Popkultur und Windows Media Player
Urge: MTVs Download-Dienst im Test
MP3-Downloads
MTV will mit seinem Urge genannten Download-Dienst iTunes und Abo-Diensten wie Napster und Rhapsody gleichermaßen Konkurrenz machen. Urge setzt dazu auf eine enge Player-Integration und zahllose Popkultur-Referenzen. Doch kann sich die Plattform tatsächlich zum Download-Dienst der MTV-Generation mausern? Wir haben uns Urge einmal genauer angeschaut.
Inhalt
- Langatmige Installation, perfide Verträge
- Schick, aber verwirrend
- Keine Möglichkeiten zum Austausch
- Fazit: Saubere Lösung mit schalem Nachgeschmack
Wer heute Pimp my ride, Dismissed oder Jackass schaut, kann schon einmal vergessen, dass MTV eigentlich für Music Television steht. In den USA versucht sich der Sender nun daran, im Netz wieder zurück zur Musik zu finden. Dabei helfen soll MTV Urge: eine Download-Plattform, die sich direkt in Microsofts neuen Windows Media Player 11 einklinkt.
Für musikalische Inhalte setzt Urge auf eine Kooperation mit dem Digital-Musicnet. Der Urge-Katalog, der laut MTV Zugriff auf "Millionen von Songs" bietet, dürfte damit praktisch identisch sein mit dem von Yahoo Music Unlimited. Preislich orientiert sich das Angebot jedoch eher an Rhapsody und Napster: Ein Alles-Inklusive-Abo mit mobilen Downloads für Windows Media-kompatible MP3-Player kostet rund 15 Dollar pro Monat. Wer sich mit Streams und Downloads auf dem eigenen PC zufrieden gibt, ist schon mit zehn Dollar dabei. Die ersten zwei Wochen gibt's kostenlos - allerdings nicht für Europäer. Bisher ist Urge auf die USA beschränkt.
Langatmige Installation, perfide Verträge
Die Urge-Installation ist eine eher langwierige Angelegenheit. Die anfangs heruntergeladene Software verlangt erst einmal eine Zustimmung zum Nutzungsvertrag und beginnt dann mit dem Download des Windows Media Players. Ist der erst einmal installiert, wird der Urge-Katalog heruntergeladen. Insgesamt 60 Megabyte landen dabei auf der eigenen Festplatte, während die Software sich in langwierige Konfigurations- und Update-Zyklen vertieft. Sehr meditativ, das Ganze.
MTV Urge im Test
Screenshots von MTV UrgeZum Glück gibt MTV seinen Nutzern etwas zu lesen, damit sie sich die Zeit vertreiben können. Urge besitzt inklusive Datenschutz-Erklärung ganze vier Endnutzer-Verträge, die kombiniert rekordverdächtige 40 Seiten Text ergeben. Dazu kommen natürlich noch entsprechende Verträge von Microsoft, deren Kenntnisnahme man bei der Installation von Windows Media Player 11 ebenso zustimmen muss.
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