Wurst Case
Kurztest: Hot Dogs Hot Girls
Die Akteurinnen dieser Wirtschaftssimulation zeigen fast so viel Haut wie die Würstchen, die sie über die Theke schieben. Wir haben Lebensmittelkontrolleur gespielt.

In "Hot Dogs Hot Girls" muss der Spieler als Chef einer aufstrebenden Fast-Food-Kette die Konkurrenz ausstechen. Und weil der fettige Fraß das Auge umso mehr zum Mitessen zwingt, stehen keine pickeligen Studenten hinterm Tresen, sondern "heiße Mädchen" im knappen Dress.
Mit der Suppenkelle auf Rattenjagd
Nach der Geschäftsniederlassungen in einer von drei US-Metropolen stattet man sein Lokal mit Küchengeräten und Dekorationen aus. In jeder Stadt können bis zu vier Filialen gleichzeitig unterhalten werden. Zu Beginn der Karriere bleibt die Küche kalt. Das Startkapital ist zu knapp, um die erforderlichen Shop-Upgrades zu stemmen. So muss die frühe Kundschaft im Stehen Chips und ähnlich billigen Süßkram mampfen. Entsprechend lange dauert es, bis die ersten Tausender eingefahren sind. Durch den kostspieligen Aufstieg in neue Ladenkategorien verbreitet sich auch die Warenpalette des Großhändlers. Burger, Hot Dogs und Pizzen gelangen über ein Shopsystem direkt an den Tresen, wo sie von den "Hot Girls" an den Mann gebracht werden.
Mann ist übrigens nicht gleich Mann. Nackte Haut wirkt in Arbeiter- oder Hafenvierteln umsatzfördernd. Doch in gediegenen Stadtteilen mit Bankern und Geschäftsleuten brüskiert zu viel Freizügigkeit. Die Eindrücke der Kundschaft gilt es im Auge behalten. Geht der Ruf gegen null, endet der Traum vom Fast-Food-Imperium in bitterer Hartz IV-Nüchternheit. Das will man schon deswegen vermeiden, weil der betreffenden Filmsequenz eine epische Ladezeit vorausgeht. Lange Ladevorgänge drohen auch immer dann, wenn nach dem Zufallsprinzip ein Minispiel eingeleitet wird. Mal müssen Ratten mit Schöpfkellen erschlagen werden, mal bewaffnete Räuber mit Tellern. Wegen der unpräzisen Actionsteuerung kommt dabei wenig Spielfreude auf. Gegen ein Honorar können alternativ auch Kammerjäger oder sonstige Dienstleister engagiert werden.
Kunde König als Prügelknabe
Die unterschiedlich begabten Damen wurden gebührend in Szene gesetzt. In einer passablen 3D-Umgebung staksen die Fritten-Fräuleins aufreizend umher, servieren Essen, schäkern mit Gästen und wischen gelegentlich deren Erbrochenes auf. Ihren Mageninhalt verlieren Kunden vornehmlich dann, wenn der Würstchengrill längere Zeit keinen Lappen mehr gesehen hat.
Den Befehl zum Putzen empfinden die "Hot Girls" als Demütigung, aber am Karriereanfang bleibt aufgrund von Personaleinschränkungen keine Wahl. Teure Fortbildungsmaßnahmen oder Geschenke erhöhen die Arbeitsmoral und entlocken der Beschenkten ein dümmliches Kichern, das sexy klingen soll. Dauerhaft vernachlässigte Mädels schmeißen frustriert hin - halb so wild, schließlich warten im Jobcenter viele andere Bewerberinnen.
Keine der Schönheiten stellt Fragen, selbst dann nicht, wenn auf Knopfdruck das gewagteste Kostüm übergestreift werden soll. Jeder Fummel beeinflusst Werte wie Ausdauer, Charisma oder Kampfkraft. Kampfkraft zahlt sich aus, wenn der Fresstempel zum Boxring wird. Denn nicht nur Kalorienreiches landet im Kundenmund, hin und wieder ist es auch eine Frauenfaust. Das Verprügeln von Gästen geschieht mit der Maus und spült bei einem Sieg, warum auch immer, Geld in die Kasse.

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Ich habe ehrlich gesagt noch nie eine langweiligere Wirtschaftssimulation gespielt. Gravierende Bugs, wie das verweigern des Beenden des Spiels, sind störend, da vertuschen die halb nackten Akteure nicht viel...