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26.06.2006
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Fantastische Traumreisen

Test: Dreamfall - The longest Journey

Adventure

Test: Dreamfall - The longest Journey

Es gibt Tausende Games, doch die wenigsten funktionieren als Geschichte. Der Nachfolger zu "The longest Journey" brilliert in dieser Disziplin - auf Kosten der Interaktion.

Zoë Castillo ist jung, hübsch und mit den technischen Errungenschaften des 23. Jahrhunderts gesegnet, einem sprechenden Multimedia-Kuscheltier zum Beispiel. Nach Freudensprüngen ist ihr trotzdem nicht zumute. Eine langjährige Beziehung ging in die Binsen, berufliche Perspektiven gibt es nicht. Als die Tochter eines Wissenschaftlers dann auch noch von unheimlichen Visionen geplagt wird, worin ein Geistergör die Rettung einer April Rayn anmahnt, ist die Stimmung gänzlich getrübt.

Erst die Entdeckung einer Frauenleiche und das mysteriöse Verschwinden ihres Ex-Freundes, der als Reporter eine brisante Story aufzudecken versprach, rütteln die junge Frau aus ihrer Lethargie. Zoë folgt den verschlüsselten Botschaften auf dem Notebook des Verflossenen und begibt sich auf eine abenteuerliche Reise.

Es gibt viel zu tun, schauen wir’s an

Vor dem Trip durch fantasievolle Zwillingswelten stehen jedoch zähe Reisevorbereitungen. Bis die Geschichte nach gut einer Stunde ins Rollen kommt, werden fast nur Wegpunkte abgeklappert und Dialoge geführt. Wer als Neuspieler mit "Dreamfall" in das Adventure-Genre einsteigt, wird sich verwundert die Augen reiben. Nicht wegen der 3D-Grafik - die ist gehobener Standard -, sondern angesichts der spielerischen Flaute.

Besonders in der Anfangsphase wird die Heldin fast nur von A nach B geschickt, wobei sich die Wege ständig wiederholen und viele Ladeunterbrechungen den Spielfluss hemmen. Auch die hohe Dialogdichte lässt "Dreamfall" eher wie einen interaktiven Film anmuten. Daran ändern selbst spätere Kämpfe, Schleichpassagen und Rätseleinlagen wenig. Dominiert werden die 13 Kapitel von Cutscenes und Multiple-Choice-Gesprächen. Profisprecher, darunter die deutsche Stimme Angelina Jolies, versüßen aber selbst die längsten Wortwechsel. Seinem Ruf als Publisher mit hohem Anspruch bei der Lokalisierung wird Publisher dtp erneut gerecht. Zudem ist "Dreamfall" musikalisch erstklassig untermalt.

Dreamfall

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