Mona Lisas gequältes Lächeln
Kurztest: The Da Vinci Code - Sakrileg
Oh Gott: Der neue PC-Titel von 2K Games belegt eines deutlich: Laue Lizenzumsetzungen sind für Spielemacher kein Sakrileg.

Gemäß der Buch- und Filmvorlage beginnt das Spiel mit einer Leiche im Louvre: Der zuständige Direktor wurde ermordet aufgefunden, die entblößte Brust mit kultischem Klimbim versehen. Robert Langdon, Spezialist für Symbologie, wird von den französischen Ermittlern nur zum Schein hinzugezogen. In Wahrheit hält man ihn für den Mörder, da der Sterbende den Namen des Wissenschaftlers auf den Boden gekritzelt hat. Mithilfe der Kryptologin und Enkelin des Mordopfers Sophie Neveu kann sich Langdon der Verhaftung entziehen. Fortan geht das gemischte Doppel den Hintergründen der Tat gemeinsam auf die Spur. Diese führt über die Meisterwerke Da Vincis zu einem ruchlosen Religionsverein.
Das Spiel zur Buchverfilmung schickt mit Neveu und Langdon zwei kontrollierbare Helden auf Schnitzeljagd. Herumgeschnüffelt wird vornehmlich in schattigen Kirchengemäuern. Das Enträtseln von Zahlenkombinationen und Anagrammen erfordert Hirnschmalz, die Maßregelung zahlreicher Wachmänner und Mönche eine harte Hand.
Mit dem Fahrstuhl aus der Gefahrenzone
Für die actionreichen Kampfsequenzen hat der Adventure-Kracher "Fahrenheit" Modell gestanden. Nur ein Bruchteil der Schläge landet nach einem Mausklick direkt in einer virtuellen Visage. Schlag- und Meidbewegungen werden meist durch die korrekte Eingabe von vorgegebenen Tastenkombinationen auf den Weg gebracht. Was interessant klingt, erweist sich in der Praxis als mittlere Katastrophe. Verwirrend und viel zu lang gestalten sich die Faustkämpfe.
Während des Tests wurden Grafikfehler mehrmals unverhofft zum Friedensstifter. Sobald ein Kampf anstand, sauste die Kamera eine Etage höher oder tiefer, den Spielcharakter nahm sie nur manchmal mit. Auch wenn Gegenstände oder Leichen unter die Lupe genommen werden, droht Schwindelgefahr. Beim Scrollen über Oberflächen ist der schlingernde Cursor kaum zu bändigen.
Veraltete Technik, Programmfehler, eine komplizierte Menüstruktur und mehr Krampf als Kampf - leichter, weil schneller, sind die positiven Aspekte des Spiels aufgezählt: ansprechende Rätsel und die Ausnutzung des populären Sakrileg-Stoffes.
Fazit: Verwöhnten Gamern bleibt dieses Spiel ein Rätsel.
