Erste Entlassungen bei US-Blog-Verlag

Internet & Netzwelt: Zu viele Blogs für die Welt?

Der New Yorker Weblog-Verlag Gawker hat diese Woche eine Reihe von Bloggern entlassen und den Verkauf zweier Websites angekündigt. Gawker-Gründer Nick Denton erklärte dazu, die Welt brauche keine neuen Blogs mehr.

Gawker will sich von Sploid.com und Screenhead.com trennen. Sploid war Gawkers Versuch, so etwas wie eine Online-Bild-Zeitung für Blog-Leser zu erschaffen. Große, reißerische Überschriften, kurze Texte und zahlreiche Fotos sollten Büroarbeitern eine Alternative zu den klassischen Nachrichtenangeboten geben.

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So richtig funktioniert hat das offenbar jedoch nie. Die Zugriffszahlen lagen lange unter 500.000 Besuchern pro Monat. Erst in diesem Frühjahr erreichte Sploid über 900.000 Besucher. Screenhead wiederum sollte ein Filter für Web-Videos, Flash-Animationen und Fotomontagen sein - ein Konzept, das monatlich ebenfalls nicht viel mehr als 500.000 Besucher begeistern konnte.

Ausnüchtern, bevor die Party aufhört

Der Weblog-Verlag entlässt zudem einige Mitarbeiter von Blogs wie Gawker.com und Gizmodo.com. Gawkers Chef erklärte dazu in seinem Blog, er wolle sich gegen mögliche Einbußen im Online-Werbegeschäft absichern. "Besser, wir werden nüchtern, bevor die Party aufhört", so Denton. "Wie ein Fernsehsender müssen wir unsere Hits fördern und unser Programm von weniger populären Shows bereinigen."

Der Vergleich mit einer Fernsehstation kommt nicht von ungefähr. Gawker versteht sich als klassisches Medienunternehmen, das anstelle von Zeitschriften oder TV-Shows Blogs produziert. Gawkers Autoren werden deshalb auch im Gegensatz zu anderen Blog-Netzwerken nicht an den Anzeigeneinnahmen beteiligt. Die Firma zahlt Denton zufolge mittlerweile branchenübliche Gehälter.

Jedes Blog hat einen Leser

Dass sich Sploid und Screenhead nicht durchsetzen konnten, ist Denton zufolge auch auf die zunehmende Übersättigung der Blogosphäre zurückzuführen. Gegenüber der New York Times erklärte er, durch Webseiten wie MySpace gebe es mittlerweile ein Blog für jeden Blog-Leser. Es sei einfach, ein Blog zu starten. Damit auch Erfolg zu haben sei jedoch ungleich schwerer. Dentons Fazit: "Die Welt braucht keine weiteren Blogs mehr."

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Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 2 Beiträge

Ganz falsch liegt Denton aber auch nicht, selbst auf die ganze Welt bezogen ist früher oder später der Markt gesättigt. Andererseits kann ich mir nicht vorstellen das jeder etwas interessantes findet über das es...

Immer wieder amüsant zu sehen, wie Amerikaner ihr eigenes Land als "die Welt" bezeichnen.

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