Vom Browser zum kollaborativen Filter
Netscape: Auferstanden aus Ruinen
Browser
AOL will seine Netscape-Marke nach Jahren der Vernachlässigung wiederbeleben. Mit dem Browser-Pionier wird Netscape jedoch praktisch nichts mehr zu tun haben. Unter Netscape.com soll ein Community-Portal entstehen, das Nutzer über die dargebotenen Stories bestimmen lässt. Die jetzt gestartete Beta-Version erinnert stark an die Technik-Webseite Digg.com.
Netscape galt lange Zeit als erste Erfolgsgeschichte des Internets. Die vom Web-Pionier Marc Andreesen gegründete Firma veröffentlichte 1994 ihren ersten Browser - und eroberte damit das Netz im Sturm. Gegen Mitte der Neunziger verzeichnete Netscapes Communicator-Software einen Marktanteil von mehr als achtzig Prozent.
Doch dann kam Microsofts Internet-Explorer und mit ihm der Browser-Krieg. Microsoft setzt dabei auf eine enge Integration mit seinem Windows-Betriebssystem und luchste Netscape in wenigen Jahren praktisch alle Nutzer ab. 1998 wurde Netscape schließlich für stolze 4,2 Milliarden US-Dollar von AOL aufgekauft.
Hilfe vom Blog-Netzwerkler
AOL wusste aber offensichtlich nicht so recht, was man mit dem teuren Einkauf anstellen sollte. Der Netscape-Code wurde als Open Source ins Netz gestellt und bildete damit die Grundlage für den Firefox-Browser. AOL setzte stattdessen darauf, mit dem Web-Portal Netscape.com Yahoo & Co. Konkurrenz zu machen. Der Plan ging nicht auf, Netscape blieb eine beliebige Startseite unter vielen.
Jetzt will es der Medienkonzern mit dem gelben Strichmännchen noch einmal wissen. Netscape.com soll zu einer kollaborativen News-Webseite umgebaut werden, die Nachrichtenangeboten wie Google News Nutzer und Pageviews abspenstig machen soll. AOL setzt dazu auf die Hilfe von Jason Calacanis - dem Gründer des Blog-Netzwerks Weblogs Inc., das AOL Ende letzten Jahres für geschätzte 25 Millionen US-Dollar gekauft hat. Calacanis dazu in seinem Blog: "Die Grundlage des neuen Netscape-Portals ist Meta-Journalismus."
Links zum Artikel
Jetzt sind Sie dran.
Kommentieren
nach oben






