Zweite Netzwerk-Ebene soll Gnutella verbessern

Filesharing: Limewire bald mit Bittorrent und neuem Protokoll

Limewire galt lange Zeit als Purist unter den Tauschbörsen. Während sich Konkurrenten wie Morpheus oder Shareaza schon vor Jahren an die Integration von möglichst vielen Netzen machten, bastelten die Limewire-Programmierer lieber am Gnutella-Standard. Doch jetzt soll das Tausch-Programm erstmals Unterstützung für Bittorrent und Distributed Hash Tables bekommen.

Limewire gab jetzt erstmals auf seinem Blog bekannt, dass die nächste Beta-Version der Tausch-Software Bittorrent-Downloads unterstützen wird. Die Firma begann offenbar bereits im März mit der Integration des Bittorrent-Protokolls. Man habe jedoch bisher mit einer Veröffentlichung der Software gewartet, um eine Belastung anderer Bittorrent-Clients zu vermeiden, so ein Limewire-Entwickler.

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DHT: Wie verteilte Telefonbücher

Die Bittorrent-Unterstützung ist nicht die einzige überraschende Ankündigung der Limewire-Entwickler. Die Tausch-Software wird in Zukunft auch Distributed Hash Tables (DHT) unterstützen. Dies ist eine P2P-Technologie, die unter anderem bei eMule und Azureus zum Einsatz kommt. DHTs basieren im Gegensatz zu Gnutella auf einem strukturierten Netzwerk.

Hört sich kompliziert an? Ist es auch. Aber zum Glück gibt's ja Analogien wie diese: Nehmen wir einmal an, Otto Müller will seinen Freund Peter Vogel finden. Würde er dabei nach dem Gnutella-Prinzip verfahren, dann müsste er zuerst einmal seinen Hausmeister anrufen. Der würde nachschauen, ob ein Peter Vogel in seinem Haus wohnt, und dann den Hausmeister des Nachbarhauses anrufen - und so weiter, bis Peter dann irgendwann gefunden wird. Oder einer der Hausmeister ganz einfach aufgibt.

Wenn Otto für seine Suche DHTs nutzt, dann schaut er zuerst einmal ins Telefonbuch. Da steht Peter zwar auch nicht drin, aber dafür ein paar andere Vogels. Und wenn er die dann anruft, erfährt er von der Vogel-Familien-Telefonliste. Noch ein, zwei weitere Anrufe, und Peter Vogel ist gefunden.

Gnutella verbessern, Web-Suchen erleichtern

Limewire will seine Mojito genannte DHT-Technologie dazu nutzen, eine strukturierte Netzwerk-Ebene parallel zum klassischen Gnutella-Netz aufzubauen. Gnutella soll dann weiterhin die klassischen Stichwort-Suchen beantworten, während Mojito die Suche nach spezifischen Dateien anhand ihrer Prüfsumme (ihres Hashes) übernimmt. Diese Funktion wird nicht nur das Wieder-Aufnehmen abgebrochener Downloads erleichtern, sondern auch bessere Möglichkeiten zur Verlinkung von Gnutella-Inhalten im Web bieten.

Gerade solche Web-Links könnten für Limewire extrem interessant werden. Die Firma begann bereits im letzten Jahr mit der Entwicklung einer eigenen Web-Community. Limewires Entwickler Sam Berlin hat jetzt zudem angekündigt, dass Mojitos API-Schnittstelle auch anderen Entwicklern offen stehen wird. Damit wär es dann auch möglich, andere Web-Dienste um eine P2P-Komponente zu erweitern.

Weitere Informationen

Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Filesharing hier.

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