Karten und Koordinaten für Blogger und Flickr-Nutzer

Plazes.com: Lokalisierung für Wifi-Nutzer

Vorbei sind die Zeiten, in denen das Netz auf dem heimischen Schreibtisch endete. Drahtlose Netzzugänge, Kamera-Handys und Weblogs sorgen dafür, dass online und offline immer mehr verschmelzen. Das deutsche Lokalisierungs-Startup Plazes.com will Netznutzern dabei helfen, digitale Koordinaten und reale Orte miteinander zu verbinden. Anfang Juli wurde die Plazes-Website komplett überarbeitet.

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Nutzer von Foto-Communities wie Flickr.com kennen das Problem: Hochladen geht immer schnell. Was lange dauert, ist das Beschriften. Wo entstand noch einmal der Schnappschuss gestern Abend? Welche Adresse hatte das gruselige Hotel im letzten Urlaub, vor dem wir alle Welt mit Bild-Beweisen warnen wollten? Und was bringt es anderen Nutzern eigentlich, wenn die Fotos des eigenen Vorgartens mit "zu Hause" beschriftet werden?

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Plazes.com kann bei solchen Problemen helfen. Die Plattform ermöglicht ihren Nutzern, Bilder bei Flickr.com ganz einfach mit Längen- und Breitengraden zu beschreiben. Auf der Plazes-Webseite gibt es zudem weitere Informationen zu dem Ort der jeweiligen Fotos. Zum Beispiel eine Google-Straßenkarte. Oder ob der Fotograf zufällig gerade an dem betreffenden Ort aufzufinden ist.

Wifi-Router statt GPS

Möglich wird all dies durch Geolokalisierung - ein Schlagwort, dass die Verortung einer Person über technische Hilfsmittel beschreibt. Derartige Technik wird zum Beispiel von Auto-Navigationssystemen eingesetzt, die sich dazu der GPS-Satelliteninformationen bedienen. Auch Mobilfunk-Anbieter setzten immer häufiger auf Geolokalisierung, um ihren Kunden Kinos oder Restaurants in ihrer unmittelbaren Umgebung zu empfehlen.

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Plazes funktioniert ein wenig anders. Das System setzt zur Verortung auf drahtlose Netzwerke. Plazes-Nutzer installieren dazu eine kleine Software-Komponente, die zum Auslesen der MAC-Adresse des jeweiligen Routers genutzt wird - einer Art Kennziffer zum Identifizieren von Wifi-Netzwerkknoten. Plazes-Nutzer können dann den jeweiligen Ort direkt über die Software beschreiben. Also zum Beispiel angeben, dass dies ihr Zuhause oder das Straßencafé um die Ecke ist. Sobald sich dann ein anderer Nutzer am gleichen Ort einloggt, bekommt er diese Beschreibung angezeigt.

Plazes zeigt außerdem an, welche bereits registrierten Orte sich in der eigenen Umgebung befinden und wer dort gerade online ist. Dazu bietet es seinen Nutzern eine ganze Reihe kleiner, sinnvoller Tools: So lässt sich ein Button in die eigene Webseite einbinden, der Besuchern anzeigt, wo man sich aufhält. Auch eine Integration mit Skype und anderen Instant Messaging-Programmen ist möglich.

Ein Stalker-Paradies?

Wenn jeder Leser der eigenen Webseite erfährt, wo man sich gerade aufhält - ist das nicht einfach nur eine Einladung für Schnüffler und Stalker? Plazes baut dieser Gefahr mit ein paar simplen Tricks vor: Wer die Adresse seiner Wohnung nicht öffentlich machen will, kann auch nur ungefähre Koordinaten angeben - wie etwa die eigene Postleitzahl. Die Anzeige des eigenen Aufenthaltsorts kann zudem auf die persönlichen Plazes-Kontakte beschränkt werden.

Die Plazes-Macher haben sich einen weiteren Trick überlegt, um persönliche Daten sicher vor allzu neugierigen Augen aufzubewahren. Firmensitz und Server befinden sich in der Schweiz - auf neutralem Terrain, fernab von BND und Co.

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