Wildes fürs Wohnzimmer
Test: Wildlife Park 2
Tiere suchen ein Zuhause - auf Ihrer Festplatte. Teil 2 der Zoosimulation erweckt 50 Spezies digital zum Leben, vom Feldhasen bis zum rückgezüchteten Mammut.

Zufrieden suhlt sich das Nashorn im Schlamm, die Giraffe beobachtet von oben herab den Trubel im Affengehege, einen Eierwurf entfernt rennt eine Herde Strauße um die Wette. Gerne würden Sie das tierische Treiben ungestört beobachten, aber als Zoodirektor liegt es an Ihnen, dies anderen schmackhaft zu machen.
"Wildlife Park 2" ist zu gleichen Teilen Natur- und Wirtschaftssimulation. Um Geld für Personal, Futter, Gehege und neue Tiere flüssig zu machen, müssen möglichst viele Besucher in den Park gelockt werden. Deren Zufriedenheit hängt nicht nur von der gebotenen Artenvielfalt ab, auch Imbissbuden, Souvenirshops, Jeepstationen, Aussichtstürme und Dekorationen sind ernstzunehmende Bedürfnisse.
Was Tiere wollen
Wichtiger als die Zufriedenheit des Homo sapiens ist das Wohlergehen des heutigen und urzeitlichen Getiers. Jede Art will ihrem natürlichen Lebensraum entsprechend behandelt werden. Das fängt an bei der Futterauswahl und führt über die Beschaffenheit des Bodens, der von steinig hart bis schlammig feucht die verschiedensten Ansprüche befriedigt. Tiere aus extremen Geozonen, dazu gehören Pinguine, machen den Einsatz von Klimageräten unentbehrlich und aus der Bergziege wird mangels Berg eine Zicke.
Bei der Bearbeitung des dreidimensionalen Terrains hilft das so genannte Terraforming. Mit wenigen Klicks lassen sich Hügel aufschütten oder Gruben ausheben und anschließend mit Wasserpumpen fluten. Anwendung findet diese Methode bei der Haltung von Delfinen, Haien, Walen und Riesenrochen.
Dass Zoobewohner nicht zwangsläufig tierische Asketen sein müssen, ist spätestens seit "Madagascar" bekannt. Woran es dem lieben Vieh mangelt, zeigen Texte wie: "Der Boden ist mir zu hart" oder "Ich hätte gern Meeresfrüchte". Über das Eingesperrtsein an sich klagt kurioserweise kein Schwein - geschweige denn ein anderes Tier. Was Bär, Leopard, Alligator und Co. verbindet, ist der Wunsch nach Paarung. Das freut den Zoodirektor, schließlich können Eier und Jungtiere zu Geld gemacht werden. Ausgewachsene Exemplare dürfen ebenfalls gehandelt werden, wobei sich der Preis durch intensives Training steigern lässt. Je besser ein Tier trainiert ist, desto höhere Verkaufserlöse erzielt es. Ohne Trainer und Übungsgeräte, beides kostet Geld, bleibt der Lerneffekt aus. Weil trainierte Tiere auch auf Besucher einen besonderen Reiz ausüben, lohnt die Investition.
