Urge: MTVs Download-Dienst im Test
Schick, aber verwirrend
Jeder halbwegs normale Mensch klickt solche Aufforderungen natürlich sofort weg - zumal, wenn die entsprechenden Texte wie bei Urge in einem Streichholzschachtel-großen Feld mit endlosen Scroll-Balken dargestellt werden. Normalen Menschen fällt dabei dann leider nicht auf, dass sich MTV unter anderem das Recht zusichert, Software-Updates ohne Benachrichtigung oder Bestätigung des Nutzers zu installieren. Dazu gibt man Urge gleich auch die Erlaubnis, die Musik-Dateien auf der eigenen Festplatte zu analysieren und diese Daten zu Marketingzwecken auszuwerten - eine Taktik, die verdammt an den iTunes-Spyware-Skandal erinnert.
Wer die Installation und die anschließende Anmeldung trotz solcher eher unangenehmen Klauseln vollendet, wird dafür mit einer schicken, dunkel gehaltenen Oberfläche belohnt. Version 11 erinnert so gar nicht mehr an ältere Windows Media Player. Urge gesellt sich darin gleichwertig zu lokalen Inhalten, die sich über ein Menü am linken Bildschirmrand auswählen lassen.
Der MTV-Shop selbst ist schick, aber auch ziemlich umfangreich. Playlists, Radiostationen, Artikel, Blogs, Specials, Charts, Genres, News, Feeds: Anfangs ist das ganz schön verwirrend. Zum Glück gibt es eine hilfreiche Top-Navigation, mit der man sich schnell durch die verschiedenen Abteilungen klicken kann.
Eine Stärke der Plattform ist ihre enge Anbindung an die Marke MTV. Hier wurde nicht einfach ein austauschbares Label auf eine X-beliebige Shop-Lösung gepappt. Statt dessen gibt es Specials zu den einzelnen Sendern des MTV-Imperiums. MTV-Nutzer bekommen Rihanna zu hören, VH1 präsentiert Kiss und Freddy Mercury. Dazu gibt es Playlists zu Shows wie The Real World und Headbangers Ball.
Keine Möglichkeiten zum Austausch
Clever sind auch die Urge-Feeds: Dabei handelt es sich um eine Art Mischung aus thematischer Playlist und Podcast. Urge-Nutzer können einzelne Feeds abonnieren und bekommen damit jeweils die neusten Tracks auf ihren Player geladen. Dumm allerdings, dass dies wie auch das Playlist-Angebot eine komplette Einbahnstraße ist. Es gibt keine Möglichkeit für Nutzer, ihre Musikvorlieben mit anderen zu teilen. Urge fällt damit weit hinter die Angebote der Konkurrenz zurück, die alle mittlerweile interaktive Elemente besitzen.
Weitere Informationen
Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Musikdienst hier.
