Eine kurze Geschichte des Abo-Radios
Podcasting: Happy Birthday, Podcasting!
Vor zwei Jahren tauchten die ersten Podcasts im Netz auf. Seitdem ist das Medium vom Geek-Experiment zum ernsthaften Konkurrenten des traditionellen Radios geworden. Zeit für einen ersten Rückblick.
Inhaltsverzeichnis
- 1Von der Idee zur Software
- 2Mit iTunes zum Durchbruch
- 3Kein Ende in Sicht
Am 11. Juni 2004 entschloss sich Dave Winer, sein tägliches Weblog erstmals in Form einer MP3-Datei im Netz zu publizieren. Winers erster Audio-Blogbeitrag war ein rund 20 Minuten langer Monolog über Thai-Restaurants, befreundete Journalisten und die Zukunft des RSS-Formats.
Neu war das nicht, und unterhaltsam auch nur bedingt. Vor Winer hatten sich schon viele Blogger daran versucht, Audio in ihre Blogs zu integrieren. Einige hatten sogar bereits damit begonnen, professionelle Sendungen als MP3-Downloads im Netz zu verbreiten.
Winer ist jedoch der Erfinder des RSS-Formats und damit auch einer der Väter des Podcasting. RSS wird von Bloggern genutzt, um Leser über neue oder aktualisierte Beiträge auf dem Laufenden zu halten. Winer erweiterte den Standard bereits Anfang 2001 um die Möglichkeit, über so genannte Enclosures neben Text auch Downloads über einen RSS-Feed zu verbreiten - wie zum Beispiel seinen atemlosen Monolog vom 11. Juni 2004.
Von der Idee zur Software
Die Enclosure-Möglichkeit wurden lange Zeit ignoriert. Es gab einfach keine RSS-Reader-Software, die damit umgehen konnte. Einige Entwickler begannen jedoch ab Herbst 2003 damit, an Skript-Lösungen zum Herunterladen und Verwalten von Mediendateien zu basteln. Eines der ersten frei verfügbaren Skripte stammte vom ehemaligen MTV-Moderator Adam Curry.
Ab September 2004 erschienen dann die ersten Rundum-Lösungen, mit denen sich Podcasts direkt aus dem Netz auf den eigenen iPod übertragen ließen - darunter auch die iPodder genannte Software, die mittlerweile aus markenrechtlichen Gründen unter dem Namen Juice firmiert. Curry begann zudem im Herbst 2004 damit, einen täglich aktualisierten Podcast zu produzieren, der vielen Podcastern als Vorbild für eigene Shows diente.
Mit iTunes zum Durchbruch
Im September 2004 waren nur eine Hand voll Podcaster im Netz aktiv. Gegen Ende des Jahres gab es schon weit über hundert regelmäßig aktualisierte Sendungen. Bald wurden auch klassische Medienmacher auf den Trend aufmerksam: So begann der kalifornische Radiosender KCRW im März 2005 damit, mehrere Dutzend seiner Sendungen im Netz als Podcasts verfügbar zu machen. Im Mai folgte dann auch die netzwelt mit einem eigenen Podcast.
Im Juni veröffentlichte Apple eine iTunes-Version mit Podcast-Support. Die sowieso schon große Nutzerbasis der Software in Verbund mit dem einfach bedienbaren Podcast-Verzeichnis ließen die Zugriffszahlen vieler Podcasts praktisch über Nacht explodieren.
Kein Ende in Sicht
In zwei Jahren von einer fixen Idee zum Massenmedium - das schafft nicht jedes Medienformat. Zwar streiten sich Marktforscher noch darüber, wie groß das Podcast-Publikum wirklich ist. Doch Zahlen von Providern zeigen, dass kein Ende des Podcast-Booms in Sicht ist. So berichtete Libsyn.com im April, dass sich das Publikum ihrer Podcasts innerhalb eines Vierteljahres verdoppelt hat.

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