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Video-Podcast-Freeware: Sehen und gesehen werden
Mit intelligenter Software wird der PC zum Internet-TV

von Dominik Schöneberg Uhr veröffentlicht

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Wer eine eigene Fernsehshow haben will, braucht nicht unbedingt einen eigenen TV-Sender: Per Video-Podcast kann jeder Internetnutzer seine eigene Sendung im World Wide Web verteilen. Die Freeware-Programme FireAnt, Democracy Player und Open Media Network machen es leicht, interessante oder unterhaltsame Internet-TV-Serien zu finden oder selbst einen eigenen Kanal zu starten.

Wer eine eigene Fernsehshow haben will, braucht nicht unbedingt einen eigenen TV-Sender: Per Video-Podcast kann jeder Internetnutzer seine eigene Sendung im World Wide Web verteilen. Die Freeware-Programme FireAnt, Democracy Player und Open Media Network machen es leicht, interessante oder unterhaltsame Internet-TV-Serien zu finden oder selbst einen eigenen Kanal zu starten.

Rocketboom ist Kult: Der gleichermaßen unterhaltsame wie informative Videoblog mit Frontfrau Amanda Congdon ist inzwischen weltweit populär. Wer die neueste Episode von Rocketboom nicht verpassen will, muss nicht unbedingt täglich die Website besuchen: Die einfachste Methode sicherzustellen, keine Folge zu verpassen, ist den Videoblog als Podcast zu abonnieren. Die Videodateien, die über einen RSS-Feed veröffentlicht werden, werden dann von einer Podcatcher-Software wie iTunes automatisch heruntergeladen und auf Wunsch auf einen tragbaren Videoplayer übertragen.

Videopodcast statt Antennenfernsehen

Ursprünglich gedacht waren Audio- und Video-Podcasts für die mobile Unterhaltung, wie der Name in Anlehnung an den iPod schon erahnen lässt. Weitergedacht ist das Verfahren aber eine Alternative zu Streaming-Angeboten oder sogar zu konventionellen TV-Ausstrahlung über Antenne, Kabel oder Satellit. Die Vorteile des Video-Podcasts liegen auf der Hand: Während die TV-Sender beim konventionellen Fernsehen ihr Programm nur zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt ausstrahlen, können Internetnutzer ihre Lieblingssendung anschauen, wann es ihnen passt. Dank des automatischen Downloads funktioniert ein Podcatcher im Prinzip wie ein Videorekorder, der automatisch jede Folge der Lieblingsserie mitschneidet.

Im Prinzip können sich Internetnutzer inzwischen ihr eigenes TV-Programm zusammenstellen, indem sie sich die Rosinen aus dem ständigen wachsenen Angebot von Video-Podcasts herauspicken: Wer mag kann zum Beispiel die Tagesschau, Börsennachrichten von n-tv oder die brutalen Abenteuer der knuddeligen Happy Tree Friends abonnieren.

FireAnt: RSS-Reader, Podcatcher und Videoplayer

Auf der Suche nach lohnenden Downloads abseits der begrenzten Auswahl bei iTunes in der internationalen und unübersichtlichen Welt der Video-Podcasts hilft das Freeware-Programm FireAnt: Im Archiv sind mehr als 5.000 Videopodcasts gelistet. Weil Benutzer die Videopodcasts mit Stichwörtern - so genannten Tags - etikettieren können, finden Internetnutzer über die Suchfunktion schnell Kanäle zu den für sie relevanten Themen.

FireAnt ist ein RSS-Reader und Podcatcher mit integriertem Videoplayer. Wer einen Videopodcast abonnieren möchte, muss einfach die Adresse des RSS-Feeds oder der Webseite eingeben. Danach lädt die Software automatisch aktuelle und neu erscheinende Videos herunter und überträgt sie auf Wunsch auch direkt auf einen tragbaren Videoplayer wie den iPod Video von Apple oder die Playstation Portable. Kinderleicht lassen sich auch mehrere Video-Podcasts verwalten.

Democracy Player: Schick und demokratisch

Genauso unkompliziert wie FireAnt ermöglicht der Democracy Player den Zugriff auf zahllose Video-Podcasts: Die von der gemeinnützigen Participatory Culture Foundation entwickelte Open-Source-Software sieht aber schicker aus und ist auch intuitiver zu bedienen. Der integrierte Videoplayer basiert auf dem Video Lan Client, der dafür bekannt ist, so gut wie jedes Format abzuspielen.

Videopodcasts

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Während die Nutzer von Open Media Network die Videos betrachten, können sie sie auch sofort bewerten oder kommentieren.

Ziel der Entwickler der Democracy-Plattform ist es, Internetnutzern eine möglichst einfache und kostengünstige Möglichkeit zur Verbreitung eines eigenen TV-Kanal zu gewähren. Mit dem Software-Tool Broadcast Machine können Internetnutzer unkompliziert einen eigenen Kanal starten. Sie müssen lediglich die Links zu den Videos eingeben, die veröffentlicht werden sollen - die erforderlichen RSS-Feeds erstellt die Broadcast Machine automatisch. Dabei können sowohl Dateien von der eigenen Website oder einem bestehenden Blog wie auch Fundstücke bei Videodiensten wie Vimeo oder Ourmedia verlinkt werden.

Um den Datenverkehr und somit die Kosten für die TV-Macher möglichst gering zu halten, können die Dateien bei Democracy TV wahlweise auch über das P2P-Netzwerk Bittorrent verteilt werden: Der Democracy Player fungiert dabei als Client-Software und die ursprünglich hochgeladene Datei als Seed. Neben der Kostenersparnis hat das P2P-Verfahren einen weiteren Vorteil: Bei steigender Nachfrage wächst automatisch die Kapazität, während Download-Server bei zu viel Datei-Abrufen in die Knie gehen können.

OMN: Videopodcast-Download per P2P

Ebenfalls auf P2P setzt Open Media Network (OMN). Um Videos bei OMN zu veröffentlichen, müssen Internetnutzer lediglich die Adresse des RSS-Feed anmelden. Die OMN-Server laden die Datei dann automatisch nach dem Erscheinen in den Cache: Nutzer können die Datei dann herunterladen und über ein P2P-System weiter verteilen.

Dank Tags werden Internetnutzer auch im OMN-Archiv auf der Suche nach für sie interessanten Video-Podcasts schnell fündig. Neben den Stichwörtern können Nutzer die einzelnen Videos zudem auch mit Kommentaren oder einer Bewertung von null bis fünf Sternen versehen, anhand derer sich gute wie schlechte Kanäle schnell identifizieren lassen.

DRM: Video-Podcasts bald nicht mehr kostenlos?

Bis jetzt sind sämtliche Videos kostenlos - das könnte sich künftig ändern: Die Macher von OMN arbeiten an einem Abrechnungssystem, mit dem Anbieter ein Abonnement eines Kanals oder den Download einzelner Episoden kostenpflichtig machen können. Um zu verhindern, dass die Videos illegal weiterkopiert werden, sollen die Dateien mit einem DRM versehen werden.

Ob Internetnutzer für Video-Podcasts in absehbarer Zeit Geld bezahlen, steht allerdings in den Sternen. In jedem Fall könnte Internetfernsehen wie Rocketboom aber etwas frischen Wind in die TV-Landschaft bringen: Während noch vor Jahren viel Geld und eine Sendelizenz nötig waren, um Fernsehen zu machen, kann dank Democracy Player und Co. nun im Prinzip jeder Internetnutzer einen eigenen, unabhängigen TV-Kanal starten.

Kommentare zu diesem Artikel

Wer eine eigene Fernsehshow haben will, braucht nicht unbedingt einen eigenen TV-Sender: Per Video-Podcast kann jeder Internetnutzer seine eigene Sendung im World Wide Web verteilen. Die Freeware-Programme FireAnt, Democracy Player und Open Media Network machen es leicht, interessante oder unterhaltsame Internet-TV-Serien zu finden oder selbst einen eigenen Kanal zu starten.

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  • IRREFÜHRUNG schrieb Uhr
    AW: Video-Podcast-Freeware: Sehen und gesehen werden

    Hier steht nix über Software, die dabei hilft, einen Podcast zu erstellen - irreführender Titel.

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http://www.netzwelt.de/news/74268-video-podcast-freeware-sehen-gesehen.html
2006-06-29 14:09:00
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/gallery/2008/464/3264.jpg
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