Fototipp: Den Zauber der Nacht einfangen

Motivsuche

Mit wachen Augen seine Umgebung wahrnehmen, ist ein ganz einfacher Weg, um Motive für gute Fotos zu finden. Oft übersieht man tolle Gelegenheiten, weil die Besonderheit gewohnter Gebäude und Orte gar nicht mehr wahrgenommen wird. Selbst in einer Stadt, in der man glaubt, alles zu kennen, können immer wieder neue Motive gefunden werden. Es gibt aber auch ein paar Standardtipps, die mit großer Wahrscheinlichkeit schnellen Erfolg bringen. So sind Parkhäuser und Bahnhöfe oft aufwändig beleuchtet. Brunnen und Gewässer in der Stadt laden zum nächtlichen Spiel mit dem Wasser ein. Nahe an Gebäude liegende Stadtteiche spiegeln die Umgebung effektvoll wieder.

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20 Sekunden Belichtungszeit lassen kleine Wellen im Wasser verschwinden und die Umgebung kann sich perfekt spiegeln. Schwierigkeiten machen bei diesem Motiv die starken Strahler um den Teich herum. Hier ist Experimentieren angesagt und dank der Digitalfotografie kann zum Glück sofort das Ergebnis kontrolliert werden.

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An einem Kreisverkehr bei Nacht ist manchmal ein wenig Wartezeit angesagt, bis endlich ein Auto vorbeifährt. Das Beispielbild hat einen Bus und zwei Autos in einem Bild eingefangen. 15 Sekunden Belichtungszeit und ein bisschen Glück, dass mehrere Fahrzeuge nacheinander durchs Bild fuhren, waren dafür nötig. Wie die Sterne um die Lampen herum entstehen, wird später noch beschrieben.

Beliebte Kurzreiseziele für Nachtfotografen sind auch Flughäfen, Bahnübergänge, Straßen und Kreisverkehre. Es ist sehr wichtig, sich darüber zu informieren, was erlaubt ist und was nicht. Das gilt besonders für den Flughafen. Stets an die eigene und die Sicherheit anderer denken. Stative am Straßenrand können Autofahren erschrecken ("Huch, eine Blitze bei Nacht?"). Daher vielleicht nicht mitten auf die Kreuzung stellen oder am Straßenrand ein wenig verdeckter stehen. Industrieanlagen bei Nacht geben ebenfalls hervorragende Motive her. Hier ist es manchmal jedoch sehr schwer, näher an die Gebäude zu kommen, schnell erscheint der Wachdienst der Einrichtung und man wird weggeschickt. Auf Anweisungen des Wachpersonals sollte gehört werden, es droht sonst sogar eine Anzeige.

Kameras, die viel Brennweite (Zoom) bieten, helfen in derartigen Fällen, Fotos von einer entfernteren Position aufnehmen zu können. So kann dezenter agiert werden. Ansonsten bieten sich auch Orte an, an denen das Nachtleben pulsiert und viele Menschen zu beobachten sind. Bewegung im Bild schafft Atmosphäre.

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Im Winter ist die Weihnachtszeit in vielen Städten Anreiz für stilvolle Beleuchtungen. Diese Eisfläche ist offensichtlich ein Volltreffer für Fans der Nachtfotografie. Hier hätte sich auch eine Aufnahme direkt an der Eisfläche gelohnt. Durch die lange Belichtung verwischen die Silhouetten der Eislaufenden. Vier Sekunden war hier der richtige Wert.

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Industrieanlagen belohnen weite Anfahrten mit tollen Aufnahmen. Leider riecht es dort manchmal nicht so gut. Das ist aber der Preis für Bilder von den Anlagen. Vorher erkundigen, ob Fotografieren erlaubt ist. Das Bild entstand mit 200 Millimetern (etwa 8-fach optischem Zoom) Brennweite und drei Sekunden Belichtungszeit.

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Der Blick führt in die Tiefe, das Motiv Bahnhof fördert das Fernweh. Die Lichtstimmung lässt den Betrachter träumen und der Himmel bezaubert. Ein Standardmotiv gut in Szene zu setzen, stellt auch Anforderungen an die Bildgestaltung. Kreatives Experimentieren ist der Schlüssel. Hier wurde drei Sekunden belichtet.

Tipps und Tricks

Zum Schluss gibt es noch ein paar Tipps mit auf den Weg. Die besten Nachtaufnahmen entstehen meistens gar nicht während der Nacht, sondern in der Abenddämmerung. Zur so genannten Blauen Stunde ist das Licht für begeisternde Fotos perfekt. Kurz nach Sonnenuntergang ist ein Großteil der Lampen in einer Stadt schon an und das verbleibende Tageslicht liefert dazu eine noch ausreichende Beleuchtung der Umgebung. Zu dieser magischen Stunde erscheint der Himmel tiefblau auf Fotos, daher der Name. Diesen Zeitpunkt gilt es nicht zu verpassen, danach kann aber selbstverständlich auch weiter fotografiert werden. Langzeitbelichtungen zeichnen sich häufig durch Sterne aus, die um helle Lichtquellen herum entstehen. Diese sind die Folge einer weit geschlossenen Blende. Wenn die Digitalkamera manuell die Verschlusszeit verstellen lässt, dann gibt es dort auch die Möglichkeit die Blende frei zu wählen. Mit einer weit geschlossenen Blende, die Blendenzahl ist recht hoch, ist dieser Effekt dann zu erzielen. Mit der Zeitautomatik (Av oder A) ist die Blende einfach gewählt, die richtige Belichtung übernimmt die Kamera.

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Blende 22 und vier Sekunden Belichtungszeit zaubern dieses Bild auf die Speicherkarte. Die Sterne entstehen, weil stark abgeblendet wurde, dass heißt der Blendenwert wurde erhöht.

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Wasser, Wasser und nochmal Wasser. Wer stehende Gewässer nahe oder besser noch in Gebäuden findet, hat schon gewonnen. Jetzt noch ein wenig auf die richtige Belichtungszeit achten (auf dem Bild waren es zehn Sekunden) und fertig ist ein echter Hingucker.

Je nachdem wie wertvoll die Ausrüstung ist, kann es sinnvoll sein, für nächtliche Ausflüge Verstärkung mitzunehmen. In der Gruppe macht das Fotografieren bei Nacht ohnehin mehr Spaß und es ist weniger zu befürchten. Der ein oder andere mag das für übertrieben halten, es ist aber ein gut gemeinter Rat, der in der heutigen Zeit leider nicht unbegründet ist. Den eigenen Personalausweis soll man sowieso stets bei sich führen, beim nächtlichen Fotografieren aber besonders. Denn es kommt nicht selten vor, dass ein übernervöser Wachdienst völlig verängstigt die Polizei ruft, weil er hinter den harmlosen Fotografen schlimme Dinge vermutet. Ein kurzes Gespräch mit den Polizeibeamten klärt jedoch schnell die Absichten und die Kavallerie rückt in der Regel freundlich wieder ab. Und das alles kann wirklich beim nächtlichen Fotografieren passieren? Ja, das kann es - alles schon erlebt. Daher vorbereitet sein, Stativ auf den Rücken und es kann los gehen.

Weitere Informationen

Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Fototipp hier.