upload von Daten zuständig, sondern auch für eine regelmäßige Spiegelung aller Gdrive-Daten auf der eigenen Festplatte. So heißt es auf der Webseite, die Daten seien auch "im Flugzeug" ohne Internet-Anbindung verfügbar.

Dazu soll es Firmen möglich sein, den Zugriff auf interne Dokumente ohne ein geschütztes VPN-Netzwerk zu erlauben. Damit hätten Mitarbeiter auch die Möglichkeit, vom Internet-Café aus auf ihre Daten zuzugreifen. Platypus gibt zudem die Möglichkeit, in Gruppen an den gleichen Dokumenten zu arbeiten - ganz so, wie Writely und Google Spreadsheets dies schon heute tun. Noch ist allerdings völlig unklar, wann Gdrive für Otto Normalverbraucher verfügbar sein wird.

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