Test: Dreamfall - The longest Journey
Packend passiv
Die Steuerung der drei spielbaren Helden, über die man abwechselnd die Kontrolle erhält, folgt Genrestandards. Über die Tasten WASD werden Laufwege gesteuert und mit variablen Mauszeigern Interaktionen ausgelöst. Gamepads werden ebenfalls unterstützt. Via Handy hält Zoë Kontakt zu Freunden, die telefonisch Tipps geben oder auf Anfrage nützliche Dateien überspielen.
Wie alle anderen Gegenstände ist auch das Mobiltelefon im Inventarmenü untergebracht, dessen Verwaltung etwas kompliziert ausfällt. Das Anwenden und Kombinieren von Gegenständen geht in vielen anderen Adventures leichter von der Hand. Kein ernstes Problem, denn sonderlich viel zu experimentieren gibt es mangels Fundstücken und Rätseln nicht. Gegenüber dem vielfach ausgezeichneten Vorgänger sind Denksportaufgaben seltener und leichter geworden.
An den Actionpassagen scheiden sich die Geister. In der magischen Parallelwelt Arcadia, Heimat der Heldin des ersten Teils, April Ryan, und des religiösen Eiferers Kian, wirken Schwertkämpfe zumindest nicht deplaziert. Auf den Punkt bringt es "Dreamfall"-Designer Ragnar Tornquist: "Dieses Spiel erzählt eine Geschichte, und zwar eine Thriller-Geschichte, und die verlangt nach Action." Interessant ist eine Aussage Tornquists, wonach er Games überhaupt nicht wie Filme betrachte und Zwischenseqzenzen am liebsten ganz verbannen würde. Da es in Spielen jedoch um Charaktere gehe, seien Dialoge enorm wichtig.
Auch die längste Reise geht einmal zu Ende. Nach mehr als 20 Stunden sind "Dreamfall"-Spieler um die Erfahrung reicher, dass Computergames fast ausschließlich mit Handlung und Bildsprache fesseln können. Genau wie "Fahrenheit" nimmt der Titel aus Norwegen, der erstmalig in der Landesgeschichte mit Regierungsgeldern gefördert wurde, seine Protagonisten so ernst, dass der Gefühlsaustausch zwischen Polygonfiguren keine unfreiwillige Komik erzeugt. Nicht zuletzt deshalb ist "Dreamfall: The longest Journey" ein wertvoller Beitrag zum Erwachsenwerden des interaktiven Spiels.
Der nächste Schritt sollte jedoch sein, Emotion verstärkt auch ohne Zwischensequenzen zu transportieren. Denn in "Dreamfall" wird das Gamepad doch sehr oft und lang beiseite gelegt.
| Steckbrief | ||
|---|---|---|
| Sound | 15 von 15 % | 84 % |
| Grafik | 13 von 15% | |
| Spielspaß | 12 von 15% | |
| Multiplayer | entfällt | |
| Bedienung | 7 von 10% | |
| Preis/Leistung | 13 von 15% | |
| Hardwareanforderung | 12 von 15% | |
| Langzeitspielspaß | 12 von 15% | |
