Verkehrte Netzwelt: "Schaaaaatz, kaufst Du mir ein Gold-Handy?"

Teurer Spaß für reiche Typen

Besser also, der Herr der Schöpfung arbeitet mit der Technik-Keule. Auf diesem Gebiet bietet das Handy fast alles, was man für den Preis verlangen kann: Quad-Band, MP3-Player, Radio, Kamera, USB, Bluetooth, zwei Gigabyte Speicher, Stereo-Lautsprecher - Komponenten, die inzwischen auch zahlreiche Handys der 500-Euro-Klasse aufweisen. Hinzu kommt, dass die Kamera nicht eben gut und das Farbdisplay mit einer Auflösung von 176 x 220 Pixeln alles andere als hochwertig ist. Dafür verfügt es über ein kratzfestes Glas aus Saphir.

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Die Techik ist also der Angriffspunkt, um der Liebsten den nur knapp 200 Gramm schweren Flachmann auszureden. Wenn Frauen nur auf solche Dinge hören würden, wenn das Objekt der Begierde glitzert und funkelt. So muss der Ferrari-Fahrer also tief in die Tasche greifen, um der Herzallerliebsten ihren Wunsch zu erfüllen. Sie ist dafür danach auch damit beschäftigt, mit dem Gärtner zu flirten, während ihr Göttergatte sich mit der Sekretärin im Ferrari amüsiert.

Doch denken wir einmal einige Jahre weiter: Der Handy-Markt hat eine technische Innovationskraft wie kaum ein anderer Bereich der Elektronik-Sparte. Alle drei Monate kommen neue Modelle auf den Markt. Insofern ist ein Gold-Handy wohl kaum eine Investition, die sich lohnt. Denn so exklusiv das Gerät auch sein mag, so hochwertig sein Gehäuse aufbereitet ist: Nach spätestens zwei Jahren ist das Gerät hoffnungslos veraltet. Und dann? Zum Wegwerfen zu schade, Aufrüsten ist nicht möglich und die pubertierende Tochter, die die elterlichen Eskapaden kaum verkraftet, wird mit einem gebrauchten Gold-Handy wohl kaum Anklang bei ihren Gruftie-Freunden finden.

Wann landet es bei Ebay?

Als letzte Option bietet sich an, das Gerät bei Ebay zu versteigern. Dort gibt es dann zwei Sorten von Käufern: die, die das Gerät ausschlachten und nur den Materialwert bieten, also 140 Gramm Gold plus einiger kleinkarätiger Diamanten. Und die, die es zwecks Angeberei haben wollen: Hip-Hopper, Gold-Fetischisten, schwere Jungs sowie Vokuhila-tragende Leiter diverser Bordsteinschwalben-Nester.

Vielleicht hat aber auch jemand Glück und ersteigert das Gold-Brikett mit Handy-Funktionen für einen günstigen Preis. Ein Teenager vielleicht. Und so schallt fortan nicht nur Eminem aus "Crystal Clear"-Lautsprechern durch die U-Bahn, nein, es funkelt und glitzert auch noch bis zur Erblindung. Das sind wahrlich schöne Aussichten - Danke, Goldvish!

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