Apple-Kauf: Intel-Macs drücken den Preis der Vorgänger-Generation
Das Megahertz-Phänomen
Kein Wunder: G4-Prozessoren in den vergangenen Mac-Baureihen waren maximal mit 1,42 Gigahertz getaktet. Dual-Prozessor gab es nur beim PowerMac. Auch die G5-basierten iMacs stehen schlecht da, obwohl sich beim Sprung zu Intel ihre Taktung auf dem Papier sogar verringert hat: 64-Bit PowerPC G5 mit 1,9 Gigahertz gegen 32-Bit Intel Core Duo mit 1,83 Gigahertz. Wie sooft hat Apples Propaganda auch hier gezündet, nach einiger Skepsis nach der Offenbarung der Umstiegspläne entpuppen sich die Intel-Core-Macs als Verkaufsschlager.
Woran das liegen mag, ist unklar. Vielleicht können viele Umsteiger mit Intel-Prozessoren mehr anfangen. Vielleicht liegt es daran, dass auf den Intel-Macs Windows läuft, vielleicht ist es auch nur die plötzlich um mehr als das Doppelte gestiegene Leistung. Denn die PowerPCs dümpelten Dank IBM eher träge vor sich hin. So träge, dass Steve Jobs sein Versprechen, noch vor 2005 einen G5-Laptop vorzustellen, brechen musste.
PowerPC: Noch lange kein Alteisen
Grundsätzlich ist es jedoch so, dass die PowerPC-Macs bis auf ihre niedrigere Prozessorleistung keinesfalls schlecht sind. Gerade die G5-iMacs können sich als echtes Schnäppchen erweisen, weil ihre Prozessoren mit ihren 64-Bit-Kernen dem Core Duo-Prozessor fast ebenbürtig sind. Nicht zu verachten ist auch die Tatsache, dass viele Profi-Applikationen noch nicht für Intel-Prozessoren verfügbar sind. Und da zur Zeit alle Applikationen im Universal Binary- oder alten OS X-Format vorliegen, braucht auch niemand Angst zu haben, dass sein Lieblings-Programm nicht läuft. Bei Intel-Macs sieht es anders aus: Vor allem Spiele werden nur langsam portiert, mit dem Erfolg, dass viele Gamer mit ihrem Intel-Mac nur über den Windows-Umweg spielen können.
Natürlich wird sich diese Situation auch im Laufe der Zeit angleichen. Dennoch: Ein PowerPC-Mac ist nur, weil er nicht mehr verkauft wird, noch lange kein altes Eisen. Vielmehr kann ein solches Gerät ein gewisses Backup für ältere Applikationen sein, die nicht für Intel portiert wurden oder werden. Zwar gibt es zu diesem Zweck noch die Rosetta-Umgebung, doch die läuft alles andere als schnell. Mac-Anwender brauchen sich dennoch keine Angst um die Zukunft machen: Bis die ersten Applikationen erscheinen, die keine PowerPC-Architektur mehr unterstützen, dürften noch einige Jahre ins Land ziehen. Also auf zur Schnäppchenjagd!
