Von Autoerotikern und niederländischen Forschern
Macht's Euch doch selbst: Webcams verändern Sexualverhalten
Internet & Netzwelt
Es gab einmal eine Zeit, da musste der Mensch etwas dafür tun, einen Sexualpartner zu finden. Jahrelanges Freien, Liebesbriefe, teure Geschenke. Und dann war da noch der Vater der Angebeteten, der all diese Bemühungen mit einem "Nein!" vernichten konnte. Heutzutage geht es schneller: Laut einer niederländischen Studie verändern Webcams bereits das Sexualverhalten.
Noch vor wenigen Jahren war das Telefon das schnellste Medium: Pärchen, die sich ihre Liebe auf Entfernung flüstern wollten, waren auf ein Telefon und ihre Fantasie angewiesen. Je nach Entfernung konnte das teuer werden, für Singles mit anonymen Telefonsex-Ambitionen sowieso. Als das Internet kam, ging alles schneller und billiger. Auf E-Mail folgte das Instant-Messaging, dann kam Voice-over-IP. Inzwischen funktioniert der Austausch von Liebesgeflüster Dank Webcams auch in Echtzeit und in VGA-Auflösung. Ohne zusätzliche Kosten.
Ergüsse eines Autoerotikers
Webcams gibt es zwar bereits lange, doch erst die weite Nutzung von Breitband-Anschlüssen macht den heißen Video-Chat zu einem Erlebnis. Einer Studie des niederländischen Internet-Providers Royal KPN zufolge hatten bereits 25 Prozent der männlichen und 20 Prozent der weiblichen Jugendlichen Sex im Web - mit oder ohne Kamera. Obwohl auch der Begriff "Cybersex" schon länger durch die Medien geistert, sind das erstaunliche Ergebnisse. Denn bislang waren Cybersex-Fantasien wohl eher dem Geiste neurotischer Autoerotiker entsprungen. Cybersex-Geschichten waren eher einseitige Erlebnisse, bei denen sich bezahlte Damen auf Anweisung einer lechzenden Chatter-Gemeinde vor der Kamera räkelten.
Die zunehmende Zahl der Webcams hilft hingegen beim privaten Cybersex. Es wird dank Kamera möglich, sich ganz unverbindlich zum Stelldichein zu verabreden. Online gibt es bereits zahlreiche Kontaktbörsen, die die Technik zur Partnervermittlung oder einfach zum Spaß an der Freude nutzen: So bietet die Partnerbörse singles-4you.de bereits eine Funktion für den feuchtfröhlichen Video-Chat. Wer mag, kann sich mit seiner Flamme dort für einen direkten Kontakt verabreden - nicht unbedingt die perfekte Lösung für soziale Phobiker.
Links zum Artikel
- Internet-Nutzung: Jugendliche lieben das Web
- Neue Studien: Freud und Leid des World Wide Web
- Private Webcams: Mit einem Bein im Knast
- Royal KPN
- Sex-Probleme: Wenn die Freundin beim Sex ans Handy geht
- Webcam-Hacking: Bedrohung oder Panikmache?
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Netter Artikel, der Stil gefällt mir.
Ein paar mal musste ich laut auflachen, allerdings weiß ich nicht, ob das gewollt war... :p
Der Artikel gefällt mir auch.Aber eine Webcam soll helfen? Ich finde sie kann auch viel verhindern
Zitat:
Keine Sorge, bei Texten von mir ist das immer gewollt :-D
Das erste Mal kam ich mit Camsex in Berührung, als mir eine Frau, die sich durch das Chatten verliebt hatte, anbot, ihr beim Duschen zuzuschauen (Laptop, WLan). Zu dem Zeitpunkt kannte ich das noch garnicht und hatte auch noch nie von der Möglichkeit Webcam und Sex miteinander zu verbinden gehört. Für alle, deren Fantasie jetzt einen Schritt zu weit geht. Sie hat sich geduscht, nicht mehr. Es war schön und ich war sehr stolz, dass mir so etwas wiederfuhr - es hatte nichts von dem Dreckigen, wie es in dem Artikel dargestellt wird. Auch als sie mir bei passender Gelegenheit mehr zeigte, war nichts Falsches dabei.
Komisch, dass gerade Leute, die sich mit neuen Techniken auseinandersetzen, so wenig offen für die Konsequenzen eben dieser Techniken sind.
In zwei Wochen wird mich einer meiner Online-Flirts zum zweiten Mal besuchen. Ein Mal habe ich sie besucht, wir chatten fast jeden Tag, sie wohnt 400km von mir entfernt. Auch wir haben zwischendurch mal mit der Webcam gespielt, klar. Warum auch nicht. Nach dem Einzug des Autos in das Alltagsleben hat man auch nicht gesagt: "Ne, wir schaffen diese tolle Sache jetzt wieder ab". Oder: "Wir benutzen diese Sache jetzt nur noch" (Mit Ausnahme der Amerikaner.). Neue Technologien führen, mit Bedacht genutzt, zu einer Erweiterung der bestehenden Möglichkeiten.
Irgendwann habe ich mal mit einer Frau in einem inzwischen geschlossenen Chatroom eine heisse Unterhaltung geführt. Es waren viele andere Leute anwesend, die auch quatschten. Aber nach und nach wurden sie alle still und hörten uns zu...
Das war ein tolles Erlebnis. Die Frau fand es gut, die anderen fanden es toll, und ich auch. So, whats wrong?
Mein Sexualleben ist dadurch, dass ich gelegentlich mal cybersexle - und mehr ist es nicht - am Anfang war es sicher mal überdurchnittlich viel - deutlich bereichert worden.
Ausserdem muss man auch ganz klar sagen: Durch das Internet reden Leute jetzt über Dinge, über die sich die meisten Ehepaare nicht nach dreißig Jahren Ehe unterhalten würden. Das ist eindeutig positiv. Ich erinnere mich an das Statement von ein paar bekannten Teenies: Aufklärung, das war bei uns Pornofilme anschauen. So haben wir uns aufgeklärt.
Ich bin jetzt 40 - und wenn ich es mir recht überlege - mich hat auch nie jemand aufgeklärt.
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